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Sexismus: Eine Frau hatte ihre Menstruation im Büro und ihr Arbeitskollege hat sich darüber beschwert

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Ein Mann hat entsetzt die Personalabteilung informiert, weil seine Kollegin ihre Periode im Büro hatte. Ja, echt.

Ein Mann beschwert sich über die Periode seiner Kollegin

Jetztred(Wienerin)

Frauen im so genannten gebärfähigen Alter menstruieren. Das ist jetzt keine wahnsinnig arge Erkenntnis, scheint den einen oder anderen Mann aber immer noch zu überraschen. Im Internetforum Mumsnet erzählt Userin Snuffalo die Geschichte eines Arbeitstages mit „furchtbaren Krämpfen“ - die Art, bei der Schmerztabletten einfach nicht mehr helfen. Sie macht sich also eine Wärmflasche und setzt sich wieder vor ihren Computer, um zu arbeiten.

 

Meine Periode und ich: Künstlerin fängt ihre Menstruation in Bildern ein

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Ein Mann ist entsetzt über seine menstruierende Kollegin

 

Die Userin erzählt: „Mein Vorgesetzter, nennen wir ihn Guy, kommt vorbei, um mit mir über irgendetwas zu reden. Er bemerkt die Wärmeflasche und sagt 'Dir kann doch heute unmöglich kalt sein, oder?' Ich antworte 'Ehm, nein, es ist nur gegen die Schmerzen.' Er sieht verwirrt und dann buchstäblich entsetzt aus und geht.“

 

Nur Minuten später bekommt sie eine Email aus der Personalabteilung: „Guy sagt, dass du dich nicht wohl fühlst und nach Hause gehen solltest. Ist alles okay?“ Sie antwortet: „Es geht mir gut. Das ist irgendwie unangenehm, er war ein bisschen schockiert, dass ich eine Wärmeflasche hatte. Ich habe Krämpfe, Sie wissen schon, wie das ist.

 

Dieser Mann hat es tatsächlich für notwendig gehalten, die Personalabteilung über den Zyklus seiner Mitarbeiterin zu informieren. Die reagiert noch schlimmer.

 

Die Menstruation ist "unprofessionell"

 

„Zehn Minuten später ruft mich die Personalchefin an […] Sie sagt mir, dass ich meine medizinischen Probleme nicht mit jemanden außerhalb der Personalabteilung besprechen sollte, weil es ihnen unangenehm sein könnte. Ich bin total geschockt und erkläre genau, was passiert ist. Sie sagt 'Ja, ich verstehe, aber wenn Sie sich so schlecht fühlen, dass Sie eine Wärmflasche brauchen, dann sollten Sie nach Hause gehen. Guy fühlt sich wirklich unwohl und es ist unprofessionell.'

 

Im letzten Absatz fasst Userin Snuffalo die Stigmatisierung des weiblichen Zyklus anschaulich zusammen. An den meisten Arbeitsplätzen wird inzwischen vermehrt auf die Gesundheit der MitarbeiterInnen geachtet, nur die Menstruation ist ein wahrhaft rotes Tuch.

 

 

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„Andere Leute haben Stehtische, komische Fußauflagen, jede Art von Stühlen und spezielle Rückenlehnen gegen Rückenschmerzen, Handgelenkschoner für ihre Handgelenke und tausend andere Dinge und ich darf keine Wärmeflasche für meine Menstruationsbeschwerden haben? Darf mich das verdammt noch mal wütend machen?“

 

Menstruation ist am Arbeitsplatz ein Tabuthema

 

Twitter-Userin Emilie hat die Geschichte auf Twitter geteilt. In den mehr als 500 Kommentaren finden sich viele Frauen, die ähnliche diskriminierende Erfahrungen am Arbeitsplatz gemacht haben. Zu ATTN sagt Emilie: „Es ist ein Beispiel des Alltagssexismus', den Frauen über sich ergehen und managen müssen. Sie musste ihre Zeit dazu verwenden, [ihren Arbeitskollegen] zu beschwichtigen und der Personalabteilung zu versichern, dass sie fähig ist. Das ist emotionale Arbeit, die sie nicht machen hätte müssen.“

 

 

 

Studien haben belegt, dass die geistige Leistungsfähigkeit von Frauen während der Periode nicht eingeschränkt ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass man akute Beschwerden nicht lindern darf - ohne dafür verurteilt zu werden. Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung besteht aus Frauen im gebärfähigen Alter. Wir menstruieren, im Schnitt 3.000 Tage während unseres Lebens. Es ist an der Zeit, dass sich alle daran gewöhnen.

 

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