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Finanzen: Tabuthema Geld: Wofür wir jeden Monat unser Geld raushauen

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Lasst uns über Geld sprechen. Egal, ob Restaurant, Shoppen oder Friseurbesuche - wir verraten, ganz ehrlich, wofür wir im Monat regelmäßig Geld ausgeben.

JobArnika Zinke(Wienerin)

Über Geld spricht man nicht, besagt ein altes Sprichwort. Das sehen wir anders: Wer ungerechte Einkommensverhältnisse aufdecken und verbessern will, sollte offen über Geld sprechen. Das wird, wie Studien bestätigen, in der Theorie zwar von den meisten gefordert und gewünscht - die Realität sieht aber leider oft anders aus.

 

Laut einer Umfrage des Jobportals Karriere.at aus dem Jahr 2015, sprechen mehr als die Hälfte der Befragten (62 Prozent) ungern oder nur mit engen Freunden und Familie über ihre Finanzen, 14 Prozent davon reden gar nicht über Geldverhältnisse. Wenig anders sieht es in den USA aus, dort sprechen laut einer Bustle-Umfrage 50% ungern mit engen Freunden über Finanzen.

Auch bei unseren deutschen Nachbarn sieht es wenig anders aus: 63 Prozent der Befragten einer Postbank-Umfrage gaben an, ungern über finanzielle Verhältnisse zu sprechen. Allerdings scheint sich auch in Deutschland bereits eine Trendwende abzuzeichnen. Laut einer Studie der deutschen Consorsbank, stieg die Offenheit gegenüber dem Thema Geld bei jungen Deutschen in den letzten Jahren stetig an.

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Wir finden: Offen über Geld zu sprechen, hilft nicht nur Einkommensverhältnisse fairer zu gestalten, sondern auch selbst ein Gefühl dafür zu bekommen, wofür es sich wirklich lohnt Geld auszugeben.

Deswegen plaudern wir heute aus dem Nähkästchen und verraten, für welche "Laster" wir jeden Monat unser Geld "raushauen" und wofür wir gelernt haben, zu sparen.

 

Teresa, 28

 

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"Es ist schwer mich auch nur auf eine Sache zu beschränken, weil ich wirklich schlecht im Sparen bin. Aber neben Kaffee und Drinks beim Fortgehen ist meine größte Verschwendung definitiv Snacks und Essen allgemein. Oft kaufe ich im Supermarkt ein, weil ich voll motiviert bin, zuhause zu kochen, und dann kaufe ich mir unterwegs doch Weckerl beim Bäcker oder bestelle beim Lieferdienst. Weckerl von Ströck, Anker und Co sind insgesamt aber wohl meine größte Verschwendung".

 

Arnika, 22

 

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"Wenn ich in den letzten Monaten eines gelernt habe, dann, dass man beim Friseurgang NIEMALS sparen sollte. Nachdem meine Haare bei gleich zwei günstigen Friseurgängen bitter gelitten haben, habe ich nun endlich eine Friseurin gefunden, die mich wirklich zufrieden macht. Nun zahle ich zwar deutlich mehr als zuvor, meine Haare danken es mir aber tausendfach. Der Schnitt und die Farbe halten deutlich länger als zuvor und unterm Schnitt komme ich sogar günstiger davon, weil ich mir Reparatur-Behandlungen und Korrekturschneiden sparen kann.
Im Gegenzug habe meine monatlichen Ausgaben für Coffee-To-Go (fast) gedrosselt. Das freut nicht nur mein Börserl, sondern auch die Umwelt (Stichwort: Einweg-Pappbecher)."

 

Barbara, 42

 

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"Ich finde, sinnlos Geld für Essen auszugeben, ist super – vor allem die teuren Brötchen beim unaussprechlichen T. finde ich lecker. Oft kaufe ich mir zwei oder drei – kurz bevor ich nach Hause komme (obwohl ich weiß, dass ich mir dort natürlich ein Brötchen schmieren könnte).
Was natürlich auch nicht fehlen darf: Jeden Tag einen Ströck-Kaffee trinken (ok, genauer gesagt, ein kleines süßes Frühstück mit großem Cappuccino...). Wobei, da ärgert mich eigentlich nur, dass ich immer noch die Einwegbecher benütze. Memo an mich…

Meine teuerste Geld-Rausschmeiß-Aktion ist aber definitiv mein Fitness-Studio. Ich hab dort ja einen Zweijahresvertrag abgeschlossen (weil es dann günstiger – sic! - ist) und naja – was soll ich sagen – ich bin natürlich nie da (nicht mal zu den Yoga-Terminen). Mittlerweile krieg ich auch kein Erinnerungs-SMS mehr, die haben mich also eh aufgegeben. Aber es geht noch besser: Jetzt hat ein neues Fitnessstudio bei mir ums Eck eröffent und ich hab ernsthaft überlegt, mich dort (auch) einzutragen. Aber ich glaube sowieso, dass die Millionen Fitnessstudios in Wien allesamt von Karteileichen wie mir gut leben. Passt auch.
Man merkt schon: Ich red mir mein Geld rausschmeißen schön. Aber sonst müsste ich ja auch was dran ändern."

