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Tanz-Karriere mit Beyonce: Diese Österreicherin tanzt mit Beyonce

von

Alicia Keys, Beyonce, Madonna & Co. Die Niederösterreicherin Lilly Leithner ist richtig gut im Business.

JobBarbara Haas(Wienerin)

Sie ist jung, ehrgeizig und hat das Talent zum Star. Lilly Leithner, geboren in Niederösterreich, raspelkurze Haare und Seite an Seite mit Stars wie Beyonce, Alicia Keys oder Madonna.

Die WIENERIN hat die sympathische Frau zum Interview gebeten und festgestellt, dass tanzen nicht nur Hochleistungssport ist, sondern man dabei auch aufpassen muss, nicht ausschließlich auf seinen Körper reduziert zu werden.

 

 

WIENERIN: Lilly, tanzen in LA, mit den Stars. Das klingt ein bisschen wie ein Disney-Traum, wie läuft ein durchschnittlicher Tag für dich?

Lilly Leithner: Ja, manchmal fühlt es sich für mich auch noch irreal an! Also ein durchschnittlicher Tag…da gibt es verschiedene Szenarien.

1. Mein Alltag wenn ich für einen Job gebucht bin

2. Ein “Busy Day” mit Auditions und Castings

3. Mein Alltag in einer “Slow Season” - wenn also berufstechnisch nichts zu tun ist !

Das ist auch etwas, das den Meisten nicht klar ist. Ein Tänzer zu sein, heißt sich jeden Tag aufs neue zu beweisen und um seinen Platz in der Szene zu kämpfen. Zum Beispiel: Viel Arbeit im Jänner muss nicht heißen, dass es im Februar genau so aussieht. Generell läutet mein Wecker um 8 Uhr morgens. Der erste Weg führt dann nach draußen zum täglichen Spaziergang mit meinem Hund. Danach ist es Zeit für ein Frühstück. Dann kommt es ganz darauf an, ob es sich um einen Arbeitstag oder einen "Day Off" handelt. Meistens dient mir der Vormittag um Erledigungen zu machen. Wäsche waschen, Einkaufen, zur Bank gehen, an guten Tagen einen Scheck von meiner Agentur abholen oder das Fitnessstudio besuchen.

Sollte es sich um einen Arbeitstag handeln, fängt dieser meistens auch erst am Nachmittag an. Ein Tag an dem ich eine Probe habe, geht normaler Weise von 14-23 Uhr. Das hängt jedoch immer vom jeweiligen Künstler ab. Die meisten Künstler sind Nachteulen. Manche Tage mögen zwar spät beginnen, sie enden aber auch dementsprechend spät (manchmal bis 2 Uhr morgens, Anm.). Die meisten Proben dauern 9 Stunden am Tag (8 Stunden + 1 Stunde Pause Anm.). Nach so einer Probe geht es dann nur ab nach Hause ins Bett. Sollte es sich um einen “Day Off” handeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich versuche meine Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Das heißt Fitnessstudio, Tanzstunden usw. Für mich gehört jedoch auch viel mentale Vorbereitung dazu. An den Tagen an denen nichts zu tun ist, schreibe ich gern in eines meiner vielen Notebooks und plane. Meine Ziele und Vorhaben für die Zukunft, wie ich sie erreichen kann und was ich dafür tun muss. Viele unterschätzen oder sind sich diesen Aspekten - das Planen und das Visualisieren - gar nicht erst bewusst. Für mich ist das die halbe Arbeit.

 

Wann hast du mal frei?

Nicht alles ist jedoch Arbeit. Ich genieße meine Zeit in LA auch gern mit meinen Freunden. Wir gehen wandern, fahren zum Strand, genießen gutes Essen oder Kochen auch selbst zusammen, besuchen Museen und kreieren und trainieren/tanzen gemeinsam. Auch Lesen und Meditation gehören zu meinem Alltag. Ich glaube fest daran, dass das Leben am besten funktioniert, wenn man es in Balance hält. Arbeit, Vergnügen, Fokus, Genuss, und alles was dazu gehört.

 

Du kommst aus Niederösterreich - wie hast du so eine Karriere geschafft? 

Durch harte Arbeit. Ich habe schon als kleines Kind getanzt. Meine Liebe und Leidenschaft dafür wuchs mit den Jahren immer mehr. Ich habe mir diesen Traum in den Kopf gesetzt und mich einfach dafür entschieden, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Naja, so "einfach" war es natürlich nicht. Nach der Matura habe ich mich entschlossen meinem Traum eine Chance zu geben und begann in Wien im BigsMile Place meine erste professionelle Tanzausbildung. Während dieses Jahres zog es mich für ein paar Wochen nach New York. Dort verliebte ich mich auf Anhieb in die Stadt und ihre Tanzszene. Ich wusste, sollte ich wirklich Tänzerin werden wollen, musste ich nach New York. Wieder in Österreich angekommen, beendete ich meine Ausbildung nach einem Jahr frühzeitig. Um Geld zusammenzusparen, ging ich ein paar Monate arbeiten und ehe ich mich versah, fand ich mich Anfang 2012, im Alter von 20 Jahren, in New York City am Broadway Dance Center wieder. Was sich jetzt so einfach anhört, war mit vielen Diskussionen und Argumenten mit meinen Eltern, viel Rechnerei und Planung verbunden.

