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Intimbereich : So züchten wir uns Pilze und Vaginosen selber in der Scheide

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Wir bringen Licht ins Dunkel des Intimbereichs: So gehört unser Schmuckkästchen gepflegt und gewaschen.

GesundheitRed. (Wienerin)

Die Scheide ist einer unserer emfpindlichsten Körperteile - aber wie sollen wir sie eigentlich genau waschen? Wurde uns das je beigebracht? In Anbetracht von möglichen Scheidenpilzen und bakterieller Vaginose, an denen manche Frauen sehr regelmäßig leiden, ist ein gesundes Waschritual sehr wichtig.

 

Woher kommen überhaupt Pilze oder Vaginosen?

Wieso plagen sich viele von uns so oft mit vaginalen Infekten? "Häufig liegt es an übertriebener Intimpflege", hat die Gynäkologin Doris Linsberger der WIENERIN gesund erklärt. Sich untenrum sauber zu fühlen, ist für viele Frauen ganz wichtig. Doch viele Frauen tun sich dabei oft zu viel des Guten: "Mit falscher Hygiene ruinieren sie  sich den natürlich sauren ph-Wert der Scheide - denn Seife und Duschgels machen ihn alkalisch. Intimsprays und Scheidenspülungen tun ein Übriges." Dadurch sterben Milchsäure bildende Bakterien (Laktobazillen) ab, die das Scheidenmilieu vor unerwünschten Schädlingen schützen. Oft glauben wir also, uns die Infektionen irgendwo anders - zum Beispiel im Schwimmbad - zu holen, und tatsächlich züchten wir sie selbst.

 

Wasser reicht vollkommen aus

Wie soll man den Intimbereich denn nun idealerweise pflegen? Eigentlich reicht Wasser aus. Sollte das für das subjektive Sauberkeitsgefühl nicht ausreichen, empfiehlt die Expertin Waschgels mit Milchsäure oder Aloe Vera beziehungsweise Milchsäureschaum. Der hilft laut Doris Linsberger auch, Hautinfektionen durch Intimrasur zu verhindern.

Ein weiterer großer Punkt, der Pilze oder Vaginosen auslösen kann, sind Medikamente. Bei der Einnahme von Antibiotika empfiehlt Doris Linsberger deswegen gleichzeitig Vaginalkapseln Laktobazillen- oder Vitamin C-Basis einzuführen. Das kann man auch prophylaktisch machen, um das Vaginalmilieu anzusäuern.

 

Die Scheide reinigt sich ganz gut selber

Die Scheide kann sich also ganz gut selber reinigen, und auch regelmäßiger Ausfluss ist normal. Oft glauben Frauen sie müssen etwas dagegen unternehmen, dabei ist es Teil des Reinigungsprozesses der Vagina. Wenn die Scheide hingegen juckt und weißer, bröckeliger Ausfluss zu sehen ist, hat man warhscheinlich einen Pilz. Wenn der Ausfluss gelblich, bräunlich oder grünlich gefärbt ist und unangenehm riecht, liegt wahrscheinlich eine bakterielle Infektion vor.

 

Keine Scham vor dem Intimbereich

Die Fachärztin plädiert für einen grundlegend anderen Umgang mit dem Intimbereich: "In meiner Praxis muss ich leider immer wieder erfahren, dass vielen Frauen praktisch vor sich selbst graust - daher wird auf Teufel komm raus gewaschen und parfümiert. Dabei gehört die Scheidengegend genauso zu uns wie der restliche Körper, also sollten wir sie genauso liebevoll behandeln." Diesen Rat nehmen wir uns gerne zu Herzen!

 

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