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Produktivität: Schwedische Unternehmen testen 6-Stunden-Arbeitstag

von

Wiedermal sind die Schweden uns einen Schritt voraus: der Sechs-Stunden-Arbeitstag soll die Produktivität steigern und MitarbeiterInnen glücklicher machen.

JobRed.(Wienerin)

Update: Das Testprojekt im schweidschen Göteborg wurde mittlerweile ausgewertet. Tatsächlich hätten sich die Mitarbeiter besser gefühlt, seien motivierter gewesen und auch seltener krank, berichtet Bloomberg. Trotzdem wird die Testphase nicht verlängert, auch von einer Ausweitung des Projektes wird abgesehen. Der Grund: Der zweijährige Testlauf sei viel zu teuer gewesen. Durch die reduzierte Tagesarbeitszeit mussten mehr Menschen eingestellt werden, schließlich sollten trotz verringerter Arbeitszeit keine Lohneinbußen für die Angestellten entstehen. Dadurch hat der Test Kosten von umgerechnet mehr als 1,2 Millionen Euro verursacht.

 

Ein Versuch einiger schwedischer Unternehmen, der Nachahmer finden könnte: Einige ArbeitgeberInnen in Schweden versuchen sich am 6-Stunden-Modell, berichtet das Magazin Science Alert. Das Ziel ist, dass die MitarbeiterInnen mehr Arbeit in weniger Zeit schaffen und dann auch mehr Energie für ihr Privatleben haben.

 

Der Autohersteller Toyota in Göteborg hat diesen Schritt bereits vor 13 Jahren gemacht und damit tolle Ergebnisse erzielt: die MitarbeiterInnen sind glücklicher, verlassen die Firma seltener und die Profite wurden auch gesteigert.

 

Mehr Zeit fürs Privatleben

 

Der App-Hersteller Filimundus in Stockholm hat das Modell letztes Jahr implementiert: "Der Acht-Stunden-Tag ist weniger effektiv als viele denken", so der Geschäftsführer Linus Feldt gegenüber Science Alert. "Um fokussiert auf seine Tätigkeit zu bleiben, sind acht Stunden viel zu lang. Und gleichzeitig haben die Menschen Schwierigkeiten, ihr Privatleben zu managen." In seiner Firma werden Sitzungen auf ein Minimum reduziert und andere Ablenkungen während des Tages eliminiert - das Ziel ist aber immer, die MitarbeiterInnen zu motivieren.

 

Sogar Krankenhäuser und Altenheime schließen sich jetzt dem 6-Stunden-Modell an. Ein Altersheim in Göteborg wechselte Anfang des Jahres zum Sechs-Stunden-Tag und evaluiert derzeit, ob sich mehr MitarbeiterInnen, aber dafür auch mehr Motivation und Freude an der Arbeit finanziell rechnen. Wir dürfen gespannt sein - weil überarbeitete MitarbeiterInnen, die immer mehr statt weniger Aufgaben bekommen, vielleicht doch nicht das Modell der Zukunft sind.

 

Kommentare

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18 Kommentare
Gast: Träumer
11.06.2016 18:36

Reformen

Die Arbeitswelt gehört generell reformt, aber solange Billiglohnländer für Unternehmen mehr Ertrag bringen, können wir von solchen Reformen wie 6-Stunden Tag eigentlich nur träumen. Die Idee wäre auf jeden Fall produktiv und motivierend! Wir hätten mehr Zeit für Kinder und Familie, Zeit für Weiterbildung und Zeit sowie Motivation etwas für unsere Gesundheit zu tun, was enorme Einsparungen im Gesundheitssystem brächte. Ob das die Pharmaindustrie erfreuen würde?
Heutzutage werden Veränderungen nur mehr im Sinne der Lobby gemacht, und die ÖVP spielt hier sicher nicht mit!

Gast: Kuja
01.12.2015 12:57

deutlich mehr Produktivität

Nachdem ich die ganzen Kommentare durchgelesen habe, ist mir nur einer aufgefallen, welcher die Pause angesprochen hat. Bsp. Schichtbetrieb - Wenn wir täglich nur 6h arbeiten, müssen wir keine Pause machen. 3 Pausen á 30 Minuten werden eingespart. Somit wird täglich 1,5h mehr gearbeitet, bei gleichzeitiger geringerer Last für den einzelnen Arbeitnehmer. Zudem kommt die Konzentration und die Motivation. Wen würde es nicht freuen nur die Zeit von 6-12 Uhr, anstatt von 6-14:30 auf der Arbeit zu verbringen? Wenn der Verdienst für den Arbeitnehmer der gleiche ist oder nur minimal gekürzt wird, fände ich das System sehr vorteilhaft.

