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Gerechtigkeit: Diesen überraschenden Effekt hat das bedingungslose Grundeinkommen auf die Finnen

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Das finnische Pilotprojekt zeigt, was passieren würde, wenn das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wird.

JobArnika Zinke(Wienerin)

Das finnische Pilotprojekt zum bedingungslosen Grundeinkommen fand anfangs nicht überall Gefallen. Mittlerweile gibt es das Grundeinkommen seit einigen Monaten als Pilotprojekt. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

 

Über das finnische Pilotprojekt: "Bedingsloses Grundeinkommen"

Als erstes Land der Welt führte Finnland Ende letzten Jahres ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Bisher durchläuft dieses eine Testphase, an der 2000 zufällig ausgewählte arbeitslose Menschen teilnehmen. Ist es erfolgreich, soll es auf das ganze Land ausgeweitet werden.

Wie funktioniert es?

Die Menschen, die ein solches Einkommen erhalten, müssen nicht beweisen, dass sie gerade auf Arbeitssuche sind und sie bekommen das Geld unabhängig davon, welche anderen Einkünfte sie haben. Das Geld muss nicht versteuert werden.

Die Bezieher erhalten 560 Euro jeden Monat, zwei Jahre lang, ohne an irgendwelche Restriktionen oder Vorgaben gebunden zu sein. Finnlands Regierung hofft, dass sich dadurch die Lebensqualität dieser Menschen besser, dass die Arbeitslosigkeit reduziert und Jobs kreiert werden.

Mehr dazu hier: Finnland führt ein bedingungsloses Grundeinkommen ein

Bürokratie schrumpft, Stresslevel sinkt

Marjukka Turunen, Chefin von KELA, einer Beratungsstelle des finnischen Sozialministeriums, erklärte einem amerikanischen Rundfunksender, was das Grundeinkommen in Finnland bewirkt hat.

So hätte man nun mit weniger Bürokratie zu kämpfen, die Kosten zur Armutsbekämpfung hätten sich ebenfalls reduziert. Außerdem spricht Turunen von einem psychologischen Effekt bei den BezieherInnen des Geldes: So könne man beobachten, dass diese weniger unter Stress leiden würden und psychisch gesünder wären.

Turunen berichtet auch von einer Bezieherin, die sich jedes Mal vor dem Anruf der Arbeitslosenstelle fürchtete, weil sie ihr möglicherweise einen Job anbieten würden. Diesen könnte sie aber nicht annehmen - sie muss sich seit einiger Zeit um ihre kranken Eltern kümmern. 

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Während von der Wirtschaft weiterhin Kritik an der Idee des bedingungslosen Einkommens kommt, berichtet auch der deutsche Stern von der erfolgreichen Testphase: Juha Järvinen, Vater von sechs Kindern und ehemals Langzeitarbeitsloser, erklärt: "Das Grundeinkommen erlaubt mir, zurück in mein altes Leben zu kommen. Ich kann befreit Dinge ausprobieren."

Das Grundeinkommen macht nicht faul, sagt auch Michael Bohmeyer, Gründer des Berliner Experiments mein-grundeinkommen.de. Die BezieherInnen würden in den meisten Fällen weiterarbeiten, allerdings weniger finanzielle Sorgen haben. 

#Mehr lesen: Warum das bedingungslose Grundeinkommen nicht faul, sondern frei macht

Grundeinkommen gegen hohen Sozialausgaben und Armut

Die Idee zum Pilotprojekt stammt von der finnischen Mitte-Rechts-Regierung, die nach einer Lösung für die hohen Arbeitslosenraten bzw. Sozialausgaben suchte. 

Im April gab die größte kanadische Provinz, Ontario, bekannt, ebenfalls ein ähnliches Projekt in die Testphase schicken zu wollen. 

 

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Kommentare

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1 Kommentare
Gast: LauraSt
19.05.2017 09:36

Ich bin gespannt

Auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2016-12/39553074-finnland-wird-zum-labor-fuer-utopisten-2000-finnen-bekommen-ab-januar-ein-bedingungsloses-grundeinkommen-198.htm habe ich auch einen Artikel zu dem BGE in Finnland gefunden. Ich bin sehr gespannt, zu welchem Ergebnis man nach Ablauf der Zeit kommen wird, denn ich kann mir gut vorstellen, dass viele Länder es davon abhängig machen, ob es auch ausprobiert wird.