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Trumpcare: Diese Frau wurde brutal vergewaltigt - unter Trump bekommt sie keine Unterstützung

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Unter das Wort "pre-existing condition" fällt laut US-Präsident Donald Trump auch: Opfer einer Vergewaltigung zu sein. Damit fallen Versicherungsleistungen weg.

JetztRed.(Wienerin)

Was es für Frauen bedeuten kann, wenn ein frauenfeindlicher Mann an der Spitze ihres Landes ist, müssen die Frauen in den USA derzeit hautnah miterleben. Donald Trump plant nämlich eine Gesundheitsreform, die vielen Frauen erheblich schaden könnte. 

Darin werden Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen als "pre-existing conditions" (=Vorerkrankungen) definiert - und somit stehen diesen Menschen unter Trumps neuem Gesetz möglicherweise keine oder teurerer Versicherungsleistungen mehr zur Verfügung.

 

Zu diesen Vorerkrankungen zählen Berichten zufolge viele Diagnosen, die Frauen betreffen - darunter zum Beispiel ein Kaiserschnitt und Wochenbettdepression. Auch die ärztliche Betreuung von Neugeborenen könnte darunter fallen. Im Internet hat sich unter dem Hashtag "IAmAPreexistingCondition" bereits Protest formiert. 

 

"Ein Vergewaltiger zu sein, ist keine Vorerkrankung"

Doch auch eine weniger öffentliche Gruppe von Menschen ist von diesem Absatz im Gesetz betroffen: Vergewaltigungsopfer. Dieses Video von Taylor Hirth, in dem sie von ihrer brutalen Vergewaltigung erzählt, geht gerade durchs Netz und zeigt das volle Ausmaß einer solchen Gesundheitsreform:

 

 

Ihre Posttraumatische Belastungsstörung - und auch jene ihrer Tochter, die während der stundenlangen Vergewaltigung daneben gelegen ist - würde somit um wesentlich mehr Geld therapiert werden müssen. Auch andere medizinische Leistungen könnten wegen der "Vorerkrankung" teurer werden. Das Absurde daran: Ihr Vergewaltiger hat im Gefängnis vollen Zugang zum Gesundheitssystem. Denn: "Ein Vergewaltiger zu sein, ist keine Vorerkrankung. [...] Wir verdienen medizinische Versorgung genauso wie die Männer im Gefängnis, die uns wehgetan haben", appelliert Hirth. 

 

Zum Hintergrund: Im Repräsentantenhaus stimmten die Republikaner mit einer kleinen Mehrheit von 217 zu 213 Abgeordneten für die Abschaffung von "Obamacare", des Gesundheitssystems von Trumps Vorgänger Barack Obama. Mit dem ersten Vorstoß einer Gesundheitsreform hatte Trump Ende März zunächst eine Niederlager erlitten - jetzt wurde dafür gestimmt. Das Ende von "Obamacare" ist mit diesem Schritt aber noch nicht endgültig besiegelt. Zunächst müsste noch der Senat dem Entwurf zustimmen.

 

Video: Sexistische Sager von Donald Trump

 

Kommentare

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1 Kommentare
Gast: Stephan
18.05.2017 16:52

PTBS-Betroffene müssen die Behandlung bekommen, die sie benötigen

Die Erkrankung PTBS stellt eine unvorstellbare Qual für Betroffene dar. Man könnte sagen, sie haben ihr Leben verloren - so fühlt sich sich zumindest an. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten.

Ich bin froh, nicht in den USA zu wohnen. Dort wäre ich wahrscheinlich aufgrund des desolaten Gesundheitssystems "unter die Räder gekommen".

Warum Trump das Fundament, was Obama aufgebaut hat, wieder zerstört, verstehe ich nicht. Vielleicht, weil er nicht nachvollziehen kann, wie wichtig eine Krankenversicherung ist, wenn es hart auf hart kommt und man nicht genügend private Mittel für eine Therapie besitzt. Ohne adäquate Therapie ist eine Heilung unmöglich.

Ich empfinde Mitleid für die Betroffenen in den USA.

HERZliche Grüße
Stephan
(von www.posttraumatische-belastungsstoerung.com)