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Studie: Der Grund, warum manche Frauen starke PMS-Symptome haben und andere nicht

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Nein, es hat nichts mit Einbildung zu tun.

GesundheitRed.(Wienerin)

Starke Bauchkrämpfe, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Depressionen und vieles mehr - das sind nur einige Symptome, die Frauen in den "Tagen vor den Tagen" erleben können. Rund 75 Prozent aller Frauen erleben PMS-Symptome im Laufe ihres Lebens - wenige davon besonders starke. 

 

Die Prämenstruelle dysphorische Störung oder PMDD ist eine mehr extreme oder schwere Form des PMS, die ungefähr 2 bis 5 Prozent aller Frauen betrifft. Die Symptome sind denen des PMS ähnlich - aber in so einem schlimmen Ausmaß, dass die betroffenen Frauen alltäglichen Aktivitäten kaum noch nachgehen können.

Ist PMS bloß Einbildung? 


Trotzdem argumentieren noch immer einige damit, dass PMDD nicht real ist - sondern etwas, das die Frauen sich einbilden. Die Psychologin Joan Chrisler sagte zum Beispiel 2002 in einem Interview: "PMS und PMDD sind kulturell bedingte Syndrome." Sie, und andere, argumentieren damit, dass PMS & Co. soziale Konstrukte sind, damit sich Frauen dysfunktional fühlen. 

 

Eine neue Studie des National Health Institute sorgt jetzt aber endlich für Klarheit - und kommt zum Schluss: PMDD ist im genetischen Code festgelegt und daher keine Einbildung. Dabei folgten die ForscherInnen vor allem der Tatsache, dass PMS zu 56 Prozent erblich ist. "PMDD basiert auf einer Funktionsstörung der Zellreaktion auf Östrogen und Progesteron", erklärt der Studien-Co-Autor Peter Schmidt gegenüber "Science Daily".

"Ein großer Moment für die Frauengesundheit"


Das sei laut Schmidt ein großer Moment für die Frauengesundheit, weil wir jetzt wissen, "dass das molekulare System von Frauen mit PMDD anders auf Sexualhormone reagiert - und nicht nur emotionale Verhaltensweisen betroffen sind." Durch die Untersuchung weißer Blutkörperchen kam die Studie zum Ergebnis, dass bestimmte genetische Codes dafür verantwortlich sind, dass manche Frauen empfindlicher sind als andere.

 

"Zum ersten Mal haben wir jetzt Beweise für das abweichende Signalisieren in Zellen von Frauen mit PMDD gefunden, und damit eine plausible biologische Ursache für ihre ungewöhnliche Verhaltensempfindlichkeit auf Östrogen und Progesteron", erklärt Schmidt.

 

Die ForscherInnen hoffen, dass ihre Ergebnisse den Weg zu mehr und besseren Behandlungsformen von PMDD ebnen werden. Die einzigen derzeit erhältlichen Behandlungsmethoden sind Antidepressiva, um die psychologischen Symptome zu behandeln, und Hormontherapien, um Hormone im Körper zu stabilisieren. Beide Therapieformen sind aber auch mit vielen Nebenwirkungen verbunden.

 

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