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Kommentar: Übergriffe in Köln: Wir brauchen eure Scheinheiligkeit nicht

von

In Köln wurden in der Sliversternacht dutzende Frauen am Bahnhof sexuell belästigt. Manche entdecken deshalb das Thema Frauenrechte für sich - aus den falschen Gründen.

JetztJelena Gučanin(Wienerin)

 

In Köln sollen in der Silvesternacht große Gruppen von Männern Frauen sexuell belästigt und ausgeraubt haben. 90 Anzeigen liegen vor, darunter eine wegen Vergewaltigung.

 

Diese abscheulichen Taten lösen berechtigte Kritik und - wegen des Feiertags und Wochenendes mit ein wenig Verzögerung - auch heftige Reaktionen in Deutschland und Österreich aus. Sexuelle Gewalt gegen Frauen sei streng zu verurteilen und die Täter sofort zur Rechenschaft zu ziehen, schreien jetzt viele. Aber nicht etwa, weil sie sich so sehr für die Rechte von Frauen interessieren - sondern weil die Täter aus dem "arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammen.

Wenn Frauenrechte zum Instrument werden


Erst kürzlich wurde auch der Fall einer Vergewaltigung in Graz öffentlich – sechs Schüler, die zum Tatzeitpunkt alle erst 14 Jahre alt waren, vergewaltigten ein Mädchen im Essensraum der Schule. Mehrere Augenzeugen griffen dabei nicht ein. Auch die WIENERIN hat berichtet – und dabei keinen Angaben zur Herkunft der Schüler gemacht. Es gab keine Kommentare, wenig Interesse.

 

Anders ging das in anderen Medien zu, die einen kleinen, aber wichtigen Zusatz – „mit afrikanischen Wurzeln“ – dazuschrieben. Die hunderten Postings ließen nicht lange auf sich warten und drehten sich allesamt um „Rasse“, Religion und deren vermeintlichen Zusammenhang mit Gewalt gegen Frauen. Auch sachliche Kommentare, wie etwa einer aus dem derStandard.at-Forum haben die Diskussion nicht beruhigen können: „Ich arbeite mit Sexualstraftätern und ich kann KEINEN Zusammenhang zw. religiöser Herkunft oder Nationalität feststellen, ganz im Gegenteil. Aber wenn Sie es schon so auslegen wollen, die meisten, mit denen ich gearbeitet habe waren Österreicher und wahrscheinlich Christen.“

 

Eine andere Straftat, doch ebenso fragwürdige Medienberichterstattung zog das Attentat in Chapel Hill nach sich. Im Februar 2015 wurden drei MuslimInnen von einem weißen US-Amerikaner getötet. Viele kritisierten damals, dass die Berichterstattung unterschiedlich ausfällt, je nachdem ob MuslimInnen Opfer oder TäterInnen sind. Nicht auszumalen, welch mediales Interesse die Morde in Chapel Hill nach sich gezogen hätten, wäre es andersherum gewesen.

Sie drehen die Fahne nach dem Wind


Wenig überraschend ließen auch die Kommentare unter den WIENERIN-"Sexisten des Jahres" nicht lange auf sich warten. „Da schweigen die Femen der Stunde oder wie? Denkbar ungünstigen Zeitpunkt habt ihr da ausgewählt für euren Artikel", schreibt ein User auf Facebook und verlinkt zu den Übergriffen in Köln. Nur eines hat er dabei vergessen: Gewalt gegen Frauen ist bei uns Thema, ständig, jeden Tag, immer. Und nicht nur, wenn wir endlich in aller Öffentlichkeit unseren Rassismus ausleben wollen.

 

Sogar Marcus Franz, der zum „Sexisten des Jahres“ gekürt wurde, spielt sich auf einmal als großer Retter der Frauenrechte auf und interessiert sich angesichts der Übergriffe in Köln auf seiner Twitter-Seite plötzlich für Gewalt gegen Frauen. Zur Erinnerung: Franz war es auch, der „Pograpschen“ in der Öffentlichkeit nicht zum Straftatbestand machen wollte, denn: „Ob der Popsch hält, was der Blick verspricht? Das erfahren zu wollen wird nun bestraft“, twitterte er damals.

