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Vertraute Verdauung: Warum wir am liebsten daheim aufs Klo gehen

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Auf öffentliche Toiletten sowieso nicht, im Büro nur in absoluten Notfällen und im Urlaub oft Tage lang nicht: Das mit dem geregelten Stuhlgang funktioniert für viele nur Daheim. Das passiert nicht ohne Grund.

Warum wir daheim gleich mal kacken müssen

Gesundheitred.(Wienerin)

Als im ersten Teil der Teenie-Komödie American Pie der nerdige Finch die Mittagspause stets für einen Spazier- und anschließenden Stuhlgang in den eigenen vier Wänden nutzte, traf das mitten in die Lebensrealität der KinobesucherInnen. "Heimscheißer" sind wir wohl alle ein bisschen. Natürlich funktioniert dieser Spleen einer Filmfigur nachhaltig so gut, weil er nachvollziehbar ist - und wissenschaftlich erklärbar.

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Es ist ein seltsames Phänomen: Man kehr nach dem Urlaub oder einem Businesstrip wieder nach Hause zurück und verspürt fast sofort den Drang, auf die Toilette zu gehen. "Sich nach einer Reise zu 'erleichtern' ist meiner Meinung nach ein Pawloscher Reflex: Zuhause anzukommen gibt ein Gefühl der Sicherheit, es signalisiert, dass es der richtige Ort ist, um auf die Toilette zu gehen", erklärt Nick Haslam, Professor für Psychologie an der University of Melbourne im Magazin The Atlantic. "Wenn es während der Abwesenheit irgendeine Form der Hemmung oder Zurückhaltung gab, kommt diese entspannende Reaktion, wenn man nach Hause kommt."

Kommen wir heim, nehmen wir mit all unseren Sinnen bekannte Signale auf. Wir sehen, riechen und hören Dinge, die uns vertraut sind. Das beruhigt uns, psychisch wie physisch. Der Körper ist nicht mehr in Alarmbereitschaft, wir entspannen uns - und unser Verdauungstrakt genauso. Das gilt nicht nur für das Ankommen nach längerer Abwesenheit, manche erleben diese körperliche Reaktion auch im Alltag.

Wir sind auf unsere bevorzugte Toilette eingestellt

In unseren Heimen sind wir gewissermaßen auf Entleerung konditioniert. "Jeder hat eine Menge Erfahrung darin, auf der bevorzugten Toilette zu urinieren oder den Darm zu entleeren," sagt Haslam. "Man setzt die Toilette mit dem Akt der Entleerung gleich. Es reicht schon aus, in der Nähe des Klos zu sein, um den Entspannungsreflex zu aktivieren. Diese Entspannung hebt die Hemmung, das "Zurückzuhalten", solange man in unbekannten Gefilden ist, auf."

Zuhause ist es halt doch am schönsten.

 

Außerhalb der eigenen vier Wände ist alles kompliziert. Außer in Berlin!

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