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Arm Vagina: "Arm-Vaginen" sind anscheinend das Schlimmste, was eine Frau haben kann

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Man kann kaum im Auge behalten, welche Körperteile einer Frau wie vom absurden Idealbild abweichen. Am schlimmsten ist angeblich aber die "Arm Vagina".

Hollywoods Frauen fürchten die &quot;Arm-Vagina&quot;

Jetztred.(Wienerin)

Jennifer Lawrence erleuchtete uns 2014 mit einem herablassenden Wort für das Stückchen Haut, mit mehr oder weniger Fettgewebe unterlegt, das sich bildet, wenn ein durchschnittlicher Arm an einen durchschnittlichen Körper gelegt wird: die Arm-Vagina.

 

Am Red Carpet der SAG Awards sagt Lawrence in gewohnt nonchalanter Cool-Girl-Manier zu einer Journalistin: "Ich weiß, ich hab Achselfett, aber das ist okay!", nur um kurz darauf zu erklären: "Es sind Arm-Vaginen, es ist furchtbar."

 


Und das Grauen scheint nachhaltig. In einem aktuellen Artikel der britischen Tageszeitung The Times spricht die Stylistin Rebecca Corbin-Murray unter anderem über die Unsicherheiten ihrer KundInnen - wunderschöne, erfolgreiche Frauen wie Emma Watson, Lily James und ehemals auch Sophie Turner: "Manchmal sind es die seltsamsten Körperstellen. Sie sagen Dinge wie 'Ich hab dieses furchtbare blabla' und man denkt sich 'Wovon redest du eigentlich?' Und immer wieder werden die Arm-Vaginen erwähnt." Die Journalistin fragt sich, ob die Achsel jetzt das neueste Körperteil ist, über das sich auch normale Frauen sorgen müssen. In der Schönheitschirurgie ist die Entfernung des "unästhetischen" Stückchen Haut längst angekommen.

 

>>hier nachlesen: Jetzt müssen sich Frauen offenbar auch ihr "Achselfett" entfernen lassen

 

Und wie das Muffin Top (Hüftspeck, der sich seitlich über dem Hosenbund wölbt), die Fledermausarme (Haut, die bei gehobenen Arm vom Oberarm runterhängt) oder der cankle (ein dicker Knöchel) sind auch Arm-Vaginen nur ein weiterer idiotischer Weg, Frauenkörper zu bewerten und bei Abweichung vom gesellschaftlichen Schönheitsideal herunterzumachen.

Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, unterwerfen sich immer absurderen Schönheitsidealen, um nicht öffentlich an den Pranger gestellt zu werden - und üben gleichzeitig in ihrer Vorbildfunktion einen Einfluss auf alle anderen Frauen aus. "Dieses Zeug ist infektiös, und es hört auf, eine alberne Sache zu sein, wenn die Hälfte der britischen Teenagermädchen sagen, dass sie unzufrieden mit ihrem Aussehen sind und eine niedrigere, aber immer noch herzzerreißende Anzahl es für nötig empfindet, zu hungern und ihren Körper zu bestrafen, weil sie ihn als abstoßend empfinden", schreibt die britische Kolumnistin Gaby Hinsliff im The Guardian.

 

Nicht Frauenkörper sind hässlich, das System ist hässlich

 

Auch in Wien empfinden sich laut Wiener Gleichstellungsmonitor 38% der unter- und normalgewichtigen Mädchen als zu dick. Es ist an der Zeit, dass wir uns als Gesellschaft nicht mehr darauf konzentrieren, was an Frauen- und Mädchenkörpern, berühmt oder nicht, "hässlich" ist. Wie Hinsliff treffend schreibt: "Die einzig wahre Hässlichkeit ist tief verankert in einer Industrie, deren Normen zu weiblicher Schönheit vor langer Zeit entgleist sind."

 

So tritt die Stadt Wien gegen Essstörungen auf: 

 

 

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