 

Erstaunlich ist daher, dass jetzt den "linkslinken Feministinnen" Doppelmoral vorgeworfen wird, obwohl diese seit Jahrzehnten sexuelle Gewalt verurteilen und kritisieren, während die großen Neo-Frauenrechtler ihre Fähnchen schamlos nach dem Wind drehen.

Rassistische Parolen auf Kosten der Frauen


Wie so oft, sind jetzt genau die, für die Frauenrechte vorher ein Fremdwort waren, die großen Kämpfer gegen Gewalt an Frauen. Das Maß an Doppelmoral und Scheinheiligkeit ist kaum zu übertreffen. Als ich vor einigen Monaten über meine Erfahrungen mit sexueller Belästigung im öffentlichen Raum berichtete, erreichten mich zum großen Teil Nachrichten wie „Das stimmt nicht“, „Sie haben bloß eine Sozialphobie“ und „Wenn Sie belästigt werden, dann sicher nur von Migranten“. Ernst genommen fühlte ich mich damals nicht. Was ich daraus gelernt habe: über sexuelle Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit wird sich erst dann empört, wenn die Täter und somit die Feinde gleichzeitig die „Fremden“ sind, im besten Fall also Migrationshintergrund, eine andere Hautfarbe und eine andere Religion besitzen als die Mehrheitsbevölkerung. Beruhigend zu wissen, dass österreichische und deutsche Männer nie übergriffig werden (auch wenn die Zahlen etwas anderes sagen).  

 

Sollte sexuelle Gewalt gegen Frauen also nur dann zum Thema werden, wenn sich auch weiße westliche Hetero-Männer damit identifizieren können? Und noch viel wichtiger: davon abgrenzen können? Ein gutes Beispiel ist der Hashtag #Aufschrei, unter dem Frauen Anfang 2013 auf Twitter sexistische Erfahrungen sammelten. Jene Neo-Frauenrechtler, die jetzt wegen der Straftaten in Köln aufspringen, sprachen damals von „Tugendfuror“ und „Hysterie“, um die Erfahrungen der Frauen ins Lächerliche zu ziehen und als überemotional zu betiteln.

 

Statt jetzt also rassistische Parolen auf dem Rücken der Opfer zu brüllen, sollten die Neo-„Feministen“ Lebensrealitäten von Frauen endlich wirklich ernst nehmen und sie nicht bei der nächsten Gelegenheit – wenn kein fremder Sündenbock zur Hand ist – wieder als unwichtig abstempeln. Auf Twitter beschreibt das eine Userin ganz treffend: „Natürlich ist auch Köln ein #aufschrei wert. Aber nicht von euch pseudoempörten Rassist_innen die sich das jetzt praktisch aneignen.“ (@Autofocus)

Niemand rechtfertigt Gewalt gegen Frauen - schon gar nicht jene, die wirklich dagegen ankämpfen


Und weil es offenbar ein "Argument" ist: Hier geht es nicht darum, diese abscheulichen Taten zu verteidigen oder gar zu rechtfertigen – schließlich berichten wir nicht erst seit heute über Gewalt gegen Frauen und diese ist IMMER zu verurteilen – sondern darum, die Scheinheiligkeit und Doppelmoral jener Pseudo-Frauenrechtler zu kritisieren, die jetzt auf die Barrikaden steigen, nur um ihre rassistischen Parolen so laut wie möglich in die Öffentlichkeit zu brüllen.

 

Es sind nämlich genau diese Menschen, die einen ernsthaften Diskurs über sexuelle Gewalt gegen Frauen seit Jahren verhindern, die die schrecklichen Erfahrungen der Opfer jetzt für ihre Zwecke instrumentalisieren und die nicht einmal realisieren, was sie damit eigentlich anrichten.

