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Lehrerinnenkolumne: Natürlich sind die Lehrer an allem Schuld, wer sonst?

von

Jetzt hat der Schulalltagganz Österreich wieder. Was damit auch wieder losgeht? Das Geschimpfe auf die LehrerInnen. Es ist nämlich ziemlich praktisch, ihnen an allem die Schuld zu geben. Eine Sammlung ihrer Vergehen.

Warum LehrerInnen an allem Schuld sind

JetztUrsula Neubauer(Wienerin)

"Jetzt haben sie eh so lange Ferien gehabt. Sollen sie doch endlich wieder mal was arbeiten." Das sind Sätze, die man zu Schulbeginn immer wieder hört. Aber nicht nur am Schulanfang ist die Lehrerschaft ein sehr beliebtes Schimpfziel. Auch sonst finden sich genug Gründe, sie anzugreifen. Eine Sammlung für das neue Schuljahr, liebe LehrerInnen, damit ihr wieder wisst, wogegen ihr gewappnet sein solltet:

13 Dinge, an denen Lehrer und Lehrerinnen immer Schuld sind

1. Tun sich Kinder mit dem Lernen schwer, dann habt ihr schlecht erklärt. (Faule Kinder oder Jugendliche gibt's nämlich in dieser Welt sicher nicht.)

2. Tun sich Kinder mit dem Lernen leicht, dann habt ihr einfach schlaue SchülerInnen. (Dass ihr vielleicht doch gut erklären könnt, ist nämlich undenkbar.)

3. Gibt's disziplinäre Probleme in der Klasse, dann könnt ihr euch nicht durchsetzen und seid ungeeignet für den Job. (Schwierige Klassen gibt´s nämlich natürlich nicht.)

4. Gibt's keine disziplinären Probleme in der Klasse, dann habt ihr einfach Glück mit euren SchülerInnen.

5. Gebt ihr Hausübung auf, seid ihr verständnislose Tyrannen, die den SchülerInnen ihre Kindheit rauben. (Jemandem beibringen zu wollen, dass er ab und zu Pflichten zu erfüllen hat und dass manche Dinge geübt werden müssen, ist nämlich wirklich eine Frechheit.)

6. Gebt ihr keine Hausübung auf, seid ihr verantwortungslos, weil vor der Schularbeit zu wenig geübt wurde.

7. Hat ein Kind eine schlechtere Note als erwartet, habt ihr die falschen Aufgaben bei der Schularbeit gegeben. (Bitte gebt doch einfach das, was das Kind geübt hat.)

8. Hat ein Kind eine schlechte Note, mögt ihr es nicht.

9. Hat ein Kind eine gute Note, ist es halt schlau. Oder hat vielleicht was gelernt. (Mit euch hat das sicher nichts zu tun.)

10. Hat ein Kind eine gute Note, mögt ihr es.

11. Verhält sich ein Kind nicht angemessen und ist unerzogen, habt ihr euren Job nicht gemacht. (Erziehung ist nämlich Job der LehrerInnen, wessen Aufgabe denn sonst?)

12. Wagt ihr es, euren SchülerInnen etwas zu erklären, werdet ihr für den längst überholten "Frontalunterricht" gescholten. (Erklärungen helfen ja auch wirklich niemandem weiter.)

13. Lasst ihr eure SchülerInnen viel selbst erarbeiten, überfordert ihr sie. (Gruppenarbeiten? Selber was tun? Frechheit, wofür werdet ihr bezahlt?)

Aber eigentlich ist das alles Unsinn - weil ihr arbeitet ja eh fast nie. Schönes Schuljahr!

 

 

Hey, Frau Fessa

WIENERIN-Autorin Ursula Neubauer hat selbst mal unterrichtet. Aber nur kurz. Der Lehrberuf war nix für sie. Das Thema Schule begleitet sie aber nach wie vor dank vieler Lehrerinnenfreundinnen. In dieser Kolumne schreibt sie über Erlebnisse zwischen Lehrer- und Nichtlehrermenschen und den ganz normalen Schulwahn(sinn).

Zu allen Beiträgen der "Hey, Frau Fessa"-Kolumnenreihe.

 

 

 

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