< Zur Mobilversion wechseln >

Kosmetik: Deutschland fordert ein EU-Verbot von Mikroplastik

von

Das deutsche Umweltbundesamt will grenzübergreifend gegen Mikroplastik vorgehen und fordert nun ein EU-weites Verbot.

Trendsred.(Wienerin)

Das deutsche Umweltbundesamt (kurz UBA) fordert ein EU-weites Verbot von Mikroplastik, wie der deutsche Sender "MDR" berichtet. Zwar gibt es bereits seit 2013 in Deutschland, der Schweiz und Österreich eine freiwillige Vereinbarung mit der Kosmetikindustrie, diese geht der deutschen Umweltbehörde allerdings nicht weit genug.

In Ländern wie den USA und Kanada wurde Mikroplastik
mittlerweile zum Teil bereits verboten. Im Juli diesen Jahres forderte auch Großbritannien erstmals ein Verbot des Plastiks.

Bisher werden nur Peelings und Zahnpasta geahndet

"Diese Selbstverpflichtung bezieht sich tatsächlich nur auf Peelingpartikel wie zum Beispiel auch in Zahncreme", sagte UBA-Experte Marcus Gast dem MDR. "Andere Mikroplastikpartikel sind in dieser Vereinbarung nicht adressiert - beispielsweise wenn sie als Trübungsmittel eingesetzt werden. Und diese finden wir noch heute in den ganzen Produkten."

 

Je nach Definition, was genau unter dem Begriff "Mikroplastik" zu verstehen ist, befindet sich die Plastikteilchen in nahezu allen Kosmetikartikeln des täglichen Bedarfs (ob dein Produkt auch betroffen ist, kannst du hier nachlesen). 

Bis heute gibt es keine einheitliche Definition, was Mikroplastik wirklich ist. Gängig ist die Formulierung, dass es Plastikteile mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimetern sind.

"Jeder Kosmetikhersteller definiert selbst, was er unter Mikroplastik versteht und auf welche Produkte das zu beziehen ist", sagt Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace und genau deswegen geht die Vereinbarung mit vielen Herstellern auch nicht weit genug. 

 

Mehr lesen: Wie kann ich Mikroplastik vermeiden?

 

Die Verbraucherplattform Codecheck kritisierte in einer Studie im vergangenen Jahr erneut, dass viele Firmen sich an die Vereinbarung wenig zu halten scheinen. Weiterhin befinden sich etwa in jedem dritten Peeling oder jedem fünften Lippenstift Mikroplastikteile.

Info: Welches Produkt betroffen ist, kann man auch ganz einfach mithilfe der Codecheck-App herausfinden.

Warum ist Mikroplastik problematisch?

Für VerbraucherInnen ist es aufgrund der fehlenden Transparenz und mangelnden Kennzeichnungen schwierig zu erkennen, wo genau und welcher Kunststoff sich in dem Produkt befindet.

Die Plastikteilchen gelungen über unseren Abfluss in die Kläranlagen, belasten in weiterer Folge Meere und gefährden die Tierwelt.

 

Mikroplastik findet sich mittlerweile in allen Tiefen des Meeres. Schon bei Kleinstlebewesen wie Zooplankton konnten die Teilchen nachgewiesen werden, genauso wie in Muscheln, Würmern, Fischen und Seevögeln, wie das UBA berichtet. "Leichtes Mikroplastik schwimmt zum Großteil
an der Meeresoberfläche und wird hier von Kleinstlebewesen  aufgenommen, die eine wichtige Nahrungsquelle für Fische darstellen. Von Fischen und Muscheln ernähren sich Meeressäuger, Vögel – und wir Menschen". Fressen Tiere diese Mikroplastikpartikel, gelangen diese in weiterer Folge auch in die menschliche Nahrungskette.

 

Mehr dazu: Mikroplastik in Kosmetik? Bloggerin DariaDaria klärt auf

 

Das UBA wird heute eine entsprechende Empfehlung an die EU-Kommission in Brüssel aussprechen, wann und in welcher Form es tatsächlich zu einem Verbot jeder Form von festem Mikroplastik in Kosmetika kommt, ist daher unklar. 

 

Nachhaltigkeit: 7 Tipps, um im Alltag auf Plastik zu verzichten

Alle 8 Bilder anzeigen »

Kommentare

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen