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Fall Sargnagel: Online-Petition fordert Kündigung des "Krone"-Journalisten Kimeswenger

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Die "Kronen Zeitung" gerät wegen ihrer Artikel über Stefanie Sargnagel zusehends unter Kritik.

JetztRed.(Wienerin)

 

Es ist eines der bestimmenden Themen der letzten Tage: die Schriftstellerin Stefanie Sargnagel wurde zur Zielscheibe der "Kronen Zeitung". Mittlerweile wird in einer Online-Petition sogar die Kündigung eines der verantwortlichen "Krone"-Redakteure gefordert. Aber was ist eigentlich genau passiert? Wir haben die wichtigsten Punkte der Causa Krone vs. Sargnagel zusammengefasst:

 

- Auslöser der Hetzkampagne gegen Sargnagel war ein Artikel, der im "Standard" erschienen ist. Konkret handelt es sich dabei um ein satirisches Reisetagebuch von Sargnagel, das sie gemeinsam mit den beiden Autorinnen Lydia Haider und Maria Hofer geführt hat. Darin wird überspitzt dargestellt, was sie auf ihrer Marokko-Reise alles erlebt haben. Eine der drei Autorinnen habe eine Babykatze "zur Seite getreten", sie haben Haschisch geraucht und sich am Strand "spätnachts willig" zu den Bewohnern Essaouiras gesetzt, schrieben die Autorinnen darin.

Zwei von den Autorinnen erhielten einen Reisekostenzuschuss von je 750 Euro vom Bundesministerium für Kunst und Kultur - ein Punkt, den die "Krone" dafür nutzte, um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Shitstorm gegen Stefanie Sargnagel 


- Aber von Anfang an: Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, schrieb der "Krone"-Onlinechef Richard Schmitt über die "mittelbekannte und mittelbegabte Autorin", die Babykatzen treten und auf Steuerzahlerkosten Drogen konsumieren würde. Sargnagel reagierte später auf Facebook und Twitter auf diese Attacken, indem sie sagte, die "Krone" hätte absichtlich diesen Zeitpunkt gewählt, um auf sie loszugehen. Zuvor war nämlich ein Bericht im ORF-"Kulturmontag" über die feministische Burschenschaft "Hysteria" erschienen, bei der Sargnagel Mitglied ist und die heuer den Akademikerball gestört haben. 

 

- Daraufhin wurde ein Internet-Shitstorm gegen die Autorin losgetreten. Von Vergewaltigungsdrohungen, Mordfantasien und allerlei Beschimpfungen war hier alles dabei. 

Sargnagel wehrte sich natürlich gegen diese Beschimpfungen - und erntete daraufhin noch mehr davon. In der Freitagausgabe der Kärntner "Krone" bezeichnete Fritz Kimeswenger sie als "Fäkal-Autorin", die "willig" sei und veröffentlichte ihre Adresse in Klagenfurt, wo sie derzeit als Stadtschreiberin wohnt. 

Sie wurde 30 Tage lang von Facebook gesperrt 


- Ein weiterer Höhepunkt geschah dann am Samstag, wo Sargnagel von Facebook für 30 Tage gesperrt wurde, weil sie von einigen UserInnen gemeldet wurde. Ein Vorwurf, der ihr dabei gemacht wurde und laut Sargnagel unwahr ist: sie hätte Fotos von Thomas Glavinic' Genitalien geteilt. 

 

Der Goldene Penis: Die 10 Sexisten-Sager des Jahres 2016

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- Ad Glavinic: Bereits im Sommer 2016 hatten die beiden eine öffentlich gewordene Auseinandersetzung. Der Autor Glavinic bezeichnete Sargnagel damals unter anderem als "Rollmops" (hier nachzulesen). Sie konterte damit, dass er selbst Fotos seiner Genitalien auf Facebook veröffentlicht hätte. Diesmal wirft Glavinic ihr vor, sie hätte seine Nacktfotos auf einem anonymen Twitter-Profil veröffentlicht - was laut Sargnagel nicht der Wahrheit entspricht. 

 

- Aufgrund der zahllosen Bedrohungen und sexistischen Äußerungen gegen die Autorin ist auch eine Welle der Solidarität losgetreten. Dabei wurde unter anderem auf die Doppelmoral bei der Berichterstattung über Autoren und Autorinnen hingewiesen. Puls4-Infochefin Corinna Milborn wies etwa auf Facebook darauf hin, dass in derselben Ausgabe des "Standard" ein Text des Autors Arnon Grünberg erschienen ist, in dem er darüber geschrieben hat, wie er seine Freundin "eigentlich lieber totficken" wolle. Darüber habe sich jedoch niemand aufgeregt, so Milborn. 

 

(achtung, beim teilen wird nur kommentarlos das album geteilt, den text müsste man mitkopieren.) Beitrag 4 zum...

Posted by Corinna Milborn on Samstag, 11. März 2017
 

Kündigung des "Krone"-Journalisten gefordert 


- Mittlerweile wurde eine Online-Petition gestartet, die die Kündigung des Krone-Journalisten Fritz Kimeswenger fordert. Mehr als 1000 Menschen haben sie bereits unterschrieben. Die Begründung: "Trotz des Wissens um die Gewaltaufrufe veröffentlicht der Kärntner Krone‐Journalist Fritz Kimeswenger infolge die aktuelle Wohnadresse der Künstlerin und suggeriert mit einem Zitat, sie stehe derartigen Übergriffigkeiten „willig“ gegenüber. Diese Handlung war fahrlässig, frauenfeindlich und stellte eine Bedrohung dar." Mittlerweile sind auch Polizei und Verfassungsschutz wegen der Hasspostings und Drohungen aktiv, wie etwa die Journalistin Martina Madner berichtet. Auch das Frauennetzwerk Sorority veröffentlichte eine Facebook-Notiz mit einem klaren Statement: "Der Fall Sargnagel hat nicht im Geringsten mit einer kritischen Auseinandersetzung ihrer Arbeit zu tun. Wie Frauen*, die in der Öffentlichkeit stehen und ihre Stimme zum Protest erheben, an den Pranger gestellt werden, ist aus demokratischer Sicht besorgniserregend und unduldbar."

 

 

Kommentare

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2 Kommentare
Gast: ich
13.03.2017 22:21

jetzt isser berühmt, der Fritze

Jetzt hat dieser widerwärtige "Journalist" Fritz Kimeswenger seine 15 Minuten Ruhm.
In meinen Augen ein elender Hetzer.
*bäh*

Gast: Venezianer
13.03.2017 21:35

Merci

Danke für dieses Video, für's Gesicht zeigen gegen eine Welle von Idiotie und Hass. Mehr davon.