 

Im Jahr 2016 haben wir es in Österreich endlich geschafft, dass sexuelle Übergriffe in der Öffentlichkeit strafbar sind. Gratulation! Wären diese "Grapsch-Attacken" also vor einem Jahr in Wien passiert, wären sie kein offizieller Straftatbestand gewesen. An dem Paragrafen gab es sogar heftige Kritik seitens des Justizministers Wolfgang Brandstetter (ÖVP), der ihn als übertrieben darstellte und tatsächlich davon redete, dass es „nicht möglich wäre, zu unterscheiden zwischen im Prinzip noch tolerierbaren Berührungen und solchen, die es nicht mehr sind“. Was wohl die empörten Neo-Frauenrechtskämpfer heute zu solch einer skandalösen Behauptung sagen würden? Schneller wäre eine Sexualstrafrechts-Reform wohl nie zustande gekommen, hätten wir ein Ereignis wie jenes in Köln vor einem Jahr in Wien gehabt.

Die Abwertung von Lebensrealitäten


Was wir daraus lernen: wenn Vergewaltigungen von einem weißen, der Mehrheitsbevölkerung angehörigen Mann begangen werden, interessiert es genau niemanden. Viele Frauen wagen den Schritt zur Polizei nicht einmal, weil sie wissen, dass sie dafür kämpfen müssen, um überhaupt ernst genommen zu werden. Opfer werden in die Rechtfertigung geschickt, sie haben keine Definitionsmacht darüber, was sie selbst als Belästigung empfinden. Und Alltagssexismus ist immer noch ein Tabuthema. Dabei sprechen die Zahlen für sich: drei von vier Frauen waren schon Opfer sexueller Belästigung. Das ist die Realität - und genau diese prangern Feministinnen seit Jahrzehnten an.

 

Unsere Gesellschaft macht Männer zu Vergewaltigern, sie macht Menschen zu Kriminellen, und sie macht manche zu den ewig "Anderen". Wie? Indem sie täglich und ständig einen Diskurs reproduziert, in dem Frauen Objekte sind und Männer Macht haben, indem die Erfahrungen und Lebensrealitäten von Frauen abgewertet werden, indem Opfer zu politischen Zwecken instrumentalisiert werden, wenn es gerade passt, und indem wir Straftaten mit zweierlei Maß messen, je nachdem, woher die Täter kommen. "Es gibt überall Arschlöcher", sagt man so schön. Die Frage ist nur, wie wir aufhören können, sie zu solchen zu machen.

 

Kommentare

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27 Kommentare
Gast: soundso
08.01.2016 00:30

am besten immer auf die Opfer konzentrierenl

Eine Instrumenalisierung kann nur dann passieren, wenn man beeinflußbar ist und um die Ecke denkt.
Wenn man einfach bei dem Menschen bleibt der Leid erfahren hat und demnach bei sich selbst ist doch alles klar.
Dieser politische Mißbrauch ist zum Kotzen.

Gast: Joe
07.01.2016 18:49

kein "Feminazi"

man muss kein militanter frauenrechtler sein, um vergewaltigungen, ach schon übergriffe alleine, an seinen töchtern und schwestern aufs schärfste kritisieren zu dürfen.

Gast: Gast Göttingen
07.01.2016 14:51

Wie wahr!

Nicht jeder Ausländer ist zwangsläufig Täter, aber jeder der Frauen belästigt ist zwangsläufig Arschloch. Und keiner darf ungestraft davonkommen, unbesehen der Staatsbürgerschaft!

Gast: H.Ewerth
07.01.2016 10:42

Es wird mit zweierlei Maß gemessen?

Jeder Deutsche oder jede Deutsche, sollte einmal mit den Servicekräften oder anderen Besucherinnen auf dem Oktober sprechen, oder den Karneval Hochburgen. Die dortigen Übergriffe etc. kommen wenn überhaupt nur in einer Randnotiz in den Medien vor?

