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Global Gender Gap Report : Peinlich: Österreich stürzt bei Gleichstellung weiter ab

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2015 war es noch Platz 37 im weltweiten Gleichstellungs-Vergleich. Heuer geht es für Österreich noch weiter bergab. Das ist nicht nur peinlich, sondern bedenklich.

JobArnika Zinke(Wienerin)

 

Dass es in Österreich in puncto Gleichstellung von Frauen und Männern nicht besonders gut steht, ist hinlänglich bekannt. Wie rückständig Österreich allerdings wirklich ist, zeigen nun aktuelle Zahlen des Global Gender Gap Reports, der gestern vom World Economic Forum veröffentlicht wurde.

Peinlicher Absturz Österreichs

Darin rutscht Österreich, das im Vorjahr schon am wenig rühmlichen 37. Platz rangierte, auf den 52. Platz ab. Selbst in Ländern wie Kasachstan (51), Bulgarien (41), Weißrussland (30) oder Ruanda (5!) steht es um die Gleichstellung teilweise deutlich besser als in der Alpenrepublik.

 

Zum Vergleich: Unsere Nachbarn Deutschland (Platz 13) und die Schweiz (Platz 11) sind im Gender Gap Report weit vor Österreich.

Wenig überraschend führen nordische Staaten wie Finnland, Norwegen oder Schweden die Liste an. Platz 1 geht dieses Jahr an unsere Freunde in Island.

Das gesamte Ranking gibt es hier.

 

Mehr lesen: Warum Frauen in Island ein besseres Leben haben

Über den Global Gender Gap Report

Die Studie des World Economic Forum untersucht jährlich die globale Situation in puncto Gleichstellung. Dieses Jahr wurden insgesamt 144 Länder nach einheitlichen Kriterien hinsichtlich der Geschlechterdisparität beurteilt. Im Index vertreten sind Bereiche wie Chancengleichheit, Gehälter, Zugang zu Führungspositionen, höherer Bildung oder politischen Entscheidungspositionen, sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gesundheit und Lebenserwartung.

 

Die diesjährige Studie geht davon aus, dass die Gleichstellung in den Bereichen Gesundheit und Bildung in zehn Jahren erreicht sein könnte.

Anders sieht es bei der wirtschaftlichen Gleichstellung von Frau und Mann aus. Hier würde es noch 170 Jahre dauern bis diese erreicht würde (im Vorjahr schätzten die Autoren die Zahl noch auf 118 Jahre). Grund dafür ist unter anderem die ungleiche Bezahlung von Mann und Frau (in Österreich beträgt der Gender Pay Gap 22,9 Prozent), sowie die unbezahlte Hausarbeit, die immer noch mehrheitlich von Frauen verrichtet wird.

 

Mehr lesen: 5 Gründe, warum Männer endlich mehr Hausarbeit machen sollten

 

Im Bereich "Politik" musste ebenfalls ein Rückschritt festgestellt werden. Bei der "politischen Beteiligung" liegt der Wert nur bei 23 Prozent (Gesundheit 96 Prozent) - der niedrigste Prozentsatz seit 2008.

Nicht verwunderlich, wenn man in österreichische Bundesländer wie Oberösterreich blickt, wo derzeit keine einzige Frau in der Landesregierung sitzt.

 

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