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Lehrerinnenkolumne: Wenn LehrerInnen das Aufstehen üben

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In den ersten Bundesländern startet die Schule. Das freut die Taferlklassler und Eltern, die damit das Sommerbetreuungsproblem hinter sich haben. LehrerInnen stürzt es in ein kleines Dilemma: Sie wollen die Kinder motivieren, sind es aber selbst noch nicht. Und manche haben sogar das Aufstehen vorher geübt.

Wenn LehrerInnen das Aufstehen üben

JetztUrsula Neubauer(Wienerin)

"Also wenn dann auf dem Joghurt das Mindesthaltbarkeitsdatum bis in den September reicht, dann denk ich mir - ohje", erzählt M. an einem lauen Sommerabend auf meinem Balkon und sinniert über die endenden Ferien.

T. lacht und stimmt ein: "Und ich mag ab Mitte oder Ende Juli gar nicht mehr einkaufen gehen, weil es da überall nur Schulhefte und Mappen gibt. Schrecklich. Kann man damit nicht ein bissl länger warten? Kaum haben die Ferien begonnen, kriegst du alles für den Schulanfang."

"Ja, fürchterlich, dabei hab ich da noch lang nicht einmal mein Arbeitszimmer aufgeräumt", gesteht M. "Ha! Das hab ich gleich in der ersten Ferienwoche gemacht", freut sich T.

So richtig aus dem Rhythmus ...

Das mit dem Arbeitszimmer machen alle LehrerInnen, die ich kenne. Die einen, so wie T. gleich zu Ferienbeginn, damit sie das alte Schuljahr gut hinter sich lassen können. Andere, wie M., ganz knapp bevor das neue Schuljahr beginnt. Und der Schulanfang bringt meine LehrerInnenfreundinnen immer in einen kleinen Zwiespalt: Sie müssen und wollen ihre SchülerInnen motivieren, sind es aber selbst noch nicht so richtig. Schulanfangschaos mit Klassenneu-Einteilungen und Konferenzen machen den Einstieg halt auch nicht leichter. Und ja, wir stellen gemeinsam fest, dass es nach zwei Wochen Urlaub schon einfacher ist, wieder in den Job einzusteigen als nach neun. Wenn man so lange "aus dem Rhythmus ist", ist die Umstellung einfach größer und der Wiederstart verlangt mehr Anstrengung.

"Ab August fange ich an das Aufstehen zu üben", sagt T. "Waaas?", fragt M. ungläubig. "Na sicher, wie sollte ich denn sonst pünktlich in der Schule sein, wenn ich das jetzt nicht üben würde! Ab Anfang August steh ich um 07:00 auf, ab Mitte August um 06:00." M. kann es noch immer  nicht glauben: "Ich zögere es so lange es geht hinaus, den Wecker zu stellen! Jeder Tag ist wertvoll! Jede Stunde Schlaf, die ich vor Schulanfang noch kriegen kann, ist super." "Also, manchmal mache ich es auch so, dass ich um 06:00 aufstehe, einen Kaffee trinke und mich dann noch einmal ins Bett lege", lacht T. Beim Thema Aufstehen machen die beiden das ganz unterschiedlich. An anderer Stelle haben sie aber eine Gemeinsamkeit: Jetzt zu Schulanfang nehmen sie sich gleich mal den Kalender her und streichen alle Feier- und Ferientage an. So wie wir anderen das zu Neujahr machen. Ah ja, für die Lehrerschaft ist ja grad sowas wie Silvester und Neujahr. Alles Gute dafür!

 

Hey, Frau Fessa

WIENERIN-Autorin Ursula Neubauer hat selbst mal unterrichtet. Aber nur kurz. Der Lehrberuf war nix für sie. Das Thema Schule begleitet sie aber nach wie vor dank vieler Lehrerinnenfreundinnen. In dieser Kolumne schreibt sie über Erlebnisse zwischen Lehrer- und Nichtlehrermenschen und den ganz normalen Schulwahn(sinn).

Zu allen Beiträgen der "Hey, Frau Fessa"-Kolumnenreihe.

 

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