Solange wir in Deutschland und der westlichen Welt nicht endlich, alle Menschen egal welcher Herkunft oder Hautfarbe mit Respekt begegnen, wird sich nichts ändern. Viele unterschlagen in der Regel, dass die Gewalttaten gegenüber Minderheiten in Deutschland schon immer sehr hoch waren und sind. Wen interessiert es schon, dass alleine seit dem Mauerfall in Deutschland, wieder Minderheiten zu Tode gehetzt, tot geschlagen, und verbrannt wurden? Wie viele Flüchtlingsheime haben im Jahr 2015 alleine in Deutschland gebrannt? Wie viele Täter wurden ermittelt? Flüchtlinge, welche auf Grund der imperialen, aggressiven und Kolonialen Außenpolitik des Westens, geflohen sind, werden zu pauschal zu kriminellen gemacht? Die Bürger im Westen müssen sich viele Sorgen machen, aber nicht über Flüchtlinge sondern, um die imperiale Außenpolitik ihrer Regierungen? Niemand macht sich sorgen über Waffenexporte, über Völkerrechtswidrige Kriege, über di Destabilisierung von Ländern usw. Warum nicht?

Gast: Gast1
07.01.2016 08:19

Super

Danke, dass endlich etwas Feminismus hier aufkommt! Weiter so!

Trotzdem die Frage: Wie ist das gemeint, der Diskurs über Frauen macht Männer zu Vergewaltigern?

Antworten Gast: WIENERIN Redaktion
07.01.2016 10:00

Re: Super

Vielen Dank für Ihr Lob!

Mit "Diskurs über Frauen" ist gemeint, dass Frauen zu Sexobjekten degradiert und auf ihre Körper reduziert werden, über die in weiterer Folge - so der gesellschaftliche Diskurs - frei verfügt werden kann. Das erzeugt ein Machtungleichgewicht, das eines der Grundprobleme der übermäßigen Gewalt gegen Frauen ist.

Liebe Grüße aus der Redaktion!

Gast: Emma B.
06.01.2016 21:17

Instumentalisierungsinstrument

Wenn der Vogel Strauß-Fraktion die Argumente ausgeht, wird den Kritikern unkontrollierter Einwanderung eben Instrumentalisierung vorgeworfen.
Die Zeitung Emma, das Leitmedium der der deutschen Frauenbewegung ist über 40 Jahre alt.

Gast: Nolo
06.01.2016 20:21

Fehlgeleitet

Ich habe mir tatsächlich die Mühe gemacht, diesen Text zu lesen.

Ist mir ehrlich schwergefallen.

Aus meiner Sicht geht der gesamte Artikel am eigentlichen Thema vorbei.

Einzig die Tatsache, dass Übergriffe von Deutschen in Deutschland anders beurteilt werden als solche von Menschen offensichtlich anderer Herkunft ist inhaltlich richtig.

Richtig ist aber auch, dass die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden,ebenso wie die Akzeptanz selbiger, bei diesen Menschen, insbesondere gegenüber Schwächeren, eine andere andere ist. Das liegt meiner Ansicht in der von diesen Menschen erlebten Ohnmacht und auch Enttäuschung begründet.

Rassismus allerdings ist keine Frage von Nationalität oder Hautfarbe.

Diese Übergriffe sind und bleiben für mich rassistische Übergriffe.

Das sind sie deshalb, weil die ausgeübte Gewalt sich gegen Menschen richtet, die diese Gewalttäter als aufgrund ihrer Herkunft nicht gleichwertig betrachten. Und das nicht nur, weil die Opfer Frauen sind, sondern auch weil sie die Frauen anderer, weniger wertvoller Menschen sind, die ihre Frauen nicht in angemessener Weise schützen.

Und das ist mindestens genauso erschreckend wie Angriffe auf Flüchtlingsheime.

