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Schweden: Hebamme teilt Foto ihrer blutigen OP-Kleidung, weil sie keine Zeit für neues Tampon hatte

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Die schwedische Hebamme Petra Vinberg Linder postete ein Foto ihrer blutigen OP-Kleidung. Der Grund: Sie hatte ihre Tage, aber keine Zeit, sich darum zu kümmern.

JobRed.(Wienerin)

Das Foto einer schwedischen Hebamme, deren OP-Kleidung nach einer hektischen Nachtschicht blutig war, geht derzeit durchs Netz. 

Petra Vinberg Linder teilte das Foto ihrer blutigen Kleidung auf ihrer Facebook-Seite, um zu zeigen, dass ihr Job so stressig sein kann, dass sie nicht einmal dazu kommt, ihre Monatshygiene-Produkte zu wechseln. 

"Hebamme in der Nachtschicht = drei Babys zur Welt bringen. Du hast keine Zeit, pinkeln zu gehen oder deine Sanitärprodukte zu wechseln. Danke und Gute Nacht", schrieb sie. 

Zuerst teilte sie das Foto nur mit ihren FreundInnen, kam aber später dem Wunsch nach, das Ganze öffentlich zu stellen. Das Foto wurde von mehreren schwedischen Medien übernommen, und es wurde landesweit darüber berichtet. 

 

Sie sagte, dass sie das Foto teilte, um zu zeigen, dass der Job der Hebamme in Schweden sehr anstregend sein kann. In ihrem Krankenhaus hat jede Hebamme durchschnittlich zwei Geburten, bei denen sie jederzeit helfen muss - und die Arbeitsbedingungen führen dazu, dass die Mitarbeiterinnen erschöpft und ausgelaugt seien, wie der britische "Independent" berichtet. 

 

"Hebamme ist ein schwieriger Job"

Viele Menschen würden sich deswegen gegen den Job entscheiden. "Ich habe das Foto mit meinen privaten Facebook-Freunden geteilt, bin nachhause gegangen und schlafen gegangen. Als ich aufgewacht bin, habe ich gesehen, dass die Leute mich baten, das Foto öffentlich zu stellen. Also tat ich das, und dann wurde es zu diesem Riesending", sagte sie gegenüber The Local

 

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"Es ist ein schwieriger Job. Ich liebe ihn, ich habe ihn mir ausgesucht und ich will auch darin arbeiten, aber ich frage mich, ob ich solche Nächte wie diese noch viele Jahre durchhalten werden. Ich bin 40, ich werde bis 65 arbeiten, wenn ich fit bin, aber kann ich das schaffen? Es gibt so viele Menschen in diesem Land, die den Job machen wollen, aber sie machen es nicht, wegen der Arbeitsbedingungen."

 

Mehr Kassen-Hebammen für Wien

Auch in Östereich herrscht ein Hebammen-Mangel - vor allem bei den von der Krankenkasse finanzierten. Mit 1. Juli gab es in Wien fünf neue Kassenvertragsstellen für Hebammen. Insgesamt arbeiten damit nun 23 Kassenhebammen in Wien. Doch das löst das Versorgungsproblem leider nicht.

Österreichweit kommt im Durchschnitt auf 317 Geburten ein Hebammen-Kassenvertrag, in Wien waren es – rein rechnerisch – bis vor kurzem 1.172 Geburten pro Kassenhebamme, wie das Österreichische Hebammengremium in einer Aussendung mitteilt.

 

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