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Sexismus: Twitter hat drei verschiedene Antworten für dasselbe Dick Pic

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Bei der weibliche Brustwarze sind sich die sozialen Medien einig: Pfui, Pornographie! Unerwünschte Penisfotos sind anscheinend ein schwierigerer Fall für Twitter.

Twitter hat drei verschiedene Antworten für das selbe Dick Pic

Jetztred.(Wienerin)

Das Penisfoto, gemeinhin als Dick Pic bekannt, ist eine der seltsameren Konsequenzen der Digitalisierung. Männer verschicken über das Internet ungefragt Fotos ihres Genitals an meist fremde Frauen. Warum? Man weiß es nicht so genau. Vermutlich ist es irgendwas zwischen idiotischer Machtdemonstration, hilflos-animalischem Werben und dem Kampf für das Weiterbestehen der Vergewaltigungskultur. Für die meisten Frauen ist es aber einfach nur unangenehm - vor allem, weil die sozialen Medien beim Verbieten des weiblichen Nippels zwar ganz groß sind, die Dick Pic-Flut aber eher nachlässig behandeln, wie der Fall von Maura Quint zeigt.

 

Grandios: Sarkastische Antworten auf sexuelle Belästigung

Alle 6 Bilder anzeigen »

 

Die Journalistin bekam das gleiche Dick Pic gleich dreimal, von drei verschiedenen Twitter-Accounts. Die Accounts haben das gleiche Profilfoto, wahrscheinlich gehören sie dem selben Mann. Quint meldet alle drei. 

Twitter antwortet auf jede der drei Meldungen mit drei verschiedenen Ergebnissen: Einmal wurde der betreffende Account gesperrt, da er die Nutzungsregeln verletze. Die zweite Antwort fand wiederum keinen Verstoß und die dritte bedankte sich lediglich für die Meldung und versprach, die Sache zu überprüfen.

Twitter beweist Willkür bei Reaktionen auf Dick Pics

Viele UserInnen sehen darin bestätigt, dass Twitters Meldesystem mit automatischen Bots funktioniert. Das Problem: Bots können schwer erkennen, dass unerwünschte Dick Pics nichts anderes als sexuelle Belästigung sind. Für eine künstliche Intelligenz ist der Unterschied zwischen gewolltem Sexting und unerwünschter Belästigung kaum nachvollziehbar.

Andere UserInnen meinen, dass die verschiedenen Antworten eher darauf hindeuten, dass echte Menschen die Anfragen beantworten und eben individuelle Ansichten hätten, wann sexuelle Belästigung beginnen würde. Die Mitarbeiter beziehen sich aber jedenfalls auf die gleichen Richtlinien, ein zu großer Interpretationsspielraum und Willkür sind hier wohl kaum im Sinne der NutzerInnen.

Sind Urheberrechtsverletzungen schlimmer als sexuelle Belästigung?

Twitter wäre natürlich nicht Twitter, gäbe es von der Community nicht auch noch nützliche Tipps. Mehrere UserInnen meinen, Quint hätte wohl mehr Erfolg, wenn sie die Beschwerde auf das Urheberrecht beziehen würde. Twitter würde Copyright-Verletzungen strenger ahnden und immerhin sei es unwahrscheinlich, dass alle drei Accounts ein Nutzungsrecht auf das selbe Dick Pic hätten.


Die wichtigste Frage der Diskussion bleibt aber: Wie würde Twitter mit diesen Problemen umgehen, wäre es von einer Frau gegründet worden?

 

Die sozialen Medien sind jedenfalls in der Verantwortung, eine sichere Atmosphäre für Frauen zu schaffen und brauchen ein einheitliches und verlässliches System um Belästigern Einhalt zu gebieten. Twitter, du musst dich mehr anstrengen.

 

Auch viele unsere Leserinnen wurden schon Opfer sexueller Belästigungen...

 

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