Im übrigen denke ich, dass 1000 Kaukasier, die, in Gruppen organisiert, Thailänderinnen in Bangkok belästigtigen und ausrauben, das gleiche Medieninteresse heraufbeschwören.

Auch wenn ich diesen Beitrag erbärmlich finde, kämpft weiter für Frauenrechte!

Gast: Sutwee
06.01.2016 18:52

wenn die Empörung nur immer so wäre!

Solange es gesellschaftlich konform ist, das sich jeder Mann an fast jeder Tankstelle Zeitschriften mit nackten Frauen als Wichsvorlage kaufen kann,ist der Aufschrei des meisten Männer genau das was Sie schreiben eine "Rassistische Parole auf Kosten der Frauen"

Antworten Gast: Jac
06.01.2016 20:00

Re: wenn die Empörung nur immer so wäre!

Aha - Eine Zeitschrift zu kaufen kommt also einer Vergewaltigung gleich - interessant.
Schon mal überlegt, daß es diese Zeitschriften nur gibt, weil Frauen existieren, die sich dafür ausziehen?

Antworten Antworten Gast: Kathy Preuss
07.01.2016 11:57

Re: Re: wenn die Empörung nur immer so wäre!

... und dabei Geld verdienen...

Gast: annadieglückliche
06.01.2016 18:30

Danke...

... für diesen tollen, treffend formulierten Kommentar, der zu 100% auch meine Meinung zu diesem Thema wiedergibt! Ich kann mich @meingesicht nur anschließen... Gratulation!

Gast: Vera-s
06.01.2016 18:15

die Gesellschaft MACHT???

Jeder Kerl ist für seine Hände und sein angeblich bestes Stück vollkommen eigenverantwortlich!
Merken so Soziologentypen, die diese Dinge in die Welt setzen, eigentlich nie, dass die Menschen dadurch die Eigenverantwortung für ihr Handeln absprechen, sie also zu mehr oder weniger willenlosen Opfern der angeblich so bösen Umstände degradieren?

Und der ARtikel übersieht auch vollkommen die bislang in unseren Breitengraden zumindest in der modernen Zeit nie dagewesene ungeheuerliche organisierte Dimension der Vorfälle, die sich in mehreren Deutschen Städten, nicht nur in Köln, zugetragen haben! Auch Politiker nennen das zu Recht ZIVILISATIONSBRUCH!
Das ist in keiner Weise mit dem zu vergleichen, was bei uns so an Gewalttaten gegen Frauen vorgefunden wird.

Also bitte einfach mal aufhören mit dem ewigen Schönreden!

Wenn man dazu feministischen Klartext lesen will, muss man schon zur Frau Schwarzer ausweichen.

Antworten Gast: Patriciahighsmith
06.01.2016 22:42

Re: die Gesellschaft MACHT???

> Und der ARtikel übersieht auch vollkommen die bislang in
> unseren Breitengraden zumindest in der modernen Zeit nie dagewesene
> ungeheuerliche organisierte Dimension der Vorfälle, die sich in
> mehreren Deutschen Städten, nicht nur in Köln, zugetragen haben!
> Auch Politiker nennen das zu Recht ZIVILISATIONSBRUCH!
> Das ist in keiner Weise mit dem zu vergleichen, was bei uns
> so an Gewalttaten gegen Frauen vorgefunden wird.

Ha, wie naiv. Die liebe Moderne, wo Frauen vor 100 Jahren oft noch nicht einmal studieren sollten, von einem extrem restriktiven Eherecht geknechtet wurden... Unsere heutigen Errungenschaften sind erst wenige Jahrzehnte alt, das darf man nicht übersehen! Und selbstverständlich passieren bei uns weiterhin massenhafte sexuelle Belästigungen und mehr, von g'standenen Weißhäutigen aus unserem Kulturkreis. Dazu reicht ein Blick auf diesen Artikel z.B.: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-auf-dem-oktoberfest-entbloessung-im-bierzelt-1.1151859