Gast: Killram
24.11.2015 09:38

Pause

So können sich die Unternehmen auch die Pausenräume sparen. Denn, nach vier Stunden kann, nach sech Stunden muß eine pause gegeben werden. Und der Arbeitnehmer darf durchschuften.

Antworten Gast: Genervt von dem Rumgeheule
25.11.2015 22:30

Re: Pause

Aber immer erstmal nörgeln oder? Was für ein unglaublich geistreicher und die Diskussion weiterführender Kommentar. Ja, meiner ist es auch nicht, aber dieses standardmäßige Rumgeheule geht mir tierisch auf den Sack. Geh halt nicht arbeiten wenn du denkst, dass dein Arbeitgeber dich nur verarscht.

Gast: Schaumamal
24.11.2015 00:49

Und wer erklärt das den Kunden?

Sechs Stunden. Okay. Hat dann z.B. ein Dienstleistungsunternehmen in der Kreativbranche einfach am Nachmittag ab drei Uhr geschlossen? Oder kann man dort erst ab 11 Uhr anrufen und mit den BetreuerInnen oder GrafikerInnen reden? Oder ist das so gedacht, dass der arme Unternehmer nun die anderthalbfache MitarbeiterInnenzahl anstellen muss, damit die Kunden auch wirklich gut bedient werden? Sechs Stunden für weniger Gehalt? Dann werden qualifizierte Leute einfach lieber stempeln gehen als für zuwenig Kohle zu arbeiten. Toyota übrigens produziert bloss Autos in Schichten und eine App-Programmiererbude lagert eh nach Indien aus. Matte Ansage, das ganze.

Antworten Gast: Dr Himmel (P)immel
24.11.2015 13:31

Re: Und wer erklärt das den Kunden?

Wer lesen kann ist im Vorteil! wieso soll um 3 Uhr geschlossen werden? Haben Sie schon von fliessender Arbeitszeit gehört? Kann es sein dass sie allgemein Angst von Veränderungen haben?

Gast: Querdenker
23.11.2015 13:44

Guter Anfang :-)

Die 30h-Woche ist nur logische Konsequenz des 8-Stunden Tages, der blutig hart erkämpft wurde. Wenn es nach den Wirtschaftsparteien ginge, würden wir uns immer noch 12 Stunden langtotbuckeln.

Der 6 Stunden Tag bringt allen Vorteile.
Auch wenn es einigen den Schlaf rauben dürfte, das Menschen mehr Zeit haben "unproduktiv" zu sein. Wo kommen wir denn hin, wenn wir Anfangen unsere Zeit zu genießen, statt der Oberschicht zu opfern? ^^ Das Wachstum könnte stagnieren! Der eine oder andere könnte sogar noch Zeit zum nachdenken finden... ;-) Ganz gefährlich!

Mit etwas Umverteilung wäre es überhaupt kein Problem, die selben Löhne für weniger Arbeit zu Zahlen.

Mehr Jobs gäbe es auch automatisch.

Leistungswahn nur denen, die ihn wollen.


Gast: Heiga
25.10.2015 15:06

ist doch nichts neues

gibt es doch in ähnlicher Form in D auch schon!
Bei uns in der Firma als Vollzeitkraft je 7 Stunden an 5 Tagen = 35 Stunden/Woche und dann etliche Teilzeitmodelle, z.B. 5,5 Stunden/Tag also 27,5 Stunden/Woche. Oder 4 Stunden/Tag = 20 Stunden/Woche usw. Wo ist das Schwedenmodell denn neu und Vorreiter?

Antworten Gast: gott bist du doof xDD
26.11.2015 12:42

Re: ist doch nichts neues

der unterschied ist das du Lohn bekommst und wir hier von gehalt reden ;) ...
erst bilden, dann kommentieren :D

Gast: Papagen60
20.10.2015 19:23

So ein Schwachsinn

Und wahrscheinlich wollen sie für 25% weniger Arbeiten auch noch 25% mehr Gehalt.

