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Gastbeitrag: Warum ich lieber alleine zuhause bleibe, anstatt mich in Bars zu betrinken

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Ich bleibe am Wochenende eben gern zuhause, na und? Ein Kommentar über das Nicht-Mehr-Fortgehen und die Reaktionen darauf.

GesundheitPia Hofmann(Wienerin)

Der perfekte Samstagabend, Zeit für Eskalation? Von wegen. Ich mache mir einen Kräutertee, bereite Snacks vor – und schaue stundenlang Netflix-Serien. Und das ist absolut in Ordnung, zumindest für mich.

Geht es jedoch nach einigen Freunden von mir, bin ich schon längst im Pensionisten-Universum angekommen. Und klar: durchgetanzte Nächte kommen immer seltener vor, und immer öfter gehe ich vor allen anderen nachhause. Der einfache Grund: ich bin müde und versuche, stärker darauf zu achten, was mein Körper mir sagt. Und der sagt immer öfter: ruh dich aus. Nimm dir Zeit für dich selbst. Verwende deine Energie für sinnvollere Dinge als schlecht gelaunt in einer Bar zu sitzen, weil es dir keinen Spaß macht.

 

"Du bist so spießig geworden"

 

Das heißt nicht, dass Fortgehen ein Ding der Vergangenheit ist. Es heißt nur, dass ich nur dann ausgehe, wenn ich mich gerade danach fühle. Wenn mein Körper aber nach Badewanne oder Bett schreit, dann bleibt es auch dabei. Und daran ist nichts verwerflich. Und mit jedem "Du bist schon so spießig geworden" fühle ich mich eigentlich nur mehr darin bestärkt, dass ich Recht habe. "Nein" zu sagen - auch zu FreundInnen, die unbedingt ausgehen wollen - ist zwar schwierig, aber vollkommen okay. Und wenn man es dann einmal geschafft hat, auf sich zu hören, ist man erleichtert. Denn ich bin am Ende nicht diejenige, die am nächsten Tag über Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen jammert. 

 

Versteht mich nicht falsch: ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Spaß daran haben (und vielmehr auch die Energie), das ganze Wochenende durchzufeiern. Ich habe sie nur nicht mehr. Nicht nur das: ich merke auch, dass ich Alkohol und die Folgen davon immer schlechter vertrage. Die Zeit rennt mir ohnehin davon, und je weniger meiner kostbaren Freizeit ich verkatert und miserabel im Bett verbringe, desto besser.

 

Natürlich: manchmal braucht man es einfach, das Gefühl, sich auszutoben, zu tanzen, zu lachen. Doch immer öfter passiert mir das zuhause, wenn ich meine eigene Musik aufdrehe, wenn ich mich wohlfühle und meine liebsten Menschen um mich herum habe. 

 

Sich sinnlos zu betrinken, ist für mich keine "Quality Time" (mehr)

 

Das mag jetzt spießiger klingen, als es ist, aber wenn wir uns ehrlich sind, bestehen Fortgehnächte viel zu oft aus nervigen und mühsamen Begegnungen. Soziale Situationen und Menschenmengen sind nämlich nicht für alle Menschen ein riesiger Spaß - für viele sind sie Stress pur. Gerade wenn man sich selbst gerade nicht gut fühlt. Da ist es doch schöner, es sich mit ein paar FreundInnen zuhause gemütlich zu machen, als zum zehnten Mal bei lauter Musik jemanden betrunken anzuschreien, er möge doch seine Hand auf seinem eigenen Hintern platzieren. Denn das ist sicherlich keine „Quality Time“ – weder für einen selbst noch für die anderen.

 

Kurzum: lasst Menschen doch einfach zuhause bleiben, wenn sie das möchten. Zeit mit sich alleine zu verbringen, ist enorm wichtig. Und kann genauso befriedigend sein wie eine durchgefeierte Nacht. Nur eben anders. 

 

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