Auch hier: Massenhafte sexuelle Übergriffe, kein Schuldbewusstsein der betroffenen Männer, keine Ahndung. Und das ist nur die Spitze des Eisberges! Wenn Sie die - selbstverständlich furchtbaren! - Ereignisse von Köln, Hamburg und Stuttgart einen "Zivilisationsbruch" nennen, so darf man logisch weiter folgern, dass in vielen Fällen in unseren Breiten - das Münchner Oktoberfest ist da nur ein Beispiel - die Zivilisation erst noch gar nicht angekommen ist, was aber in voller Breite akzeptiert wird!

Antworten Gast: Vio
06.01.2016 21:37

Re: die Gesellschaft MACHT???

Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass jeder/jede selbst für seine/ihre Handlungen verantwortlich ist, jedoch darf nicht außer acht gelassen werden,dass wir alle, mehr oder weniger,Produkte der Gesellschaft sind,in der wir leben.
Nimm z.b. mal das Thema Rauchen und vergleiche wie sich der Zugang dazu seit den 1950er Jahren verändert hat.
Hier geht´s nicht um Opfertum sondern um das Aufwachsen mit den gesellschaftlich vermittelten Werten.Zu diesen zählen unbestreitbarer weise auch jene Ansichten,dass Frauen Objekte sind und Männer die Machthaber.
Ich sag Dir mal wie "diese" Menschen ticken: Mit einem Objekt kann man machen was man will – dazu ist es ja letztendlich da.Man kann es hierher stellen,man kann es dahin rücken.
Einem Objekt kann man sagen wie es sich zu verhalten hat,was es nicht darf und was richtig und was falsch ist – wenn manN der Machthaber ist. Das ist für mehr als nur einige bequem und amüsant,aber leider auch für viel mehr von ihnen die Wahrheit und "die natürliche Ordnung".
Wenn diese Individuen aber in einer Gesellschaft aufwachsen würden in der kompetent vermittelt wird,dass Frauen den Männern gegenüber nicht nur gleichwertig sondern auch "gleichmächtig" sind,gäbe ich mein linkes Bein dafür,dass Vorfälle dieser Art sehr sehr stark zurückgehen würden.
In diesem Sinne MACHT die Gesellschaft,dirigiert durch die MACHThaber, die aus – Überraschung! - zum größten Teil in eine bestimmte Denkrichtung orientierten Männern besteht, sehr wohl sehr viel mit uns ALLEN.

Gast: Liftus
06.01.2016 16:29

Aua!

Okay okay... Ganz heißes Eisen hier! Aber um was geht es euch denn jetzt eigentlich? Habt ihr ein Problem damit, dass Frauenrechte nur beachtet werden, wenn Araber sie verletzen, oder darum, dass hier mal wieder ein klarer Fall von ,,Rassimus'' vorliegt?
Man bekommt das Gefühl, dass es euch völlig egal ist, dass da Frauen vergewaltigt worden sind, und dass es euch mal wieder nur darum geht, das Wort Rassismus erwähnt zu haben- und das ist traurig, sehr traurig!
Die ersten Meldungen im Internet erwähnten die Herkunft der Vergewaltiger übrigens nur kurz oder gar nicht! Nehmen wir an es wären Nazis gewesen: dann würdet ihr jetzt mindestens genauso laut aufschreien aber zusätzlich noch erwähnen, dass es ja Nazis waren, und diese umso mehr verboten gehören! Meine Frage: warum stört es euch, dass die Nachrichten die Herkunft der Vergewaltiger ansprechen? Warum?? WEil man sich dann seinen Teild enken kann? Ihr seid doch Frauenrechtler: Schaut euch an, wie mit euch/euren Rechten in arabischen Ländern umgegangen wird!!! da juckt es euch wohl nicht! Ihr macht gerade den Anschein, dass euch die Vegewaltigungen Wurst sind, aber ganz im Gegenteil dazu die Tatsache, dass man die Herkunft angibt! Meine Güte, was ist los mit euch?
Mal wieder klassische #GenderAntifaVegetarierHippstokraten.
Aua! Und ja diese Pauschalisierung gönne ich mir mit Absicht, um noch etwas Salz reinzustreuen in diese einseitige Suppenküche.

