< Zur Mobilversion wechseln >

"Leute nehmen mich nicht ernst, wenn sie mit mir reden"

Wir haben mit Hanna Kamrat, Vizepräsidentin des Selbstvertretungs-Beirats über Politik für Menschen mit Behinderungen gesprochen.

Hanna Kamrat hat eine körperliche und intellektuelle Behinderung, dennoch ist sie eine starke Frau, die sich für sich selbst und die Rechte von anderen Menschen mit Behinderungen einsetzt.

 

Im Februar 2017 wurde sie zur Vizepräsidentin des Selbstvertretungs-Beirats der Lebenshilfe Österreich gewählt, im August trat sie ihre neue Position an. Aktuell ist sie Vorsitzende des Selbstvertretungs-Beirats. In ihrer Rolle spricht sie mit Politikern, tritt in den Medien auf und leistet Aufklärungsarbeit, damit wir als Gesellschaft mehr Verständnis für Menschen mit Beeinträchtigungen haben.

 

WIENERIN.at hat mit Hanna Kamrat über ihre größten Hindernisse im Alltag gesprochen, und welche Unterstützung sie sich von der österreichischen Politik für Menschen mit Behinderungen wünscht.

 

Gesetz für mehr Selbstbestimmung wackelt

Update vom 20. Februar 2018: Dass die Selbstbestimmungsrechte von Menschen mit Beeinträchtigung in Österreich keine Selbstverständlichkeit sind, zeigt die aktuelle politische Debatte. Ein erst in der vergangenen Legislatur-Periode beschlossenes "Erwachsenenschutzgesetz", das Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung eingeräumt hätte, könnte nun von der aktuellen Regierung aus Budgetgründen um zwei Jahre nach hinten verschoben werden. Die Kosten dafür hätten sich heuer auf 9,5 Mio. Euro belaufen. In den nächsten Jahren wären diese allerdings schrittweise durch den Abbau von gerichtlichen Erwachsenenvertretungen gesunken und bis 2022 auf null zurückgegangen.

 

Von BehindertenvertreterInnen hagelt es für die Pläne der Regierung heftige Kritik, die zuständige Volksanwältin Gertrude Brinek (ÖVP) hält ein Aussetzen des Gesetzes, das am 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten sollte, für "inakzeptabel". Brinek hält das Gesetz außerdem für das "größte gesellschaftspolitische Projekt der vergangenen Legislaturperiode im Justizbereich", wie orf.at berichtet. 

 

Es ist nicht die erste Maßnahme der Regierung im Bezug auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die in der letzten Zeit heftige Kritik nach sich zog. So würde im Regierungsporgramm auch ein Ausbau der Sonderschulen und die Beibehaltung des bloßen Taschengeldes in Werkstätten fixiert. 

Auch Hanna Kamrat sprach im Interview über die geringe Bezahlung ihrer Arbeit in der Werkstätte. "Es wäre viel schöner, wenn wir anerkannt würden, auch mit einer Summe, die eigentlich normal ist in einem Monat, zum Beispiel nicht nur 40 Euro. Es ist schade, dass man unsere Arbeit so ansieht als würden wir nur einen Pullover wert sein". 

 

Video: 21.02.2017, Text (letztes Update am): 20.02.2018

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen