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Weder „Muskelschwund“ noch „Geisteskrankheit“

Die größten Mythen über Multiple Sklerose und warum sie die Therapie erschweren können.  - WERBUNG -

Gesundheit(Wienerin)

Multiple Sklerose. Die Diagnose führt bei Betroffenen und ihren Angehörigen zunächst oft zu Ungewissheit, Verzweiflung und scheinbarer Aussichtslosigkeit. Viele Behauptungen und Gerüchte ranken sich um die Krankheit und ihre Behandlung. Nicht alle davon führen zu einer Verbesserung der Lebensqualität sondern locken die Patienten stattdessen auf den falschen Weg.
Wir räumen mit den gängigsten Mythen auf und geben Tipps für Patienten und ihre unmittelbare Umgebung.

Mythos: Jeder Tag wird von der Krankheit dominiert werden

Schon klar – die Diagnose ist zunächst ein Schock und vor allem die Ungewissheit über den weiteren Krankheitsverlauf lässt viele Patienten verzweifeln. Multiple Sklerose wird aber auch als „Krankheit mit den tausend Gesichtern“ bezeichnet, denn MS verläuft von Patient zu Patient unterschiedlich. Schübe tauchen unregelmäßig auf und können – mit der richtigen Therapie- oft gut behandelt werden.
Nicht das gesamte Leben muss von einem Moment auf den anderen komplett umgekrempelt werden. Der Gang zum Arzt, dem man voll vertrauen kann und der auf die Wünsche und Ängste des Patienten eingeht, steht zuerst am Programm. Verschiedene Therapiearten werden angeboten – jeder Betroffene sollte ausprobieren, auf welche er am besten anspricht.
Aber auch die schönen Seiten des Lebens auszukosten darf aber keinesfalls vergessen werden. Viele Betroffene können weiter einer geregelten Tätigkeit nachgehen und ein erfülltes Familienleben genießen. Mit Organisation, Einfühlungsvermögen und der richtigen Information lässt sich der Alltag auch mit MS meistern.

Mythos: Ich kann kein aktives Leben mehr führen

Viele Erkrankte fürchten nach der Diagnose, dass sie von nun an fast ausschließlich an ihr Haus gebunden sein werden und keiner sportlichen Tätigkeit mehr nachgehen können. Doch das Gegenteil ist der Fall: genau wie bei gesunden Menschen wirkt sich Sport auch bei MS-Erkrankten positiv auf das Wohlbefinden aus. Eine gute Kondition, bessere Koordination, mehr Kraft und seelische Ausgeglichenheit sind das Ergebnis.
Ob Ausdauer- oder Krafttraining, Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Yoga – wichtig ist vor allem, eine Sportart zu finden, die Spaß macht und einem gut tut. Ein Gespräch mit dem Arzt kann helfen herauszufinden, was am besten geeignet wäre. Wichtig: stets darauf zu achten, was dem Patienten und seinem Körper gut tut und die Vermeidung jeglicher Überanstrengung.

 

Klicktipp: ShareforMS! anlässlich des Welt-MS-Tages

Die ÖMSG (Öst. Multiple Sklerose Gesellschaft)  macht (mit Unterstützung von Roche) anlässlich des Welt-MS-Tages am 30. Mai auf die wichtigsten MS-Vorurteile aufmerksam und will sie dank tatkräftiger Mithilfe der Community aus der Welt schaffen.
Jetzt informieren und doppelt helfen! Wer via www.shareforMS.at Tatsachen statt Mythen auf facebook, twitter oder LinkedIn verbreitet, hilft mit, Menschen mit MS zu unterstützen und Roche Austria macht für jeden geteilten Beitrag ein Sümmchen locker. Pro Tag darf jeder User dreimal teilen - ab 30.05. eine Woche lang.

 

Mythos: Mein Familienalltag ist nicht mehr organisierbar

Erkrankt ein Familienmitglied an MS, kann das Auswirkungen auf das gesamte Zusammenleben haben. Viele Fragen tun sich plötzlich auf: Wer macht den Haushalt? Wer holt die Kinder ab? Wer kann uns entlasten? Darüber hinaus können auch körperliche oder kognitive Beeinträchtigungen hinzukommen – und natürlich die generelle Unsicherheit zum weiteren Krankheitsverlauf. Was tun?
Der Alltag muss oftmals neu organisiert und Aufgaben neu verteilt werden. Hierzu am besten so früh wie möglich Angehörige, Freunde oder Nachbarn miteinbeziehen, um ein größtmögliches Sicherheitsnetz für den Ernstfall zu spannen. Je besser man organisiert ist, desto einfacher ist es, sich auf herausfordernde Situationen vorzubereiten.
Neben Ärzten ist die Plattform www.stark-mit-ms.at eine kompetente Anlaufstelle für Infos und Beratung.

 

Photo by Mohammad Saifullah on Unsplash

 

Es gibt Wunderdiäten, die alles besser machen

Du bist, was du isst. Die Ernährung beeinflusst sowohl bei gesunden als auch bei kranken Menschen das allgemeine Wohlbefinden. Bei speziellen Ernährungsformen, die eine Hilfe bei der Ausprägung oder dem Fortschreiten von Multipler Sklerose anpreisen oder gar eine Heilung versprechen, ist allerdings Vorsicht geboten. Denn so schön es auch wäre, die Krankheit alleine durch die Ernährung zu bekämpfen - eine spezielle MS-Diät gibt es leider nicht! Aber: eine ausgewogene und somit gesunde Ernährung ist für jeden Menschen wichtig, vor allem für Menschen mit einer chronischen Erkrankung.
Manche Lebensmittel und vor allem einige Fettsäuren können allerdings MS-bedingte Entzündungsreaktionen beeinflussen – sowohl positiv als auch negativ.
Eine davon ist die Arachidonsäure, die vor allem in tierischen Fetten steckt. Wer weniger Eier, Wurst, Fleisch und Milchprodukte konsumiert, kann Entzündungen vorbeugen.
Generell sollten pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse die Hauptrolle auf unserem Speiseplan spielen. Denn sie sind reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, die das Immunsystem stärken und eine entzündungshemmende Wirkung haben können.
MS-Betroffene sollten auch bei der Ernährung nicht vorschnell handeln und ein Beratungsgespräch mit ihrem Arzt suchen. Auch der Erfahrungsaustausch mit weiteren Erkrankten und ihren Angehörigen kann hilfreich sein.