Antworten Gast: sie
08.01.2016 22:29

Re: Aua!

liftus, wissen sie über die Arbeit der oft benannten "extremen Frauenrechtlerinnen", kennen sie die (westlichen) Dokumentationen über die Arbeit von arabischen Frauen für Anerkennung, ist ihnen die Tatsache bewußt das von diesen Frauen viele verschwunden, gefoltert und eingesperrt sind, wissen sie auch das es nach wie vor eine Zusammenarbeit zwischen arabischen und westlichen Frauen gibt die sich nur für Grundrechte einsetzen ?
Ja, es geht u.A. um das Grundrecht als Frau nicht vergewaltigt zu werden und dafür ist ein weltweiter Kampf sehr notwendig!
In diesen Artikel geht es um den richtig erkannten Aspekt, das eine Vergewaltigungsmeldung in den Medien eine beachtlich höhere Zahl an Empörten hervorruft wen der Täter eine Nationalität hat die nicht die des eigenen Landes ist.
Das spricht für sich.
Ich bedanke mich für den Artikel der anhand einer einfachen, realistischen und für jeden überprüfbaren Tatsache aufzeigt das es doch endlich an der Zeit ist sich ebenso intensiv zu empören über jeden einzelnen der vielen "einheimishen" Täter.

Es gibt eine Menge Opfer, Kinder und Frauen hierzulande, oder in den so beliebten Urlaubsreisezielen von Fern- bis Nahost wo jeder Einzelne sehr dankbar wäre mehr Rückenstütze zu bekommen.
Der Artikel spricht durchaus die Mißachtung des individuellen Opfers an und ruft auf aktiver Frauenrechte zu unterstützen.

Ich bitte Sie um Unterstützung der Frauenrechte mit Weitblick.


Gast: meingesicht
06.01.2016 15:38

Danke für diesen Kommentar!

Zuerst der goldene Penis und jetzt dieser Kommentar - ich wusste nicht, dass die Wienerin feministische und inhaltlich so klar formulierte Beiträge hat. Ab jetzt bin ich Fan!

Gast: Martina Thomasberger
06.01.2016 13:39

Gratulation zu diesem Kommentar!

Das alltägliche Unerträgliche kann nur ertragen werden, wenn wir empört bleiben. Auch nach über dreißig Jahren feministischen Engagements bleibt die Nonchalance, mit der weibliche Gewalterfahrungen abgetan werden, für mich ebenso empörend wie die Heuchelei, mit der weibliche Erfahrungen entweder negiert oder instrumentalisiert werden. Solange sexuelle Gewalt gegen Frauen nicht grundsätzlich und ohne Vorbehalte oder Einschränkungen als moralische Verwerflichkeit gesehen werden, bleibt die weibliche Emanzipation nur Stückwerk. Und wer, wie "gast" unten, so tut, als ob man sich zu Recht und mit Grund nur über schlimme Eskalationen aufregen darf, verkennt, wo Gewalt beginnt - traurig, dass so viele Menschen in Ö noch immer so rückständig sind.

Gast: LisaB
06.01.2016 09:53

Danke!

SUPER ARTIKEL!!!

Gast: der artikel ist sehr schwach
06.01.2016 09:52

nur weil ich gegen quotenregelungen

und sonstiges gender tralala bin und den #Aufschrei komplett überzogen und lächerlich fand, heißt das noch lange nicht dass Vergewaltigungen ok sind. das hat nichts mit einem doublestandard zu tun.
die Autorin täte gut daran ihre schwarz weiß brille abzusetzen!

Gast: Gisela
06.01.2016 09:20

Jetzt verdreht doch nicht die Tatsachen!

