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Periode im Büro: Eine Frau wurde wegen ihrer Periode entlassen - und verklagt jetzt den Arbeitgeber

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Der Uterus ist kein Uhrwerk. Kaum eine Frau bekommt ihre Periode regelmäßig alle 28 Tage zur vollen Stunde. Ja, man kann schon mal auf der Arbeit von der Menstruation überrascht werden und ja, das ist unangenehm. Eine Amerikanerin wurde aber wegen eines Periodenblutfleckes entlassen. Jetzt verklagt sie ihren Arbeitgeber.

Frau wurde wegen eines Periodenblutfleckes gekündigt

Jetztred.(Wienerin)

An einem Arbeitstag bekam die US-Amerikanerin Alisha Coleman überraschend ihre Periode. Ihr Arbeitgeber, das Bobby Dodd Institut, hat die Telefonistin deshalb nach zwölf gemeinsamen Jahren entlassen. Jetzt verklagt sie das Unternehmen wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz mit Hilfe der American Civil Liberties Union.

 

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"Eine Frau zu feuern, weil sie ihre Periode am Arbeitsplatz hat, ist widerlich und eine Beleidigung für jede arbeitende Frau. Eine starke Menstruation ist etwas, das fast jede Frau einmal erlebt, besonders, wenn sie sich der Menopause annähern - und Alisha wurde deswegen beschämt, erniedrigt und entlassen. Das ist falsch und illegal. Wir wehren uns," verkündet Andrea Young von der ACLU Georgia in einem Statement.

 

Kündigungsgrund: Periodenblutfleck auf Bürostuhl

 

Coleman hatte in 2015 und 2016 mehrere Male eine besonders starke Periode, ein normales Symptom vor der Menopause. Zweimal haben ihre Hygieneartikel das Blut nicht mehr aufnehmen können.

Im August 2015 hinterließ sie nach einem Meeting einen Fleck auf dem Bürostuhl. Sie gab ihrem Vorgesetzten Bescheid, der sie nach Hause schickte, um sich umzuziehen. Aus der Personalabteilung bekam sie eine Verwarnung: Man würde sie entlassen, sollte sie nochmal einen Stuhl beschmutzen. Trotz aller Vorkehrungen bekam sie im April 2016 überraschend ihre Periode. Am Weg zur Toilette tropfte ein bisschen Blut auf den Teppich. Coleman hat den Teppich sofort gereinigt. Ein paar Tage später bekam sie die Kündigung: Sie würde "die hohen Standards der persönlichen Hygiene und eines sauberen und gepflegten Auftretens am Arbeitsplatz" nicht erfüllen.

 

Perioden-Shaming ist die Essenz der sexuellen Diskriminierung

 

Eine erste Klage wurde zurückgewiesen. Coleman hatte sich darin auf die Artikel 7 des Civil Rights Act berufen, der Arbeitnehmer vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts schützen soll. Das Gericht war aber der Meinung, dass "exzessive Mensturation" nicht eingeschlossen sei. Gemeinsam mit der ACLU kämpft sie jetzt weiter.

"Das Bundesgesetz soll Frauen davor schützen, wegen ihres Geschlechts bestraft, belästigt oder entlassen zu werden und überraschend die Periode zu bekommen ist die Quintessenz der sexuellen Diskriminierung," sagt Galen Sherwin vom Women's Rights Project der ACLU.

Fälle wie dieser machen wiedereinmal deutlich, dass die weibliche Menstruation immer noch ein Tabuthema ist und Frauen weder ausreichend vor Diskriminierung geschützt noch ernstgenommen werden, wenn sie sich wehren.

 

Video: Auch in Österreich ist nicht alles gut - Warum Frauen immer noch kämpfen müssen

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