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Vero: Verlassen jetzt alle Influencer wegen der "Vero"-App Instagram?

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Alle wollen nur noch weg von Instagram und Vero soll die Lösung sein? Wir haben uns genauer angesehen, was die neue App wirklich kann.

JetztArnika Zinke(Wienerin)

"Vero" ("Wahrheit") ist das Wort der Stunde, wenn man derzeit auf Instagram unterwegs ist. Alle Blogger, Influencer und Medien reden über die neue Social Media App, die Instagram in Zukunft ersetzen soll. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Wir haben uns "das neue Social Media" einmal genauer angesehen und herausgefunden, warum es überhaupt "ein neues Instagram" braucht. 

Instagram 2.0 - aber wozu?

In den letzten Monaten stieg die Unzufriedenheit der NutzerInnen auf Instagram stetig an. Grund dafür war vielfach der "böse" Algorithmus, der die Reichweiten zahlreicher BloggerInnen ordentlich nach unten drückte (wir haben berichtet). Denn statt chronologischer Anzeige der Postings entscheidet seit neuestem Engagement und Reichweite darüber, ob man überhaupt noch im Feed der FollowerInnen und Fans erscheint - oder in den Instagram'schen Versenkung verschwindet.

 

Genau in diese Kerbe möchte nun "Vero" schlagen: Postings sollen chronologisch angezeigt werden, jeder ist in der App gleichberechtigt - Postings sind nicht "mehr wert", wenn man dafür zahlt oder eine besonders große Menge an Followern hat. Vero verspricht, dass das auch in Zukunft so bleibt. "Wir kuratieren nicht, wir manipulieren nicht, wir fügen keine Werbung ein", heißt es im "Vero"-Manifest. 

Vero Press

 Vero Press

 

Vielen Instagram-NutzerInnen gefällt dieses Konzept. Davon abgesehen können auf "Vero" nicht nur Bilder und Videos, sondern auch Buch- und Filmtipps und sogar Links geteilt werden (ein weiteres Feature, das sich Instagram-NutzerInnen lange vergeblich von der App wünschten).

Weiterer Plus-Punkt der App: Vor dem Posten lassen sich die Privatsphäre-Einstellungen jedes Postings individuell und mit einem Klick einstellen - das gab es auch bei Instagram nicht. Die App selbst möchte damit die NutzerInnen wieder motivieren mehr zu teilen - und verspricht keine Daten (zB für WerbekundInnen) zu speichern. "Wenn du Kontrolle darüber hast, wer was sehen kann, kannst du dich viel natürlicher verhalten", glaubt "Vero". 

wienerin.at testet "Vero"

"Vero" wurde in den letzten Stunden derart oft heruntergeladen, dass man derzeit mit großen Kapazitätsproblemen zu kämpfen hat: Viele User berichten, Schwierigkeiten bei der Anmeldung oder beim Hochladen der Bilder zu haben. Kurz: Die App kommt mit dem Verarbeiten der Datenmassen zur Zeit einfach nicht klar.

Auch die wienerin.at-Redaktion hat die App bereits getestet (folgt uns auf VERO unter "WIENERIN Magazin") und hat ähnliche Fehler festgestellt: Hochladen von Inhalten und das Navigieren durch die App ist aufgrund der Datenüberlastung - zumindest derzeit - schwierig. 

Wenn die App auf Dauer Erfolg haben will, sollten diese Probleme schnell in den Griff bekommen werden, sonst kann es schnell passieren, dass sich die NutzerInnen so schnell wieder abmelden, wie sie gekommen sind. 

Hat "Vero" Potenzial?

Interessant ist, dass die App erst in den letzten Stunden ihren großen Hype erlebte - denn eigentlich gibt es "Vero" bereits seit Sommer 2015 und war bisher eher nur ein Special Interest Tool für "Early Adopter". Das könnte ein Grund sein, warum man mit dem riesigen Ansturm an NutzerInnen in den letzten Stunden wohl nicht gerechnet hat. Dabei ist dieser gewisserweise sogar hausgemacht: "Vero" hatte angekündigt nur den ersten 1 Mio. Downloads die App kostenlos zur Verfügung zu stellen - ab dann sollte sie, so hieß es zumindest, kostenpflichtig werden und von einem Abo-Modell abgelöst werden. Die Idee: "Wir machen unsere Nutzer zu unserer Kunden, nicht die Werbetreibenden".

 

Ob das neue "echte" Social Media tatsächlich das Potenzial besitzt, Instagram vom Markt zu verdrängen, ist zur Zeit fraglich. Der große Ansturm ist jedenfalls ein Zeichen für die Facebook-Tochter, dass man an der jetzigen Strategie etwas ändern muss, wenn man die BloggerInnen, InfluencerInnen oder FotografInnen nicht nachhaltig verärgern - oder schlimmer - verlieren möchte. Wie man sieht, hält die Loyalität dieser nämlich nur so lange an, bis etwas Neues kommt.  

 

 

 

 

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