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Sensation: DNA-Fund beweist: Hochrangiger Wikinger-Krieger war eigentlich eine Frau

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Bisher waren Kriegerinnen unter den Wikingern eher eine Ausnahmeerscheinung. Der Fund einer schwedischen ForscherInnengruppe könnte diese Annahme aber widerlegen.

Jetztred.(Wienerin)

Stark, muskulös, männlich. Der Prototyp des Wikinger-Kriegers hatte bisher wenig weibliche Attribute aufzuweisen. Das könnte sich nun ändern.

Wie ForscherInnen der Universität Stockholm herausgefunden haben, handelt es sich bei einem der wichtigsten Wikinger-Grabfunde aus dem Jahr 1878 nämlich nicht um einen männlichen Krieger, sondern eine Kriegerin.

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DNA-Analyse bestätigt Fehleinschätzung

Diese Ergebnisse legte nun Charlotte Hedenstierna-Jonson, Autorin der Studie, im American Journal of Physical Antrophology vor, nachdem das "Grab Bj 581" mittels DNA-Untersuchung von ihrer Forschergruppe nochmals unter die Lupe genommen wurde.

Das Grab der Kriegerin wurde aufgrund seiner aufwändigen Grabbeigaben jahrzehntelang einem hochrangigen militärischen Anführer zugeordnet: Schwerter, zwei Pferdeleichen und eine aufwändige militärische Ausrüstung zeugten davon, dass es sich bei der Leiche um eine Person mit wichtiger militärischer Funktion gehandelt haben dürfte. 

 

Doch entgegen der anfänglichen Annahme, dass es sich bei der militärischen Führungspersönlichkeit um einen Mann handeln müsse, bewiesen die schwedischen ExpertInnen nun das Gegenteil. Schon länger hätte es von verschiedenen Experten Hinweise darauf gegeben, dass die als patriarchal geprägte Kultur der Wikinger vielleicht doch nicht so stark durch Männer dominiert wurde, wie jahrhundertelang angenommen. Nun konnte die Studie einen ersten Beweis dafür liefern. "Die Existenz von Kriegerinnen wird seit einiger Zeit diskutiert", so die ForscherInnen nach ihrem sensationellen Fund.

Weiblicher Kriegerinnentypus bisher wenig beachtet

Die neuen Erkenntnisse sind zwar nur ein erster Hinweis auf systematische Fehleinschätzungen innerhalb der Forschung - sie könnten aber unser männlich-dominiertes Weltbild des Kriegers nachhaltig verändern. Wie die Welt schreibt, hätte etwa der polnische Forscher Leszek Gardela bereits 2013 kritisiert, dass die Wikingerforschung in dieser Frage möglicherweise auf falschen Annahmen basiere. Denn: Da viele der Grabungen auf den Wikingerfriedhöfen unprofessionell abliefen, wurde auch Geschlechterbestimmung oft mangelhaft (oder gar nicht) durchgeführt, glaubt Leszek. 

 

Derzeit gehen ExpertInnen davon aus, dass es wohl vereinzelt Frauen unter den Wikingern gab, die ebenfalls als vollwertige Kriegerinnen in den Kampf zogen. 

Gut möglich, dass in den nächsten Jahrzehnten das sagenumwobene Kriegerinnenvolk der Amazonen von skandinavischen Kämpferinnen Konkurrenz bekommt und damit eine neuen Frauentypus in der Geschichte begründet. 

 

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