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Abtreibung: Frauen in Arkansas müssen einen Mann um Erlaubnis bitten, wenn sie eine Abtreibung brauchen

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Im US-amerikanischen Bundesstaat Arkansas wurde ein Gesetz verabschiedet, dass bei Abtreibungen das Einverständnis des Mannes fordert. So beraubt man Frauen auf heimtückische Weise ihres körperlichen Selbstbestimmungsrechtes.

Frauen brauchen bald die Erlaubnis des Mannes, wenn sie abtreiben wollen

Gesundheitred(Wienerin)

Arkansas liegt im Süden der USA. Neben Texas, Tennessee und Louisiana, mitten im amerikanischen Bible Belt. Dort, wo man eher religiös, eher konservativer Republikaner und eher Abtreibungsgegner ist. Als solcher ist einem daran gelegen, Frauen den legalen Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch so schwer wie möglich zu machen. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident sorgen immer restriktivere Abtreibungsgesetze dafür.

 

Der Zugang zu Schwangerschaftsabbruch in Arkansas ist alles andere als leicht

 

Frauen in Arkansas müssen eine staatliche Beratungsstelle aufsuchen und dann mindestens 48 Stunden warten, bevor die Abtreibung durchgeführt werden darf. Erst Anfang des Jahres wurde außerdem ein Gesetz erlassen, dass die häufigste Methode für Abtreibungen nach der 14. Schwangerschaftswoche verbietet und Ehemännern die Möglichkeit einräumt, den behandelnden Arzt auf Unterlassung zu klagen. All diese Hürden sind anscheinend noch nicht demütigend genug. Eine weitere Gesetzesnovelle soll die Situation zusätzlich verschärfen.

 

Wie man Abtreibungen verbieten kann, ohne es so zu nennen

 

Ein Bundesgesetz aus 2009, der Arkansas Final Disposition Act, regelt den Umgang mit den Überresten Verstorbener. Nach dem Tod einer Person müssen sich die Familienmitglieder einigen, was mit dem Körper des Verstorbenen passieren soll.

 

Der neue Gesetzeszusatz H.B. 1566 schließt abgetriebene Föten in das Gesetz ein. Die schwangere Frau und der Mann, dessen Samen ihre Eizelle befruchtet hat, müssen sich also einigen, was mit dem Embryo passieren soll. In weiterer Folge bedeutet das, dass die Frau oder ihr Arzt dem Mann jedenfalls mitteilen muss, dass sie eine Abtreibung vornehmen lassen möchte. Der Mann hat dann theoretisch die Möglichkeit, die Abtreibung mittels einer gerichtlichen Anordnung zu verhindern.

 

 

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In seiner jetzigen Form trifft das Gesetz auch Frauen, die vergewaltigt wurden oder sich in einer gewalttätigen Partnerschaft befinden. Frauen unter 18 müssen ihre Eltern oder Vormund in die Entscheidung miteinbeziehen.

 

Pro-Choice-Organisationen fechten Anti-Abtreibungsgesetze in Arkansas an

 

Gesetze wie dieses sind ein Hintertürchen für Gesetzgeber, um Anti-Abtreibungsgesetze zu forcieren, ohne es so nennen zu müssen. „Die Befürworter des Gesetzes sagen, es ginge um gesetzliche Regelungen zum Umgang mit Embryonalgewebe. Die offensichtliche Intention ist natürlich, zusätzliche Barrieren zwischen Frauen und ihren Ärzten zu schaffen,“ sagte ein Vertreter der Non Profit Organization NARAL Pro-Choice der Huffington Post. „Manche Politiker versuchen, den Zugang zu Abtreibungen durch solche hinterlistigen Beschränkungen zu erschweren. Natürlich ist das Endziel, legale Abtreibungen unmöglich zu machen, mit allen verfügbaren Mitteln.“

 

Das Gesetz soll Ende des Monats in Kraft treten. Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union ACLU hat bereits einen Rechtsstreit angekündigt, in enger Zusammenarbeit mit anderen Pro-Choice Organisationen. Das Gerichtsverfahrens könnte die Gesetzesnovelle zunächst jedenfalls aussetzen, bis es zu einer Gerichtseinscheidung kommt. Im Statement gibt sich die ACLU kämpferisch:

 

 

 

„Jeden Tag kämpfen Frauen in Arkansas und überall in den Vereinigten Staaten darum, die medizinische Versorgung zu bekommen, die sie brauchen, während Gesetzgeber Kliniken schließen und Abtreibungen unzugänglich machen. Wir werden uns gegen Politiker auflehnen, die versuchen, Frauen zu beschämen, zu bestrafen oder zu belasten und ihnen den Zugang zu medizinischer Versorgung zu verwehren.“

 

 

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