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Gerichtsurteil in Indien: Vergewaltigte 10-Jährige muss Baby austragen

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Ein 10-jähriges Vergewaltigungsopfer aus Indien muss ihr Baby austragen, da der Oberste Gerichtshof eine Abtreibung untersagt.

53 Prozent aller Kinder in Indien haben laut einer Studie schon einmal eine Form von Missbrauch erlebt

JetztRed.(Wienerin)

Manche Geschichten sind so unglaublich, dass sie einfach nur sprachlos machen. Die Geschichte dieses 10-jährigen Mädchens aus Indien ist so eine. 

Das Kind aus der Stadt Chandigarh im Norden des Landes soll von einem Verwandten regelmäßig missbraucht und vergewaltigt worden sein. Wie die BBC berichtet, wurde die Zehnjährige von dem Täter schwanger – dieser sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

 

Gericht verbietet Abtreibung

 

Der Oberste Gerichtshof untersagte dem Mädchen jedoch eine Abtreibung. Der Grund: Sie ist bereits in der 32. Schwangerschaftswoche. Ein ÄrztInnen-Gremium habe das Gericht angewiesen, dass ein Abbruch "zu riskant" sei und dass es dem Mädchen gesundheitlich gut gehe. Abtreibungen sind in Indien nach der 20. Woche nicht mehr erlaubt, außer das Leben der Mutter ist in Gefahr.

 

Studie

- Zwei von drei 5-12-Jährigen in Indien werden oder wurden schon körperlich missbraucht

- 53 Prozent der Kinder geben an, eine Form sexuellen Missbrauchs bereits erlebt zu haben

- 50 Prozent der Täter kommen aus dem nahen Umfeld der Kinder

LINK zur Studie

 

"Wir haben viele Fälle von Teenager-Schwangerschaften gesehen, die 14- bis 15-Jährige betreffen, aber das ist der erste Fall einer 10-Jährigen, den ich sehe", sagte Mahavir Singh von der Chandigarh State Legal Services Authority gegenüber der BBC. Der Fall sorgt in Indien für einen massiven Medienrummel, und Empörung. 

 

Die Familie des Mädchen, das nichts von seiner Schwangerschaft weiß, ist enttäuscht über das Urteil. Der 10-Jährigen wurde gesagt, sie habe einen "großen Stein" in ihrem Bauch. Ihre Schwangerschaft wurde erst vor drei Wochen entdeckt, als sie über Schmerzen im Unterleib klagte. 

 

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Die Familie lebt unter ärmlichen Verhältnissen und ist mit dem Medieninteresse überfordert. Sie haben Sorge, dass dem Mädchen ihr Leben lang ein Stigma umgehängt wird. Gegenüber der BBC-Reporterin sagte der Vater: "Ich will, dass er [der Cousin der Mutter und mutmaßlicher Täter, Anm.] hart bestraft wird. Er sollte die Todesstrafe bekommen oder sein Leben lang weggesperrt werden. Er hat die Tat gestanden. Aber er hat sich nie bei uns entschuldigt."

 

Sobald das Baby auf der Welt ist, wird es zur Adoption freigegeben. Das Mädchen soll psychologische Betreuung erhalten.  

 

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