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Studie: Intimrasur ist hygienisch? Falsch gedacht!

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Die meisten Frauen geben an, sich aus hygienischen Gründen die Schamhaare zu entfernen. Das ist Unfug, sagt jedoch die Wissenschaft.

GesundheitRed.(Wienerin)

"Untenrum" glatt rasiert zu sein, ist definitiv ein Schönheitsideal, dem sich die wenigsten Frauen entziehen können oder wollen. Auch wenn es immer mehr Frauen gibt, die sich dafür entscheiden, die Haare wachsen zu lassen (wie zum Beispiel Emma Watson), gibt es weiterhin auch eine überwältigende Mehrheit von Frauen, die sich ihre natürliche Körperbehaarung wegrasieren, weg-"waxen" oder weglasern lassen. 

Wie viele es wirklich sind, zeigt eine repräsentative Studie im Fachmagazin JAMA Dermatology. 62 Prozent der Amerikanerinnen haben sich demnach mindestens schon einmal die Schambehaarung komplett entfernt, 84 Prozent gaben an, sich die Schamhaare zumindest teilweise zu entfernen.

Im deutschsprachigen Raum sieht die Situation ähnlich aus: 88 Prozent der Frauen in Deutschland enthaaren sich untenrum. Zu diesem Ergebnis kam 2008 eine Studie der Universität Leipzig.

Ist die Intimrasur wirklich hygienischer?

Als Grund gaben die meisten Frauen an: Die Haarentfernung sei für sie hygienischer als sich die Haare wachsen zu lassen. 

Genau diese Wahrnehmung macht den ForscherInnen Sorgen. "Viele Frauen denken, dass sie schmutzig und unrein sind, wenn sie ihre Schambehaarung nicht entfernen", sagt Studienautor Dr. Tami S. Rowen gegenüber der New York Times. Besorgniserregend sei auch, dass es meist sehr junge Frauen sind, die sich ihre Schamhaare entfernen. GynäkologInnen berichten in der New York Times davon, dass bereits 13-Jährige ihre Schamhaare komplett wegrasieren. Der Grund seien einfach die Schönheitsideale, die den jungen Frauen täglich in den Medien und im Bekanntenkreis begegnen. 

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Auch Elmar Brähler von der Uni Leipzig schrieb in der Studie: "Erstmals entwickelt sich eine allgemeingültige - für weite Schichten der Bevölkerung - verbindliche Intimästhetik. Eine bis dato primär zur Privatsphäre zählende Körperregion - die Schamregion - unterliegt fortan einem Gestaltungsimperativ."

Wer sich nicht rasiert, ist eine Ausnahme

Schamhaarentfernung ist schon so üblich, dass es als normal gilt. Was jedoch oft vergessen wird: Unsere Schamhaare haben eine wichtige Funktion für unsere Gesundheit. Sie haben eine isolierende Wirkung und bieten Schutz vor Schmutz, Flüssigkeiten und Bakterien, die in die Scheide eindringen könnten. Durch die Rasur bedingte Pickel, Rötungen, Verletzungen, Infektionen sowie Sonnen-, Hitze- und Kälteschäden im Schambereich sind nämlich nicht besonders hygienisch, und gefährlich für die Gesundheit.

Eine Studie des wissenschaftlichen Journals "Sexually Transmitted Infections" hat außerdem herausgefunden, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Aufkommen sexuell übertragbarer Krankheiten und der Frequenz der Intimrasur gibt. Jede Form der Haarentfernung konnte mit einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten verbunden werden. Je öfter und intensiver die Haare entfernt wurden, desto höher war auch das Risiko. Gerade Krankheiten, die durch Hautkontakt übertragen werden können, wie Herpes oder HPV, traten dann öfter auf. 

Was also auch immer der Grund für Schamhaarentfernung sein mag: aus hygienischen Gründen sollte frau es jedenfalls nicht tun.  

 


 

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