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Zu viel Haut: Schwimmerin wird aus Pool verwiesen, weil ihr Badeanzug "unangemessen" war

Der Fall einer jungen Amerikanerin sorgt weltweit für Aufsehen. Sie wurde gezwungen einen Pool zu verlassen, weil ihr Badeanzug "zu viel" Haut zeigte - und damit junge Männer erregt hätte.

Jetzt(Wienerin)

Die junge Amerikanerin Tori Jenkins aus dem US-Bundesstaat Tennessee musste am Wochenende einen Privatpool verlassen, weil ihr Badeanzug laut den Angaben des Aufsehers "unangemessen" war.

 

Ihr Verlobter, Tyler Newman, verfasste daraufhin einen wütenden Facebook-Post, in dem er die Ereignisse schildert und sich über die Behandlung seiner Freundin beschwert.

"Heute wurde meine Verlobte Tori aufgefordert ihren Badeanzug zu wechseln oder sich Shorts anzuziehen. (...) Sie wurde beschuldigt, einen 'Tanga-Badeanzug' zu tragen und es hieß, es hätte Beschwerden darüber gegeben, wie sie angezogen sei", schreibt Tyler auf Facebook. Offenbar verrutschte Toris Badeanzug beim Gehen, weswegen der Aufseher die Bademode für einen "Tanga" hielt.

So sieht der "unangemessene" Badeanzug aus

 

"Könnte Teenager-Burschen erregen"

Nachdem Tori vom Poolgelände, das zu dem Appartement-Gebäude des verlobten Paares gehört, verwiesen wurde, beschwerte sich die junge Frau bei der Hausverwaltung über die unhöfliche Behandlung. Die zuständige Mitarbeiterin zeigte dort allerdings wenig Verständnis für Tori. Das Gegenteil war der Fall, wie Tori ihrem Freund nach dem Besuch schilderte:

"Die Verwaltungsmitarbeiterin versuchte mich mehrmals zu überreden, Fotos von meinem Hintern machen zu dürfen, um mir zu zeigen, wie 'unpassend' der Badeanzug war. Sie sagte mir, da ich keine Kinder habe, würde ich nicht verstehen, wie unpassend es sei, so in der Öffentlichkeit herumzulaufen. Sie würde ihre Kinder nicht in meiner Nähe haben wollen".

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Die Mitarbeiterin sah den Fehler bei Tori und verwies darauf, dass schließlich auch Teenager-Burschen in der Anlage wohnen würden, die durch den Anblick ihres entblößten Hinterteils auf falsche Gedanken kommen könnten.

"Heute wurde meiner Verlobten quasi gesagt, dass sie selbst weniger wichtig ist als die Gefühle, die Männer haben, wenn sie in ihrer Nähe sind. Dass Tori weniger wichtig ist als die Gefahr, dass Männer sexuell erregt werden könnten", so Tyler.

 

Die Hausverwaltung meldete sich mittlerweile in einem Interview mit einem Lokalsender zu Wort und erklärte darin, dass es mehrere Beschwerden von anderen Badegästen über das Aussehen der jungen Frau gab. Man hätte Tori allerdings nicht verwiesen, sondern lediglich gebeten sich entsprechend zu verdecken. 

 

Der Ärger bei Tori und Tyler aber bleibt. Der Fall zeigt, wie erneut öffentlich der Körper von Frauen als Grund für männliche Erregung inszeniert wird - und darüber bestimmt wie viel Haut "zeigbar" ist und was "zu viel" ist. Statt das Fehlverhalten auf männlicher Seite zu thematisieren, wird der Fehler am Frauenkörper gesucht und damit die Übersexualisierung weiblicher Körper weiter vorangetrieben. Und das ist, so findet Tyler, nicht nur "sexuelle Belästigung", sondern auch eine "Förderung der Vergewaltigungskultur". 

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