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#metoo: Schauspielerinnen erheben Belästigungsvorwürfe gegen James Franco

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In der Nacht der "Golden Globe"-Verleihung gab er sich noch als großer Fürsprecher der Frauenrechte. Vermeintliche Opfer sexueller Übergriffe reagierten daraufhin empört.

Schauspielerinnen erheben Belästigungsvorwürfe gegen James Franco

Jetztred.(Wienerin)

Nur Stunden nachdem James Franco sich bei den "Golden Globes" mit Opfern sexueller Belästigung solidarisierte, sieht sich der Schauspieler selbst mit Belästigungsvorwürfen gegen seine Person konfrontiert.

 

Auf Twitter sprachen zwei Frauen öffentlich über die vermeintlichen Vorfälle, nachdem sie Franco mit dem Pin "Time's Up" auf dem "Golden Globe"-Red Carpet gesehen haben - ein Zeichen seiner Unterstützung der Bewegung, die es Frauen ermöglichen soll, finanzielle Unterstützung für Rechtshilfe in Fällen sexueller Belästigung zu bekommen.

Die Frauen warfen ihm vor, sich mit einer Bewegung zu solidarisieren, die genau jene Dinge bekämpft, die er ihnen angetan habe.

Frauen berichten von Belästigung und Ausbeutung

Als erste meldete sich Violet Paley, eine Schauspielerin, auf Twitter zu Wort und schrieb:

"Süßer 'Time's Up' Pin, James Franco. Kannst du dich noch erinnern, wie du meinen Kopf in deinem Auto zu deinem entblößten Penis nach unten gedrückt hast oder das eine Mal, wo du meine Freundin gebeten hast, zu dir ins Hotel zu kommen, sobald sie 17 ist [im Staat New York ist man mit 17 Jahren mündig, Anm. d. Red.]?"

Die Schauspielerin erklärte, dass sie lange Zeit geschwiegen hatte, da sie mit Franco in einer einvernehmlichen Beziehung gelebt hatte. In einem weiteren Tweet spricht sie davon, von mehreren Frauen zu wissen, die Ähnliches erlebt hätten und "dass noch mehr kommen würde". 

 

Es dauerte nur wenige Stunden, bis sich ein weiteres vermeintliches Opfer meldete. Sarah Tither-Kaplan, ebenfalls TV- und Film-Schauspielerin, erklärte, Franco hätte ihr lediglich $100 täglich gezahlt, um Akt-Szenen für seine Filme zu drehen. Ein Betrag, der in ihren Augen ausbeuterisch und respektlos sei. 

"Ich bin von mächtigen Menschen in diesem Beruf abhängig, da ich ohne sie nicht den Zugang zu diesen Chancen habe", erklärte sie. Sie könne es sich nicht leisten, "einfach Jobs abzulehnen". Wenn mächtige Menschen sich dazu entschieden, "ihre Macht zu missbrauchen", weil sie Arbeit braucht, wäre das nicht ihr Fehler, "sondern der Fehler des Missbrauchenden", fügte Tither-Kaplan hinzu. 

Franco reagiert 

James Franco hat mittlerweile auf die Vorwürfe reagiert. In einem Interview in der Late-Night-Show mit Stephen Colbert gab er an, die Anschuldigungen seien zwar "nicht akkurat widergegeben", er würde aber alle Menschen "unterstützen, die sich nun äußerten und ihre Stimme erhoben". Eine Stimme, die sie, so der Schauspieler weiter, "so lange nicht hatten".

 

 

"Ich will nicht, du weißt schon, sie in irgendeiner Weise ruhig stellen. Ich glaube, es ist eine gute Sache und ich unterstütze es", erklärte Franco gegenüber Colbert. 

 

Es ist einer der wenige Fälle seit Beginn der #metoo-Debatte, bei dem der Beschuldigte nicht mit einem sofortigen Dementi auf die Vorwürfe reagierte. Trotzdem stellte auch Franco die Frauen als unglaubwürdig hin.

 

Auf Twitter bestätigte Paley, Franco hätte sich bei ihr und "einigen anderen Mädchen" am Telefon "vor Wochen" gemeldet und sich für die Vorfälle "halbherzig" entschuldigt. Er bot in dem Gespräch an, seine Gage für den Film "The Disaster Artist" (er erhielt dafür Sonntagnacht den "Golden Globe") an RAINN zu spenden. Das Netzwerk gilt als größte amerikanische Organisation gegen sexuelle Gewalt. Paley lehnte dies ab, hofft aber, dass das Geld zumindest anderen Gewaltopfern zu Gute kommt.

 

Grandios: Sarkastische Antworten auf sexuelle Belästigung

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