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Lehrerinnenkolumne: 7 Gründe, warum man im Konferenzzimmer nicht arbeiten kann

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Platz ist in der kleinsten Hütte. Sagt man. Das gilt allerdings nicht für Konferenzzimmer, erzählen die Lehrerinnenfreundinnen von WIENERIN-Kolumnistin Ursula Neubauer.

7 Gründe, warum man im Konferenzzimmer nicht arbeiten kann

JetztUrsula Neubauer(Wienerin)

"Ja, aber warum korrigierst du nicht gleich alles in der Schule und machst deine Vorbereitungen da?", fragt eine Bekannte eine meiner Lehrerinnenfreundinnen, als wir vor kurzem zusammensaßen. Und die wär daraufhin fast ausgezuckt. Ist rot angelaufen. Und musste ein paarmal durchatmen, bevor sie antworten konnte. Huch, Reizthema erwischt. Daraufhin hat sie sieben Gründe auf, warum das Korrigieren und Unterrichtvorbereiten in der Schule leider nicht funktionieren:

 

7 Gründe, warum man im Konferenzzimmer nicht arbeiten kann

 

1. "Also erstens, weil ich im Konferenzzimmer am Tisch einen ca. 50 Zentimeter breiten Platz zur Verfügung habe. Da geht es sich einfach nicht aus, zu arbeiten. Wenn ich Glück habe, kann ich meine Heftstapel von all den Klassen ablegen, wie man da ein Heft aufschlagen soll und korrigieren können soll, ist mir ein Rätsel.

 

2. Zweitens teile ich mir diesen Mini-Platz auch noch mit einer anderen Kollegin, weil es nicht genug Plätze für alle Lehrer gibt. D.h. ich kann mich dort gar nicht breit machen, weil sie ihre Bücher und Hefte auch ablegen muss.

 

3. Drittens kann ich auch sonst nirgendwohin ausweichen, weil die kleine Bibliothek oder das Eltern-Besprechungszimmer immer besetzt sind.

 

4. Viertens gibt es keine "Lochstunde", in der nicht irgendetwas ist, ich noch Kopien für die kommende Stunde machen muss, von den SchülerInnen jemand was will, von den Eltern jemand was will oder von den KollegInnen jemand was will. Und dann muss ich froh sein, dass ich es in einer Freistunde auch noch auf die Toilette schaffe. So lange dauern 50 Minuten dann eben auch wieder nicht.

 

5. Fünftens krieg ich sämtliche Ellenbogen und Schultaschen in den Rücken gerammt, wenn ich wirklich mal an diesem Platz sitze. Denn dahinter ist es so eng, dass man nicht einmal richtig durchgehen kann.

 

6. Sechstens müsste ich dann hunderte Mappen und Bücher, die ich zur Unterrichtsvorbereitung verwende, ständig mitschleppen - und eigentlich reichen mir die schweren Heft- und Bücherstapel, die ich wirklich IM Unterricht brauche. Platz, die irgendwo in der Schule zu verstauen, ist nämlich keiner.

 

7. Siebentens gibt es in der Schule grade mal zwei uralte Computer im Konferenzzimmer, die wir nutzen können. Die sind langsam und so gut wie immer besetzt. Und handgeschriebene Arbeitsblätter kommen grad nicht mehr so gut an bei meinen SchülerInnen.

Noch Fragen?"

 

 

 

Hey, Frau Fessa!

WIENERIN-Autorin Ursula Neubauer hat selbst mal unterrichtet. Aber nur kurz. Der Lehrberuf war nix für sie. Das Thema Schule begleitet sie aber nach wie vor dank vieler Lehrerinnenfreundinnen. In dieser Kolumne schreibt sie über Erlebnisse zwischen Lehrer- und Nichtlehrermenschen und den ganz normalen Schulwahn(sinn).

Zu allen Beiträgen der "Hey, Frau Fessa"-Kolumne.

 

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