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Fail: "Thug Life Austria" macht sich nach Verkehrsunfall über Polizistinnen lustig

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"Wenn Frauen Auto fahren". Die "Spaß"-Seite findet den Verkehrsunfall einer Polizeistreife lustig, die Polizei Wien versteht den Spaß aber nicht ganz.

Jetztred.(Wienerin)

Die Facebook-Seite "Thug Life Austria" macht dieser Tage mit einem besonders sexistischen Posting auf sich aufmerksam und zieht damit sogar den Groll der Wiener Polizei auf sich.

Die Seite postete am Sonntag ein Foto auf Facebook, das zwei Polizistinnen zeigt, die nach einem Verkehrsunfall mit ihrem Polizeiwagen vor dem verunfallten Wagen stehen.

Frauen und Autofahren: Ha-Ha

Darüber steht: "Dea [sic!] Moment wenn Frauen autofahren", in den Kommentaren fordern die Betreiber die NutzerInnen auf, jemanden zu markieren "dea ned Autofoahrn kaunn" [sic!] [sic!] [sic!]. 

 

 

In den Kommentaren überschlagen sich die Nutzer mit sexistischen Untergriffen gegenüber den Polizistinnen. Respekt gegenüber den Polizeibeamtinnen? Fehlanzeige.

Stattdessen finden sich Postings wie:

"Wenn die deppate Lampe samt dem Mistkübel drauf ohne Warnung auf die Straße hüpft."

"Ihr seit echt unfair 😡 nur weils Frauen sind , jeden hätte das passieren können , was können die Frauen dafür das , das Schild vors Auto springt"

"hier wird zu unrecht verurteilt, der mistkübel wurde erfolgreich an der flucht gehindert nachdem ein unbekannter mann ein auffälliges zerknülltes sackerl zugesteckt hat. Sehr aufmerksam meine damen, sehr aufmerksam"  

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"Blondinenwitze nach Verkehrsunfall!- Geht's noch?" 

Die Wiener Polizei reagierte prompt und verurteilte die Kommentare und das Posting aufs Schärfste: 

"Blondinenwitze nach Verkehrsunfall!- Geht's noch? (...) Unsere Kolleginnen und Kollegen riskieren tagtäglich sehr viel für das Wohl anderer Menschen. Wir sind offen für Kritik und sachlichen Diskurs, wenn jedoch Kolleginnen, so wie am Sonntag geschehen, selbst in einen Verkehrsunfall verwickelt sind und anschließend auf Facebook, Twitter und sogar in einigen Tageszeitungen, mit teilweise sexistischem Unterton, an den Pranger gestellt werden, finden wir das einfach nur unfair und absolut deplatziert."

Seitens der Polizei Wien wünscht man sich in der Zukunft einen zivilisierteren Diskurs von den NutzerInnen auf Facebook: "Bevor das nächste Mal (un)beherzt in die Tasten geklopft wird, einfach mal darüber nachdenken, dass auch hinter unseren Uniformen Menschen stecken".

 

 

Für ihre schnelle und klare Stellungnahme wurde die Polizei anschließend in den sozialen Medien gelobt.

Auch aus dem Nachbarland, von den Kollegen der "GdP Oberbayern Süd", gibt es in den Kommentaren Lob: "Recht habt's Kollegen, genau so ist's!". Die bayrische Polizei bewies in den letzten Monaten immer wieder, wie man die sozialen Medien professionell nutzen kann. So wurde während des Terroranschlags in München auf Twitter in Echtzeit informiert und Falschaussagen entlarvt. 

 

Das Problem besteht aber weiterhin: Besonders auf "Spaß"-Seiten wie "Thug Life Austria" oder "Bleib Geschmeidig" kommt es immer wieder zu sexistischen Äußerungen seitens der Betreiber bzw. in den Kommentaren darunter. Darauf angesprochen, zeigen sich die Poster meist wenig einsichtig, es sei "doch nur Spaß". Ob die überwiegend junge Folgschaft dieser Seiten den "Spaßfaktor" wirklich entlarven kann, sei allerdings dahingestellt.

 

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