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Kaiserschnitt: Weniger Inkontinenz, mehr Fehlgeburten: Die Langzeitfolgen des Kaiserschnitts

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Weltweit nimmt die Zahl der Kaiserschnitte zu. Der Eingriff hat Vor- und Nachteile für Mütter und Babys. Die Langzeitfolgen haben Wissenschafterinnen nun in einer Studie untersucht.

Weniger Inkontinenz, mehr Fehlgeburten: Die Langzeitfolgen des Kaiserschnitts

Gesundheitred.(Wienerin)

Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt auf die Welt. Medizinisch begründet ist nur ein Teil davon, oft werden Kaiserschnitte auf Wunsch der Mutter durchgeführt. Das könnte auch daran liegen, dass Frauen nicht ausreichend über die Folgen des Eingriffs aufgeklärt werden. In einer Studie aus Großbritannien untersuchten Wissenschafterinnen nun die physischen Langzeitfolgen von Kaiserschnitten im Vergleich zu vaginalen Geburten.

Die unmittelbaren Risiken eines Kaiserschnitts, wie Infektionen oder eine Thrombose, seien zumindest in der westlichen Welt minimal und die Frauen werden darüber auch informiert. Mit den Langzeitfolgen sieht es anders aus. Weder gibt es genügend Studien zu dem Thema, noch werde es mit den Frauen diskutiert. Die Forscherinnen haben nun die Daten von fast 30 Millionen ausgewertet. Sie wollen Frauen eine begründete Entscheidungsgrundlage für die Art der Entbindung liefern.

Die Langzeitfolgen eines Kaiserschnitts 

Mütter, die einen Kaiserschnitt hatten, haben demnach auf lange Sicht ein geringeres Risiko einer Harninkontinenz und eines Beckenvorfalls, also dem Absenken verschiedener Bauchorgane durch die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur nach der Geburt.

Bei weiteren Schwangerschaften haben Frauen nach einem Kaiserschnitt allerdings ein leicht erhöhtes Risiko einer Fehl- oder Totgeburt. Außerdem kommt es eher zu Problemen rund um die Plazenta, wie einer Fehllage oder ein vorzeitiges Ablösen.

Langzeitfolgen für Kaiserschnittbabys

Kinder, die mittels Kaiserschnitt zur Welt kamen, haben bis zum Alter von zwölf Jahren ein erhöhtes Risiko an Asthma zu erkranken, bis zum Alter von fünf Jahren ein erhöhtes Risiko, starkes Übergewicht zu entwickeln.

Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Kaiserschnitt

Treten bei der Geburt Komplikationen auf oder besteht ein hohes Risiko für Mutter und Kind, entscheiden sich Ärzte meist für einen Kaiserschnitt. Oft sind Eingriffe medizinisch nicht notwendig, werden aber auf Wunsch der Frau durchgeführt. Für Krankenhäuser sind Kaiserschnitte jedenfalls besser planbar als Spontangeburten.

Die Studienautorinnen wollen mit ihren Ergebnissen jedenfalls keine Wertung abgeben. Vielmehr sollen die gewonnen Informationen Frauen helfen, sich für eine Art der Entbindung zu entscheiden und eine individuelle und angemessene Planung der Geburt ermöglichen.

Die Zahl der Kaiserschnitte nimmt weltweit zu. In Westeuropa war beinahe jede vierte Geburt ein Kaiserschnitt, in Nordamerika sind es fast ein Drittel der Geburten. Spitzenreiter ist Südamerika, wo mit einer Rate von 41% fast jedes zweite Kind per Kaiserschnitt zu Welt kommt. Österreich liegt im Mittelfeld: Jedes dritte Kind ist ein Kaiserschnittbaby.

 

 

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