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Meinung: Unpünktlichkeit macht euch nicht cool, sondern ist respektlos

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Ein Text aus dem "Forbes"-Magazin lässt mich grübeln: ist es wirklich superlässig, unpünktlich zu sein? Oder einfach nur respektlos?

JobRosa Rot(Wienerin)

"Sorry, komme fünf Minuten zu spät". Aus fünf Minuten werden zehn, aus zehn werden fünfzehn - und eine halbe Stunde später tauchen sie dann auf. Die Unpünktlichen. Zwar mit einem entschuldigenden Lächeln auf dem Gesicht, aber eigentlich ist es ihnen meistens: wurscht. Schließlich ist es ja irgendwie cool, unpünktlich zu sein. Unpünktliche Menschen sollen kreativer sein, klüger, und sowieso viel besser als der Rest. Ich finde: das sind sie ganz und gar nicht. Sie sind meistens einfach nur: respektlos.

Und trotzdem haben wir sie alle im Freundeskreis: Menschen, die jedes Mal zu spät kommen. Und damit ist wirklich jedes Mal gemeint. Pünktliche Menschen wie mich macht das wahnsinnig. Deshalb freut mich dieser Text aus dem "Forbes"-Magazin umso mehr: der amerikanische Unternehmer Brent Beshore beschreibt darin, warum Pünktlichkeit wichtig ist. Im Job, aber auch im Freundeskreis. 

"Unpünktlich ist unverzeihlich"

Sein Credo: "5 Minuten zu früh ist pünktlich. Pünktlich ist unpünktlich. Unpünktlich ist unverzeihlich." Denn: eure Pünktlichkeit sagt viel über euch aus. Die Botschaft, die man schließlich an alle anderen, die man warten lässt, sendet, ist: ich respektiere eure Zeit nicht. Und damit auch nicht euch. Das kann vor allem in Job-Angelegenheiten sehr schnell nach hinten losgehen. 

Schließlich zeigt Unpünktlichkeit auch, dass man in anderen Lebensbereichen unzuverlässig, rücksichtslos und selbstzentriert ist. Und dieses Bild will wohl niemand von sich in der Welt verbreiten. Klar: hin und wieder zu spät zu kommen, ist überhaupt nicht schlimm. Das passiert jedem. Doch chronische Unpünktliche sollten sich lieber überlegen, wie, wann und bei wem sie ihre Unpünktlichkeit einsetzen. Jemanden warten zu lassen, ist nämlich keine gute Charaktereigenschaft.

Was wir machen, während wir auf euch warten

Liebe Unpünktliche, so sieht das Leben nämlich für uns Pünktliche aus: wenn die erste SMS kommt, dass ihr fünf Minuten zu spät kommt, sind wir meistens schon längst an Ort und Stelle. Und ärgern uns über unsere eigene Pünktlichkeit. Schließlich hätten wir auch gerne noch mehr Zeit mit Nägel machen, Müll wegschmeißen oder sonstigen Dingen verbracht, die wir in unserer spärlichen Freizeit nicht unterbringen. Aber nein, wir verbringen sie natürlich gerne damit, auf euch zu warten!

 

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Wir antworten also (weil wir nette Menschen sind, deren Geduld schon viele, viele Male getestet wurde): "Kein Stress! *smiley*" Manchmal streuen wir sogar die Lüge ein, dass wir selbst auch spät dran sind, um euch (die ihr uns einfach schamlos warten lässt) kein schlechtes Gefühl zu geben. Das muss man sich einmal vorstellen! 

Irgendwann schreiben wir dann: "Bin schon da." Um zu testen, was zurückkommt und auf wie viele qualvolle Minuten des Wartens wir uns seelisch einstellen müssen. Dann kommt meistens etwas wie "Die U-Bahn hat Verspätung blablabla" zurück, und wir wissen genau, dass wir hier mindestens noch zehn Minuten herumstehen werden. Übrigens ist das auch keine gute Ausrede: schließlich haben wir alle die Öffi-App am Handy installiert, und wissen genau, dass das nicht stimmt, was ihr sagt.

So lange kann einfach niemand ins Handy starren 

Aber gut. Wir sind schließlich nette Menschen und üben uns weiter in Geduld. Die wird spätestens dann aber sehr strapaziert, wenn a) das Wetter schlecht ist oder b) man an unangenehmen Orten warten muss. Schließlich steht man dann meistens irgendwo auf der Straße rum, wird von seltsamen Typen blöd angequatscht und weiß nicht so recht, was man eine halbe Stunde lang machen sollen. Deshalb starrt man ins Handy, scrollt den Facebook-Feed zum zehnten Mal durch, versucht, so lässig wie möglich zu wirken und keine Aufmerksamkeit zu erregen. 

 

via GIPHY

 

Spätestens nach fünfzehn Minuten geben wir die Hoffnung dann auf, dass ihr bald kommen werdet. Absurderweise sind wir anfangs nämlich so naiv zu glauben, dass es diesmal anders sein wird (haha!). Dann beginnt die wirklich nervige Phase, wo vielleicht schon die Füße wehtun, die Hände abgefroren sind, oder man bereits wirklich lange von einem Typen aus der Ecke angestarrt wird. Irgendwann dann die erlösende SMS: "Bin in einer Minute da. SORRRYYYY." 

Unser Gedanke: diese Entschuldigung kannst du dir wirklich.... naja, ihr wisst schon. Wenn ihr dann endlich da seid, sagen wir meistens trotzdem: "Macht nix. Halb so wild. Nicht so schlimm." Aber in Wirklichkeit denken wir uns: "DOCH, ES IST SCHLIMM! Ich hab 35 Minuten meines Lebens damit verschwendet, auf dich zu warten, dich zu verfluchen und auf mein blödes Handy zu starren!! Warum kannst du nicht einfach gleich sagen, dass du dich später treffen willst?!?!" 

Tut uns also den Gefallen: denn zehn Minuten früher aus dem Haus zu gehen, ist wirklich nicht zu viel verlangt.

 

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