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Lehrerinnen-Kolumne: "Als Lehrerin bist du nie vor ihnen sicher. Aber sie auch nicht vor dir!"

von

Lehrerinnen und ihre Schützlinge begegnen einander auch außerhalb der Schule. Und beiden ist das unangenehm. Meistens jedenfalls. Kolumnistin Ursula Neubauer über das seltsame Verhalten von Schülern in der freien Wildbahn.

Lehrer-Schüler-Begegnungen in der Freizeit

JetztUrsula Neubauer(Wienerin)

Letztens hab ich in dieser Kolumne vom Vorbild-Leben meiner Lehrerinnenfreundinnen erzählt. Dass sie nirgends vor ihren Schülern sicher sind. Und sich nicht so richtig frei bewegen/leben können.

Und dann wurde ich drauf aufmerksam gemacht, dass dieses Thema eine Fortsetzung braucht. Denn, so haben mir meine Lehrerinnenfreundinnen gesagt: Es gibt unterschiedliche Arten, wie Schüler auf eine Lehrerin reagieren, wenn sie sie irgendwo sehen.

 

So reagieren Schüler auf ihre Lehrerinnen in der Freizeit:

Hier also diese Einteilung (beruhend auf Erfahrungen von T., V. und M.):

 

1. Die Salzsäulen

Manche Schülerinnen erstarren. Und zwar augenblicklich in dem Moment, in dem sie auf der Straße, im Restaurant, Geschäft, wurscht wo, eine ihrer Lehrerinnen sehen. In der Sekunde versuchen sie, sich unsichtbar zu machen und hoffen, als Lehrerin sieht man sie nicht. (Aber Lehrerinnenaugen sehen sie natürlich trotzdem).

 

2. Die Drehhälse

Auch sie erstarren. Werden aber nicht zur Salzsäule, sondern drehen sich demonstrativ weg, obwohl es schon kurzen Blickkontakt mit der Lehrerin gegeben hat. (Kommt bei meinen Freundinnen nicht soooo gut an.)

 

3. Die Zutraulichen

Manche Schülerinnen winken ihren Lehrerinnen schon aus 3 km Entfernung zu und werden ganz aufgeregt. Denn sie müssen ihren Eltern sofort zuflüstern, dass daaaaaas da vorne ihre Englischlehrerin ist!! Die Englischlehrerin! Wirklich! Ja, die, von der sie eh schon mal erzählt haben. In echt! Schaut doch! (Meine Freundinnen schmunzeln dann immer nett.)

 

4. Die Nachlauffans

Es gibt Schüler, die meinen Lehrerinnenfreundinnen direkt nachlaufen. Vielleicht auch vor Aufregung über die Erkenntnis, dass auch Lehrerinnen Menschen sind, die einkaufen oder ins Kaffeehaus gehen. Und dann stehen sie vor ihnen, grüßen sie euphorisch, bleiben dann aber einsilbig. Oder eigentlich stumm. Gänzlich Piep-los. (Meine Freundinnen bleiben dann nett und stellen ein paar harmlose Fragen, bis sie höflich sagen, dass sie weitermüssen. Und alle sind erlöst.)

 

5. Ein Spezialtarnfall

Ok, Kategorie fünf ist erst einer meiner Freundinnen begegnet, aber ich finde, das darf in der Aufzählung trotzdem nicht fehlen. "Letztens hab ich einen Schüler im Einkaufszentrum gesehen", erzählt V.: "Er mich auch. Dann hat er sich umgedreht zu seiner Mutter, die Kapuze über den Kopf gezogen, den Reißverschluss bis ganz oben zugemacht. Und zwar so, dass er selbst nix mehr gesehen hat! Und so ist er dann an mir vorbei." Total unauffällig. (Über den wird gesprochen, das wird als Anekdote weitererzählt).

 

Zu welcher Kategorie man früher auch gehört hat: Ich hoff irgendwie, wir alle haben unsere Strategien bei Begegnungen mit z.B. Vorgesetzten in der Freizeit vielleicht verfeinert. Ein kleines bisserl zumindest.

 

VIDEO: Die beste Übung gegen verspannte Schultern

 

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