Der Skandal ist nicht, dass jetzt vermehrt berichtet wird, der Skandal ist, dass das Ereignis (in diesem Ausmaß nie da gewesene Misshandlungen) 4 Tage lang tot geschwiegen wurden! und warum? WEIL es sich um Täter mit Migrationshintergrund handelte.
Hier kamen enorm viele Frauen zu Schaden, darum geht es. Spielen Sie es jetzt nicht mit dem Rassismus Thema herunter!

Antworten Gast: Niedermeier
06.01.2016 23:06

Re: Jetzt verdreht doch nicht die Tatsachen!

Es ist schlicht gelogen, dass das Thema tagelang totgeschwiegen worden sei. Google bietet ihnen die Möglichkeit ihre Falschbehauptung zu prüfen... Habe das mal vorbeireitet. https://www.google.de/search?q=K%C3%B6ln+Silvester&espv=2&biw=1343&bih=962&source=lnt&tbs=cdr%3A1%2Ccd_min%3A01.01.2016%2Ccd_max%3A02.01.2016&tbm=

"Und dass selbst große Medien, sich bereits seit dem ersten Januar 2016 als billige Clickbaiting-Prostituierte ohne Pressekodex gerieren, ist indes demokratiegefährdend." - See more at: http://reiserobby.de/koeln-deutsche-patrioten-vergehen-sich-an-missbrauchsopfer/#sthash.KsL2WRJ5.dpuf

Antworten Antworten Gast: sie
08.01.2016 23:34

Re: Re: Jetzt verdreht doch nicht die Tatsachen!

Hm. Jeder liest einen Artikel anders - gut so.
Fazit - geht es um Empörung gegenüber sexueller Nötigung.
Wo und wann findet diese statt. Es wurde richtig beobachtet - die Empörung ist erst größer wenn ein zusätzlicher Aspekt wie z.B. Nationalismus dazu kommt.
Der Aufruf des Artikels die Empörung aktiv bei jedem sexuellen Übergriff anzubringen ist das eigendliche Thema.
Da ist jede empörte Wortmeldung eine gute Wortmeldung.


Gast: Dieda
06.01.2016 08:58

die Gesellschaft macht Gewaltäter nicht....

...sie verurteilt in Deutschland Gewalt als Straftat und das ist auch richtig. Problematisch ist es nur, wenn Straftaten von den Medien so aufgezogen werden, dass diese Straftaten auf ganze Menschengruppen projeziert werden, die sie nicht begangen haben. In der Tat muss ich aber leider sagen, dass es nicht von der Hand zu weisen ist, dass Frauen in viele Regionen der Welt unterdrückt werden und das lässt sich nicht schönreden. Das als falsch zu beurteilen und Menschen so zu Arschlöchern zu machen, das bedeutet nämlich sich davon abzugrenzen, das ist ein Schritt in die Richtung der Emanzipation. Aber im Falle Silvester in Köln wurden viele falsche "Tatsachen" von den Medien hochgeschaukelt und den PE-,KÖ- oder sonstwie-GIDAS schön in die Karten gespielt bevor die Polizeiermittlungen offiziell durch waren. Das ist Bildzeitungsniveau und trägt mit Sicherheit nicht zu Emanzipation bei und auch nicht zu einem friedlichen Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft in einer durch die Flüchtlingskrise angespannten Situation.

Gast: Iyanga
06.01.2016 02:47

Das ist leider Quatsch

Denn wäre es bei einem oder zwei Opfern geblieben, hätten die Medien genausowenig oder als Randnotiz davon berichtet, so wie bei allen Vorfällen zu Silvester in Deutschland (oder glauben Sie tatsächlich, in ganz Deutschland gab es nur in Köln sexuelle Belästigungen und Diebstähle?). Der Aufschrei basiert nicht auf der vermuteten Nationalität der Täter, sondern aufgrund der Masse und Dreistigkeit.