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Missbrauch im Sport: Schröcksnadel findet, Missbrauchsvorwürfe "belasten ÖSV-Damen"

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ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel äußerte sich zu den Missbrauchsvorwürfen gegen gegen Ex-ÖSV-Damen-Trainer Karl "Charly" Kahr.

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Jetztred.(Wienerin)

In der "Süddeutschen Zeitung" erhoben zwei ehemalige Skirennläuferinnen vergangene Woche schwere Vorwürfe gegen den Ex-ÖSV-Trainer Karl "Charly" Kahr. Dem 85-Jährigen, der von 1966 bis 1970 die ÖSV-Rennläuferinnen trainierte, werden sexuelle Nötigung und Vergewaltigung vorgeworfen. 

In einer eidesstattlichen Erklärung berichtet etwa eine der Ex-Sportlerinnen: "Ich habe schon geschlafen, da ist Kahr auf einmal ins dunkle Zimmer gekommen und hat mich vergewaltigt. Ich habe ihn erst bemerkt, als er schon auf mir lag. Er war ganz sicher nicht betrunken. Ich hätte mich wehren sollen. Aber das traust du dich in dem Moment nicht. Er war mein Trainer, du hast zu ihm aufgeschaut als 16-jähriges Mädchen. (...) Er hat auch nichts gesagt, es hat sich alles im Dunkeln abgespielt. Ich hatte zum Glück keine Verletzungen. Aber ich habe die ganze Nacht geweint." 

 

Auch Toni Sailer wird erwähnt

 

Eine zweite berichtet, Kahr habe sie ihn sein Hotelzimmer gezerrt, mit den Worten "Heut' kommst du dran!". "Neben ihm war noch ein Bett, da lag der Toni Sailer drin, relativ besoffen, zwei leere Whiskeyflaschen neben ihm. (... ) Ich glaube, Sailer hatte den Oberkörper frei, er hat auf jeden Fall gegrinst. (...) Kahr hat mich am rechten Handgelenk festgehalten, er hat mir fast die Hand gebrochen. Irgendwie habe ich Kahr von mir runtergewälzt und mich losgerissen, ich hatte ja Gott sei Dank etwas Kraft", wird die Frau zitiert.

 

Jetzt äußerte sich der ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zur Causa Kahr - und findet im ORF-Olympiastudio folgende Worte: die Vorwürfe seien zwar "bedenklich", er wolle sich aber nicht an "Verschwörungstheorien" beteiligen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist laut Schröcksnadel ebenso "bedenklich". 

 

Schröcksnadel rät den Olympia-Damen "nichts zu lesen"

 

Schröcksnadel weiter: "Das belastet sicherlich die Damenmannschaft." Er hatte auch einen Rat für das Team in Pyeongchang: "Das Einzige, was man tun kann, ist einfach nichts lesen. Sie sind 10.000 Kilometer weg von zu Hause, die können sich völlig befreien von der Geschichte, sie haben damit ja nichts zu tun."

 

"50 Jahre später so etwas aufzukochen, finde ich merkwürdig. Aber wie gesagt, ich hoffe, dass die Klasnic-Kommission alles aufarbeitet", so Schröcksnadel weiter. Schröcksnadel forderte jedoch: "Aber die Beweise müssen auf den Tisch. Es muss restlos aufgeklärt werden." Die Konsequenzen für den ÖSV klingen jedoch eher zurückhaltend: "Sollte es sich herausstellen, dass es so ist, werden wir uns sicher entschuldigen müssen, auch heute für damals."

 

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