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Gefährliche Tradition: Nepalesischer Menstruationsritus endet für 15-Jährige tödlich

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Ein uralter hinduistischer Aberglaube verbannt Mädchen während ihrer Periode in die Isolation. Ohne Zugang zu notwendiger Verpflegung sind sie schutzlos diversen Gefahren ausgesetzt.

JetztArnika Zinke(Wienerin)

Uralte Menstruationstraditionen sorgen weltweit dafür, dass jährlich tausende Mädchen grundlos leiden und -in den schlimmsten Fällen- sogar sterben müssen.

 

In Teilen Nepals etwa, werden Mädchen während ihrer Menstruation in fenstlerlose Hütten verbannt, weil die Zeit der Periode - einem hinduistischen Aberglauben zufolge - als "unrein" gilt.

Das sogenannte "Chhaupadi System" ist zwar seit 2005 in Nepal offiziell verboten, trotzdem wird das  lebensgefährliche Ritual von vereinzelten Stämmen weiterhin praktiziert.

Unter widrigsten Bedingungen allein gelassen

Der Ritus wurde nun einer 15-jährigen Nepalesin zum Verhängnis. Während der Isolation in einem Lehmhaus starb Roshani Tiruwa vermutlich an Erstickung, wie die örtliche Polizei vermutet. Ein selbstgemachtes Feuer, das die 15-Jährige vermutlich machte, um sich aufzuwärmen, soll der Auslöser gewesen sein.

 

Wie der Guardian berichtet, soll es bereits der zweite Vorfall in diesem Jahr gewesen sein, der auf das "Chhaupadi System" zurückzuführen ist.

Was ist das "Chhaupadi System"?

Der "Chhaupadi"-Tradition zufolge, müssen die Mädchen während ihrer gesamten Periode in Lehmhäusern ausharren. Während der Isolation ist es ihnen außerdem nicht gestattet Milch zu trinken, die Verpflegung wird in dieser Zeit ebenfalls auf Reis reduziert.

 

Die Mädchen leiden folglich nicht nur unter Schmerzen und den Folgen des Blutverlusts, sondern müssen alleine in Kälte und ohne notwendige Nahrung auskommen. Außerdem ist ihnen das Betreten öffentlicher Wasserquellen verboten, Tiere oder Pflanzen dürfen sie, so der Aberglaube, ebenfalls nicht berühren.

Oftmals sterben die Frauen während der schutzlosen Isolation auch durch weitere Gefahren wie Schlangenbisse oder werden Opfer sexueller Übergriffe.

Zu wenig staatliche Maßnahmen?

NGOs kritisieren bereits seit Jahren, dass die Bemühungen der Regierung nicht ausreichen, um das Leiden der Mädchen zu beenden und praktizierende Gruppierungen entsprechend aufzuklären.

Staatliche Institutionen weisen diese Kritik zurück. Sprechern des Frauenministeriums zufolge, wäre es allerdings schwer, fest verankerte Traditionen der nepalesischen Gesellschaft in so kurzer Zeit zu brechen.

 

 

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