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Enttäuschter Vater: "Meine Kinder sind Einser-Schüler und haben keine Ahnung vom Leben"

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Der US-Unternehmer Kevin Kruse ist sauer, weil seine Kinder zwar gute Noten schreiben, aber sich sonst nicht zurechtfinden.

JobRed.(Wienerin)

Kevin Kruse ist New York Times-Bestsellerautor, erfolgreicher Unternehmer und: Vater. Als solcher ist er nicht immer einverstanden mit dem Lebensstil, den seine drei Kinder führen. Aber nicht aus den Gründen, die sich jetzt viele vielleicht denken. 

"Meine Kinder wissen gar nichts" 

Seine Sprösslinge sind nämlich Einser-Schüler und glänzen in jeder Hinsicht. Trotzdem verfasste der Vater kürzlich einen sehr emotionalen Gastbeitrag im Wirtschaftsmagazin "Forbes", in dem er sagt: "Ich habe drei Kinder im Teenageralter und, meistens, bekommen sie lauter Einser in der Schule. trotzdem bin ich davon überzeugt, dass sie gar nichts wissen. (Sorry, Kids, es ist nicht eure Schuld.)"

 

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Schuld daran sei vielmehr das US-amerikanische Bildungssystem, das laut Kruse hoffnungslos veraltet sei. Der Vater erzählt dann von einem, wie er sagt, typischen Abend im Hause Kruse. Als er mit seinem 13-jährigen Sohn abends für einen Test lernt, kann dieser keine einzige Frage zum Römischen Reich beantworten. Der Vater blieb jedoch unbesorgt, da er weiß, sein Sohn kann sich jede Antwort innerhalb kürzester Zeit merken und auswendig lernen. Tatsächlich bekam er einen Einser auf seinen Test.

Sie können das Wissen nicht in einen Kontext setzen 

Doch der Vater machte sich dennoch Sorgen. "Ich war immer wieder darüber schockiert, wie wenig sie sich merken und wie sie überhaupt keinen Kontext dazu haben, wie das, was sie lernen in die heutige Welt passt", schreibt er. Als er seinen Sohn fragte, wie alt der "Römische Friede" (Pax Romana) anhielt und dieser keine Antwort wusste, versuchte der Vater es mit einem Amerika-Vergleich. "Wie alt ist Amerika?" Die Antwort seines Sohnes: "Ich weiß es nicht." 

Das war nicht die erste Situation, die den Vater sprachlos machte. Als er mit seiner Tochter zum selben Thema lernte, fragte er sie: "Weißt du, wo Rom liegt?" Ihre Antwort: "Was meinst du? Das ist schon so lange her." Der überraschte Vater sagte daraufhin: "Rom existiert auch heute noch." Seine Tochter wusste auch nicht, in welchem Land die Stadt liegt. Das kümmerte sie jedoch wenig, denn sie sagte: "Das wird sowieso nicht beim Test vorkommen." 

Bei uns heißt dieses Phänomen "Bulimie-Lernen" 

Wissen kurzfristig in sich hineinzustopfen, es dann beim Test zu "entleeren" und sich anschließend an wenig bis nichts davon zu erinnern - dieses Phänomen nennt man "Bulimie-Lernen". Das einzige Ziel ist es, eine gute Note auf den Test zu schreiben. Ob das Wissen später im Leben angewandt werden kann, ist dabei egal.

Eine Umfrage des österreichischen Nachhilfeinstituts Lernquadrat aus dem Jahr 2016 unter mehr als 500 SchülerInnen zwischen 11 und 19 Jahren ergab, dass durchschnittlich jeder Fünfte den gesamten Lernstoff unmittelbar nach der Prüfung wieder vergisst.

"Ich bin wütend auf das Schulsystem. Und ich habe Angst um die Zukunft unseres Landes", schreibt Kevin Kruse in seinem wütenden Statement. Zum Schluss weist er noch darauf hin, dass seine Kinder ihre hohe emotionale Intelligenz, guten Führungsqualitäten und sozialen Fähigkeiten nicht aus der Schule haben - sondern durch die Familie, sportliche Aktivitäten und sogar Computerspiele erworben haben.

 

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