Antworten Gast: Nineler
23.11.2015 19:46

Re: So ein Schwachsinn

Wäre schon geil!

Antworten Gast: gü
27.10.2015 21:37

Re: So ein Schwachsinn

Lesen können Sie aber schon?

Gast: Krischi
20.10.2015 16:47

Fortschritt? Seh' ich nicht!

Sorry, dass ich den allgemeinen Jubel nicht einstimmen mag, aber das heißt doch nichts anderes als noch mehr Druck für die Beschäftigten: "Das Ziel ist, dass die MitarbeiterInnen mehr Arbeit in weniger Zeit schaffen" !!!!!! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, also noch einmal: Weniger Zeit, aber mehr schaffen als vorher! Und das verkauft Ihr als einenFortschritt für die Frauen? Und das soll auch noch zu höherer Qualität führen? Und wie gleichen die so ausgebeuteten Frauen den Gehaltsverlust für die weniger gearbeiteten Stunden eigentlich aus? Vermutlich durch einen Zweitjob, und was bleibt dann von "mehr Zeit für Kinder, Familie, Freizeit"???

Antworten Gast: Andreas_M
24.11.2015 01:09

Re: Fortschritt? Seh' ich nicht!

Nein, es heißt entweder mehr Leute einstellen, oder aber die Ziele herunter schrauben.

Die finanziellen Einbussen sind aufgrund des progressiven Steuersatzes unterhalb einem Fünftel. Ausserdem hat jeder die Wahl zwischen mehr Familien- oder Freizeit, oder aber Aufbau einer Nebeneinkunft -> Stärkung der Kleinunternehmen.

Was soll daran schlecht sein?

Antworten Gast: gast567
23.11.2015 17:44

Re: Fortschritt? Seh' ich nicht!

Dort steht MitarbeiterInnen und nicht Mitarbeiterinnen. Es werden beide Geschlechter angesprochen.

Antworten Gast: G.
23.11.2015 11:34

Re: Fortschritt? Seh' ich nicht!

da wurde etwas falsch verstanden. Es ist ein psychologischer Effekt der auch mit Konzentration zusammenhängt: Wenn du weisst, dass du den ganzen Tag im Betrieb rumhängst, schlägt das bereits vor Beginn der Arbeit auf die Motivation. Durch diese Motivationsdämmung lässt die Arbeitsmoral deutlich nach und man ist weniger produktiv! umgekehrt ist es so wenn man weiss, dass man nach dem Feierabend noch fast den ganzen Nachmittag für sich hat, geht man freudig an die Arbeit und gibt sich Mühe: die Produktivität steigt! jetzt geht es aber auch nicht nur darum, dass man genau gleich viel in 6h wie vorher in 8h produziert, sondern dass man mehr Erholung hat und so weniger oft kündigt oder gar ein Burn-Out erleidet! dazu kommt die Frage zum Lohn, was da völlig absurd ist zu denken, man müsse einen Zweitjob annehmen. Wenn nämlich die Produktivität gesteigert wird durch Freude am Job, wird in weniger Zeit nicht gleich viel aber fast gleich viel produziert. Da aber die Ausfallrate und die Kündigungsrate kleiner wird spart man viel Geld mit der ständigen Einführung von neuen Mitarbeiter und kann für die Arbeit welche neu in 6h statt 8h (aber mit weniger Druck und Stress) geleistet wird mit dem gleichen Tageslohn entschädigen, was bedeutet, dass du immer noch gleich viel verdienst und keinen Zweitjob annehmen musst dafür aber mehr Freizeit hast um dich noch mehr zu erholen! Ganz einfach ;)

Antworten Gast: someone
23.11.2015 11:23

Re: Fortschritt? Seh' ich nicht!

Sinnerfassend lesen sollte man können. Hier geht es um Produktivität. Man leistet automatisch mehr wenn man ausgeruht und entspannt ist. Verbringe ich eben dadurch mehr Freizeit mit Freunden und Familie macht mich das glücklich. Stress wird auch abgebaut und dadurch wirst du produktiver

Gast: schnegge schmerzt
15.10.2015 20:32

macht hoffentlich bald schule

Ist eigentlich eh logisch nach kurzem nachdenken. Wie so oft, ist Qualität statt Quantität besser. Die Firmen behalten das ja nicht auch Nächstenliebe bei.

Chapeau, wer immer das als Vorreiter eruiert hat!!!!