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Sizeism: Wenn Ärzte Bodyshaming betreiben, kann das richtig ungesund sein

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Übergewichtige Menschen gehen oft nicht gern zum Arzt – dort werden sie gewogen und oft wegen ihrer Körper gemaßregelt. Warum das schlecht für die Gesundheit ist, hat eine neue Studie untersucht.

Fatshaming durch Ärzte ist schlecht für die Gesundheit

Gesundheitred.(Wienerin)

Arztpraxen sollten ein Ort der Sicherheit sein. Die ganze Skala des Unwohlseins – vom Wehwehchen bis zu ernsthaften Schmerzen oder Sorgen – kann man nur mit jemanden teilen, dem man zumindest grundlegend vertraut. Da sind wir uns einig. Aber was, wenn der Arzt oder die Ärztin einen ganz offen wegen des Körpergewichts verurteilt?

 

„Respektlose Behandlung und medizinisches Fatshaming, im Versuch, Menschen zu einer Veränderung ihres Verhaltens zu motivieren, ist stressig und kann dazu führen, dass Patienten den Arztbesuch hinausschieben oder vermeiden, mit Ärzten und Pflegepersonal zu interagieren,“ beginnt die neue Studie des Connecticut College Department of Psychology.

 

 

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So wird Sizeism (also die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Körpergewichts und ihrer Figur) zum Gesundheitsrisiko. Die Studienautorinnen Dr. Joan Chrisler und Angela Barney konnten nachweisen, dass die offen herablassende Beurteilung des Körpergewichtes von Patienten negative Effekte auf deren Gesundheit haben kann. Das liegt hauptsächlich am Vertrauensverlust, Übergewichtige werden aber auch generell als ungesund eingestuft, dadurch treten Fehldiagnosen und in Folge Behandlungsfehler auf. Ärzte würden übergewichtigen Patienten wiederholt zu einer Gewichtsabnahme raten, schlankeren Personen aber eine Bandbreite an Behandlungen empfehlen.

 

Bei der Präsentation der Studienergebnisse verurteilt Dr. Chrisler Fat Shaming durch den Arzt: „Aufgrund des Gewichts unterschiedliche Behandlungsmethoden zu empfehlen ist unethisch und ein Behandlungsfehler.“ Sie fordert einen respektvollen Umgang mit Patienten aller Körperformen und -größen.

 

WomensHealth weist in einem Artikel auf weitere Gefahrenquellen hin. Weil Übergewichtige häufig pauschal als ungesund gelten, werden sie selten in medizinische Studien aufgenommen. Das schließt nicht nur eine breite Masse der Bevölkerung aus der wichtigen medizinischen Forschung aus, sondern verzerrt auch die Ergebnisse. Wegen unzureichender Forschung mit übergewichtigen Probanden, wird in weiterer Folge die Medikation übergewichtiger Patienten oft falsch dosiert. WomensHealth berichtet von Studien, die belegen, dass „übergewichtige Patienten nicht genügend Chemotherapie oder Antibiotika erhalten“ oder „bis zu 1,65 mal häufiger an nicht-diagnostizierten Krankheitszuständen leiden“.

 

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