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Menstruation: In Schottland bekommen Frauen mit niedrigem Einkommen jetzt kostenlos Tampons und Binden

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Schottland könnte bald das erste Land der Welt werden, das Frauen gratis Zugang zu Hygieneprodukten verschafft. Ein Pilotprojekt ist der erste Schritt dazu.

Gratis Hygieneartikel für schottische Frauen

Gesundheitred(Wienerin)

In Österreich wurde erst heuer ein bisschen über Gerechtigkeit der Besteuerung von Tampons, Binden und anderen Damenhygieneartikeln diskutiert. Schottland ist da viel weiter. Die schottische Regierung startet ein sechsmonatiges Pilotprojekt gegen „Menstruations-Armut“. Frauen und Mädchen mit geringem Haushaltseinkommen bekommen gratis Tampons und Binden. Die schottische Zeitung The Scotsman spricht von einem weltweit einzigartigem Projekt.

 

Kostenlose Hygieneprodukte für Frauen in Aberdeen

Das Projekt konzentriert sich auf die schottische Stadt Aberdeen. Nach Abschluss möchte die Regierung die Resultate nutzen um eine „sensible und würdevolle Lösung zu entwickeln, die Frauen und Mädchen einen einfachen Zugang zu Hygieneartikeln garantiert.“ Drei Mittelschulen, eine Hochschule und mehrere Wohltätigkeitsorganisationen in Aberdeen werden finanzielle Mittel für Hygieneprodukte bekommen und diese an die Frauen und Mädchen verteilen.

 

 

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Vor allem Frauen aus ärmeren Schichten haben oft Probleme, jeden Monat genug Geld für Hygieneartikel aufzutreiben. In der Vergangenheit haben mehrere Lehrergewerkschaften berichtet, dass Schülerinnen und Studentinnen dem Unterricht fernbleiben, weil sie ihre Periode haben, sich aber keine Tampons oder Binden leisten können.

 

Viele Frauen können sich keine Hygieneartikel leisten

Dave Simmers von der Wohltätigkeitsorganisation Community Food Iniatives North East CFINE hat 10.000 britische Pfund von der Regierung erhalten, damit können 1.000 Frauen für den Projektzeitraum von sechs Monaten versorgt werden. „Wir sind uns dieses Problems seit vielen Jahren bewusst, die Frauen erzählen uns davon bei unseren Essensausgaben. Es ist offensichtlich, dass die Kosten der Monatshygieneprodukte bestenfalls hoch und für viele Frauen schlicht unbezahlbar sind.“

 

Für Frauen und Mädchen hat das weitreichende Folgen. Dr. Marsha Scott von der Wohltätigkeitsorganisation Scottish Woman's Aid sagt: „Der Zugang zu Tampons und Binden ist ein Menschenrecht und es ist stark eingeschränkt durch Armut, Stigma und Missbrauch. Wir begrüßen das Pilotprojekt und hoffen, dass wir dadurch Strategien entwickeln können, die das Stigma der Menstruation beseitigen können. Stigma und Armut sind zwei mächtige Werkzeuge, die häusliche Gewalttäter nutzen, um Frauen zu kontrollieren und isolieren.“

 

Gratis Tampons für alle!

Labour Abgeordnete im schottischen Parlament und Gleichberechtigungssprecherin Monica Lenon hat derweil einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der allen Frauen gratis Zugang zu Hygieneartikeln garantieren soll:

 

 

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„Das Pilotprojekt ist ein willkommener Schritt in die richtige Richtung, aber wir müssen noch viel weitergehen und den Frauen und Mädchen, für die der Zugang zu Hygieneartikeln jedes Monat ein Kampf ist, zu helfen. Wir müssen die Menstruationsarmut beenden und den Zugang zu Hygieneprodukten überall in Schottland verbessern. In meinem Gesetzesentwurf geht es darum, allen schottischen Frauen gratis Hygieneartikel zu verschaffen, egal wieviel sie verdienen!“

Ihr Gesetzesentwurf wird gerade begutachtet.

 

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