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Beauty News: Wie eine Seife aus Fukushima nicht nur die Hände reinigt

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Wie kommt man darauf, extra Rapsöl aus dem atomverseuchten Gebiet in Japan für die Herstellung einer Seite zu verwenden? Wir haben beim Produzenten Lush nachgefragt.

Fukushima Seife Lush

PflegeLucie Knapp(Wienerin)

Die Drop of Hope Seife der Kosmetikfirma Lush basiert auf Rapsöl aus Fukushima. Dort leidet man seit mittlerweile sechs Jahren an den Auswirkungen des letzten großen Atomunglücks, vor allem natürlich an der radioaktiven Strahlung. Ist Rapsöl aus so einem Gebiet nicht auch radioaktiv? Wir haben die Experten von Lush um Auskunft gebeten.

Kann man Rohstoffe aus Fukushima bedenkenlos verwenden?

Zuerst die Fakten: 2011 beschädigte ein Erdbeben und die darauffolgende Tsunami das japanische Atomkraftwerk Fukushima Daiichi. Es kam zu Explosionen, die Außenhülle des Werks wurde zerstört, große Mengen an Radioaktivität wurden freigesetzt. Jetzt, 2017, sind weite Gebiete immer noch unbewohnbar und werden es auch noch einige hundert Jahre lang bleiben. Rund um das Sperrgebiet leiden vor allem die Menschen, die von der Landwirtschaft leben, unter den unmittelbaren Folgen der Katastrophe. Der Boden ist radioaktiv verseucht. Was angebaut wird, ist ebenfalls belastet und kann nicht verwendet oder gar verkauft werden.

Die Natur regeneriert sich zwar aber sehr, sehr langsam. Es paar Pflanzen, wie Raps, helfen diesen Prozess ein wenig zu beschleunigen.

 

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Raps reinigt verstrahlte Erde

Die gelb blühende Nutzpflanze zieht radioaktives Caesium (genauer gesagt Caesium-134, Caesium-137) und Strotium, die durch den Unfall in großen Mengen in die Umwelt gelangte, aus dem Boden und dekontaminieren ihn so nach und nach. Ein Phänomen, dass man schon in den 90er Jahren in Tschernobyl nutzte. Experte und Lush-Partner Toshihisa Kamitani, der Direktor des Minamisoma Agriculture Regeneration Committees erklärt: "Da Caesium und Strotium wasserlöslich sind, lagern sie sich (in kleinen Mengen) im wasserhaltigen Faserwerk der Pflanze an. In den ölhaltigen Samen lagert sich dagegen kaum radioaktive Stoffe an. Beim Pressen der Rapssamen bleiben die letzten Caesium- und Strotiumreste im sogenannten Presskuchen zurück, während das Öl frei von jeglicher Radioaktivität ist." Auf die Feststellung, dass bei einem Reaktorunglück ja auch andere radioaktive Substanzen in die Umwelt gelangen antwortet Experte Toshihisa Kamitani: "Der Boden ist oft mit Stoffen wie Uran und Thorium belastet, aber das sind Schwermetalle, die nicht von Pflanzen aufgenommen werden können."

Seife unterstützt Bevölkerung

Das unbelastete Rapsöl kann als Kraftstoff oder sogar in Lebensmitteln und Kosmetikprodukten eingesetzt werden kann. Und hier kommt die Beauty- und Badekugelfirma Lush so richtig ins Spiel: Sie kauft den Bauern des Minamisoma Agriculture Regeneration Council das Rapsöl ab und produziert daraus die Drop of Hope Gourmet Seife. Lush (und damit jeder Seifenkäufer) unterstützt so die verarmenden Landwirtschaftsfamilien Fukushimas. Der Ölverkauf sichert sowohl einen Teil des Lebensunterhalts als auch den bodenregenerierenden Rapsanbau.

Wir denken, dass Projekt hat Unterstützung verdient, auch wenn der Gedanke, sich mit Rapsölseife aus Fukushima zu waschen, ein bisschen gruselig ist. Doch keine Sorge: Ein Netz an strengen Kontrollen in Japan, der EU und Österreich selbst stellt auf mehreren Ebenen sicher, dass keine kontaminierten Lebensmittel oder Kosmetikprodukte nach Österreich kommen.

Die Drop of Hope Gourmet Seife enthält neben Rapsöl, feuchtigkeitsspendenden Seidentofu, hautschützende PioppiniPilze und duftet herrlich nach Orangenblüten. Exklusiv auf www.lushaustria.com um € 10,95 pro 100g.

 Drop of Hope Seife mit Rapsöl, Tofu, Pilzen und Orangenblüten

 

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