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Gesichtsreinigung: Die 8 größten Fehler, die wir bei unserer Gesichts-Reinigung machen

von

Das Waschen mehr ist als nur abschminken zeigen wir Ihnen hier. Denn wenn man es richtig macht, wird die Haut nämlich nicht nur sauber, sondern schön.

PflegeMartina Parker (Wienerin)

Bisschen Seife, bisschen Wasser und fertig? Das sollten Sie bei der Reinigung Ihres Gesichts beachten.

 

1. Gesicht mit Seife waschen

Industriell hergestellte Seifen sind mit einem pH-Wert zwischen 8 und 12 stark alkalisch (= basisch). Der Säureschutzmantel unserer Haut, der uns vor äußeren Einflüssen schützen und die Feuchtigkeitsbalance bewahren soll, liegt aber ungefähr bei 5,5, also im leicht sauren Bereich. Wer also sein Gesicht mit herkömmlicher Seife reinigt, entfernt schwuppdiwupp auch den natürlichen Hydrolipidfilm.

 

Früher, als es noch weniger Umweltbelastungen und Stressmomente gab, war das nicht so schlimm. Unsere Haut dachte sich wohl "Schwamm drüber!" und war trotzdem schön und gesund. Heute, da viele Menschen unter empfindlicher Haut und äußeren Einflüssen leiden, macht eine "Seifenabreibung" jedoch grobe Probleme. Der Teint reagiert im Wortsinn gereizt - mit Rötungen, Pickeln und trockenen Stellen.

 

Deshalb greift man besser zu handgemachten Naturseifen. Die haben einen niedrigeren pH-Wert als industriell produzierte Produkte, nämlich ungefähr 7,5 bis 8. Eine Alternative sind seifenfreie Syndets - mit einem pH-Wert von 5,5. Dr. Markus Dawid, Dermatologe und Leiter der Hautambulanz im SMZ Süd, kennt die Vorteile solcher Syndets:

Sie bewahren die hauteigenen Lipide, lösen dabei aber Hautschüppchen, Öl und Schmutz sehr effektiv.
Dr. Markus Dawid

 

Ergebnis: Die Haut wird porentief sauber und ist bereit für die nachfolgende Pflege.

 

2. Gesichtstonic? Brauche ich das?

Ein gutes Tonic ist eine echte Investition in gesunde Haut
Dr. Markus Dawid

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Erstens entfernt es letzte Schmutzreste. Schauen Sie sich einfach mal nach der Benutzung das Wattepad an und Sie wissen, was wir meinen.

  • Zweitens hat es eine exfolierende Wirkung. "Indem ein Gesichtswasser z. B. mit Salicylsäure überschüssige Hautschüppchen abträgt, werden die Poren freigelegt, der Talg kann abfließen und die Zellerneuerung wird optimiert."

  • Drittens: Ein Tonic neutralisiert auch potenzielle Kalk- und Chlorrückstände des Leitungswassers.

 

 3. Alkoholhaltiges Gesichtswasser

Alkoholhaltige Tonics trocknen die Haut aus? Das war früher. "Heute wird statt des lange üblichen Isoprobyl-Alkohols vermehrt ein speziell veränderter, denaturierter Alkohol eingesetzt", erklärt Dr. Markus Dawid. "Und der kann abgestorbene Hautzellen und Sebum (= Talg) gezielt entfernen, ohne das natürliche Gleichgewicht der Haut zu stören." Außerdem überzeugen viele Tonics heute auch mit Extra-Goodies. Dazu gehören feuchtigkeitsspendende und beruhigende Zusätze wie z. B. Hyaluronsäure, Glycerin, Aloe vera oder Hamamelis.

 

4. Augen-Make-up-Entferner? Brauch ich nicht

Eine gründliche Entfernung des Make-ups ist sehr wichtig. Rückstände könnten die Augenpartie reizen. Die Haut ist hier besonders dünn und empfindlich
Dr. Markus Dawid

 

Machen Sie doch einfach mal selbst die Probe aufs Exempel. Werfen Sie nach der Reinigung einen kritischen Blick in den Vergrößerungsspiegel. Wetten, in den feinen Fältchen finden sich noch schwarze Ablagerungen von Mascara, Kajal & Co? Dass das für den Kampf gegen Krähenfüße nicht gut ist, versteht sich wohl von selbst.

 

5. Ich muss mein Gesicht morgens nicht waschen

Wir schwitzen in der Nacht bis zu 40 % mehr als tagsüber. Es bildet sich auf der Haut aber nicht nur eine leckere Mischung aus Schweiß, Talg und abgestorbenen Schüppchen, dazu gesellen sich auch noch Hausstaub und Milben. Hört sich doch appetitlich an, oder??

 

Damit durch die Ablagerungen aber keine Poren verstopfen, ist eine gründliche Reinigung Pflicht", mahnt Dr. Markus Dawid. "Außerdem kann anschließend die Tagespflege besser aufgenommen werden.
Dr. Markus Dawid

6. Reinigungsprodukte kann ich weglassen

Wasser allein reicht doch? Lustiger Gedanke. Versuchen Sie mal, eine ölige Bratpfanne nur mit H2O sauber zu kriegen. Das funktioniert nur nicht, "weil sich Wasser und Öl nicht binden. Das gleiche Prinzip lässt sich auch bei der Gesichtsreinigung anwenden. Das feuchte Nass kann alleine Talg und Make-up nicht entfernen", erklärt Dr. Markus Dawid.

 

Ein passendes Reinigungsprodukt sollte also zur Grundausstattung in jedem Badezimmer gehören. Ob man zu Seife, Gel, Schaum, Milch, Creme oder Öl greift, hängt dann vom Hauttyp und den persönlichen Vorlieben ab.


7. Fettige Haut muss man oft waschen

Unreine Haut ist eine kleine Mimose und freut sich über eine extrasanfte Behandlung. Übermäßiges Reinigen mehrmals am Tag gehört da eindeutig nicht dazu. Das kann sie nur noch mehr reizen. Zweimal am Tag das Gesicht zu waschen ist ausreichend. "Greifen Sie dabei lieber zu ganz speziellen, milden Reinigungsprodukten, die auch die Talgproduktion regulieren und mattierend wirken", so Dr. Markus Dawid. Als Abschluss kann ruhig mit einem hochwertigen, alkoholhaltigen Gesichtswasser nachgereinigt werden. Der Alkohol wirkt nämlich adstringierend, d. h., große Poren ziehen sich zusammen und wirken so feiner.


8. Ich muss mich nur abschminken, wenn ich Make-Up trage

Sie würden abends ja auch nicht das Zähneputzen auslassen, nur weil Sie den ganzen Tag nichts gegessen haben. Also bitte: Reinigen Sie abends die Haut gründlich. Denn auch wenn man sich nicht schminkt, sammelt sich auf der Haut einiges an. Zu Schweiß, Talg und Hautzellen kommen ja auch noch Abgase und andere Umweltgifte. Und die sollte man schleunigst loswerden, bevor man sich dem Schönheitsschlaf hingibt. Der heißt ja nicht umsonst so.

 

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