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#MeToo: Warum sexuelle Belästigung kein Schwerverbrechen sein muss, um zu verletzen

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Eine britische Moderatorin erklärt einer rein männlichen Diskussionsrunde, warum sie sexuelle Belästigung ernst nehmen müssen.

Warum sexuelle Belästigung kein Schwerverbrechen sein muss um zu verletzen

Jetztred.(Wienerin)

Was der Fall Weinstein und die von Alyssa Milano gestartete #metoo-Kampagne losgelöst haben, wird noch lange nachwirken. Fälle sexueller Belästigung und die Erfahrungen der Frauen, die sie erlebt haben, dominieren die Schlagzeilen und sorgen weltweit für Konsequenzen. In Großbritannien ist etwa der Verteidigungsminister Sir Michael Fallon letzte Woche zurückgetreten. Er habe sich in der Vergangenheit nicht an die Standards gehalten, die von ihm verlangt würden. Unter anderem hat er 2002 einer Journalistin bei einem Dinner wiederholt ans Knie gefasst. Auch der ehemalige Arbeitsminister Ivan Lewis hat sich für sein Verhalten gegenüber seiner Kolleginnen entschuldigt.

 

In der letzten Ausgabe der satirischen Diskussionssendung "Have I Got News For You" des öffentlich-rechtlichen Senders BBC waren die Skandale in der britischen Politik Thema. Die Diskussionsrunde dazu war, bis auf die Moderatorin und Komödiantin Jo Brand, rein männlich. Ian Hislop, häufig Gast in der Sendung, merkte an, dass manche der Vorwürfe "keine Schwerverbrechen wären, wenn man sie mit Putin oder Trump vergleiche."

 

"Es zermürbt dich."

Jo Brand ließ diesen Vergleich nicht gelten und warf ein: "Als einzige Repräsentantin des weiblichen Geschlechts hier, möchte ich anmerken, dass es sich [bei sexueller Belästigung] nicht um Schwerverbrechen handelt, aber es muss kein Schwerverbrechen sein, damit sich Frauen wie in einem Belagerungszustand fühlen, etwa im Unterhaus des Parlaments."

 

"Für Frauen ist es so, dass wenn man ständig belästigt wird, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, summiert es sich und es zermürbt einen."

Das Publikum applaudierte Brand für ihre Aussage. Hislop reflektiert daraufhin richtig: "Als vier Kerle, die hier rumsitzen, sind wir wohl kaum in der Position zu sagen 'Das ist Blödsinn'."

 

Nina Prolls kontroverse Ansichten zur #metoo-Debatte:

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