 

Als ich meiner Mama das erst mal von meinem Vorhaben erzählte, dachte sie es sei ein Witz
Lilly Leithner

Als ich meiner Mama das erst mal von meinem Vorhaben erzählte, dachte sie es sei ein Witz. Dank meines starken Willens, meiner Überzeugung dass ich es schaffen würde und meinen Überredungskünsten, brachte ich letztendlich auch meine Eltern dazu, mich in meinem Vorhaben zu unterstützen. Dafür bin ich ihnen auch heute noch unendlich dankbar. Nur die wenigsten Eltern würden eine solche Idee ihres Kindes, welche sich zu dem Zeitpunkt wirklich verrückt angehört hat, unterstützen. Sie mussten wirklich viel Vertrauen in mich gehabt haben, was ich sehr schätze. Immerhin wussten sie damals noch immer nicht, was es eigentlich heißt, Tänzerin zu sein und wie man in diesem Beruf wirklich eine Karriere machen kann. In diesem Sinne nochmals: Danke!

Das Fake Friendships-Problem

 

Was war die schwerste Zeit in deinem Leben?

Die schwerste Zeit bisher, war als ich von New York nach Los Angeles zog. Ich hatte in New York so hart gearbeitet um mir einen Namen zu machen, dann kommt man nach LA und all das ist nichts mehr wert. In Los Angeles musste ich wieder bei Null anfangen. Vieles hängt davon ab, welche Leute man kennt. Wenn du neu in der Szene bist, ist es schwer einen Job zu finden. Viele Tänzer wissen wie man das “Spiel” spielt und schließen “Fake Friendships” mit Leuten von denen sie profitieren können. Es war nicht leicht für mich, zu sehen, dass das ein Weg ist um es als Tänzerin zu schaffen und erfolgreich zu sein. Ich hatte hart dafür gearbeitet, um es so weit zu schaffen und weigerte mich das aufzugeben um dieses “Spiel” zu spielen. Ich hatte einige schlaflose Nächte, in denen ich daran zweifelte, ob ich mich richtig entschieden habe und vergoss viele Tränen. Ich arbeitete noch härter weiter und eines Tages wurde ich dafür belohnt. Heute bin ich froh, diesem Gruppenzwang nicht nachgegeben zu haben. Ich bin mir treu geblieben und habe meinen eigenen Weg gefunden. Es war die bisher härteste Zeit, ich habe aber unglaublich viel dadurch gelernt und möchte diese Erfahrung auch nicht missen.

Es ist zwar ein Teil des Jobs, sexy zu sein und gut auszusehen, aber es ist nur ein Bruchteil von dem, was wir zu bieten haben.
Lilly Leithner

 Als Frau muss man immer doppelt so hart arbeiten, um gesehen zu werden. In deinem Business auch?

In meinem Business ist es weniger schwer als Frau gesehen zu werden, als für das Richtige gesehen zu werden. Als Tänzerin wird man oft auf sein Geschlecht und seine äußere Erscheinung reduziert. Es ist zwar ein Teil des Jobs, sexy zu sein und gut auszusehen, aber es ist nur ein Bruchteil von dem, was wir zu bieten haben. Um also gleichwertig den Männern gegenüber angesehen und respektiert zu werden, muss man noch härter arbeiten. Jungen Mädchen rate ich, “Know yourself & Know what you want”. Es ist wirklich wichtig zu wissen, wer man ist und wohin man will, um sich in dieser oft oberflächlichen Welt nicht vom Weg abbringen zu lassen. Folgt euren Träumen, bleibt euch selbst treu und vergesst nie warum ihr euch für diesen Weg entschieden habt. Das Leben wirft uns immer Hindernisse in den Weg. Auf diese Weise wird unser Wille getestet. Deshalb ist es wichtig, nicht den Fokus zu verlieren und immer sein Ziel vor Augen zu haben. Und eines der wichtigsten Dinge, lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht erreichen kannst, denn nur du selbst weiß, wozu du fähig bist.

#TBT when you get to do what you love for a living 🔮#Manifest #Life #GreatThingsAreComing

Ein von Lilly Leithner (@itslillylil) gepostetes Foto am

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