 

Jelena, 28

 

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"Wofür ich definitiv viel zu viel Geld raushaue, sind Snacks, die ich mir für's Büro kaufe. Wenn ich am Abend vorkochen würde und das einfach mitnehmen würde, würde ich mir im Monat sicherlich 100 Euro sparen. Schließlich zahlt man für ein Weckerl schon drei Euro oder mehr. Dann noch ein Salat und ich bin locker bei fünf Euro für ein Mini-Mittagessen, das nicht einmal wirklich satt macht. Außerdem könnte ich wohl bei meinen Taxi-Ausgaben sparen. Meistens bin ich einfach nur zu faul, am späten Abend noch mit der U-Bahn zu fahren, deshalb ist das Taxi bequemer. Was da an Geld zusammenkommt, möchte ich  mir eigentlich gar nicht so genau zusammenrechnen."

 

Marie, 25

 

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"Meine größte Verschwendung im Monat? Lässt sich in einem Wort zusammenfassen: ESSEN! Ich will gar nicht wissen, wie viel Geld ich sparen würde, wenn ich ab und zu einmal zuhause kochen würde, statt ständig mit Freunden Essen zu gehen. Aber ich liebe es einfach neue Lokale zu probieren und in Wien gibt es davon leider eine ganze Menge. Ich muss aber zugeben, dass ich mich nicht wirklich schlecht deswegen fühle. Ich finde, nichts spricht gegen gutes Essen im Kreis der besten Freunde!"

Olivia, 33

 

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"Das Dilemma meines Lebens: Ich kenne die Kennzahlen meiner Kreditkarte auswendig. Kartennummer, den Security Code, den Verified-Code (den ich extra total kompliziert angegeben hab, damit ich ihn mir nicht so leicht merken kann – hat nicht geklappt), ich weiß alles ohne nachzuschauen. Ich bin dem Online-Shopping ausgeliefert – schnell mal in der Mittagspause was geshoppt, ah, ein Newsletter mit der neuen Kollektion, *ratz-fatz*, mit einem Klick ist‘s schon bestellt. Ausreden für das Abschaffen meiner Kreditkarte find ich viele: ich brauch sie für den Job, ich hab zwei Kinder, da kann man nie wissen. Ich habe schon überlegt, mir eine neue Karte schicken zu lassen und alles daran zu setzen, mir die Nummer nicht zu merken. Ich überlege noch. Ah, ein neuer Newsletter!

 

Tanja, 32

 

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"Wie jede interessierte Frau Anfang 30 weiß ich nach dem Studium unzähliger Frauenmagazine, Ernährungsbücher und Clickbait-Artikel, welches Essen Körper, Geist und Seele gut tut, welche Samen ich in mein Porridge geben muss, damit meine innere Schönheit endlich auch nach außen strahlt. Als treues Kind der Konsumkultur landet in verlässlicher Regelmäßigkeit also ein Packerl Chia-Samen, Matcha-Pulver oder Kokos-Reis-Milch ohne Zuckerzusatz in meinem Einkaufswagerl. Weil ausprobieren kann man’s ja – nur kosten tut’s halt schon was! Vor allem, weil es meist beim Ausprobieren bleibt und ich nach einigen Monaten, nicht selten auf der Suche nach der Herkunft der lästigen Lebensmittelmotten, Sackerl mit ranzigen Nüssen oder geschroteten Leinsamen wegschmeißen muss. Absoluter Irrsinn. Ich sollte mit Anfang 30 eigentlich klüger sein."

 

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Daniel, 29

 

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"Seit es das Internet möglich gemacht hat, die Essensbestellung via APP aufzugeben und dafür nicht mal mehr zum Telefon greifen zu müssen, sind meine Ausgaben dafür schneller gestiegen als mein Kreditkartenrahmen. Es ist so einfach: Nach einem langen Arbeitstag und etwas Sport kommt in mir regelmäßig das Gefühl hoch, dass die Gönnung in Form einer Essensbestellung völlig gerechtfertigt ist. Und um zumindest das Gewissen zu beruhigen, bestell ich dann dort, wo es – zumindest nach außen hin – nicht so ungesund wirkt, mir die Lieferung mit dem Rad gebracht wird und ich nicht mal Bargeld brauche. Scheinheilig, ich weiß. Und so wird aus der anfänglichen Gönnung bei vier 20-Euro-Bestellungen in der Woche schnell eine Bestrafung. Immerhin gibt’s umweltfreundliche Papiersackerl, oder?"

Christina, 35

 

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"Hätte mir früher jemand erzählt, dass ich regelmäßig Geld für Privat-Massagen ausgeben würde, hätte ich demjenigen wohl den Vogel gezeigt. Heute weiß ich es besser: Meine monatlicher Gang zum Masseur ließ meine Verspannungen im Nacken verschwinden, auch meine Kopfschmerzen haben sich seitdem fast in Luft aufgelöst. Und das ist für mich fast schon unbezahlbar!"

 

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