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Haare: So findet man den perfekten Friseur!

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Die Kommunikation zwischen Friseurin und Kundin läuft nicht immer rund. Wir haben Profis gefragt, wie gute Beratung wirklich funktioniert und zeigen sieben Schritte zur (Friseur-)Beziehung deines Lebens.

So findet man den perfekten Friseur!

HaareBirgit Brieber(Wienerin)

1. Verlangen Sie echte Beratung

Du betrittst den Friseursalon und wirst gefragt: „Und, was hätten wir denn gerne?“ Du erklärst in einem Satz, was du willst, und die Antwort lautet: „Das mach ma schon.“ Man schickt dich zum Waschen, ohne dass deine Haare auch nur angesehen, geschweige denn angegriffen wurden. Der Dialog kommt dir bekannt vor? Dann sollten alle Alarmglocken läuten. Mit echter Beratung hat das nämlich nicht viel zu tun. Profifriseur Michael Danler: „Ein guter Friseur, der Sie noch nicht jahrelang kennt, wird Sie nicht fragen, was Sie gerne hätten, sondern Ihre Haare im trockenen Zustand begutachten.“ Der Profi sieht dann die Haarstruktur, die Farbe und wie man sich selbst die Haare stylt, und kann dementsprechend eine Frisur empfehlen oder auch nur den gewohnten Schnitt optimieren. „Nicht jede Kundin will jeden Morgen 20 Minuten lang stylen müssen“, erklärt Michael Danler.

 

2. Schau dir deine Friseurin genau an

Persönlicher Geschmack fließt immer in die Beratung mit ein. Jeder Friseur und jede Friseurin hat einen anderen Zugang, einen eigenen Stil und ein ästhetisches Empfinden, das im Idealfall mit dem eigenen übereinstimmt. Aber auch umgekehrt ist wichtig: Wenn du den Stil, die Haarfarbe und den Schnitt deiner Friseurin so gar nicht an ihr oder ihm magst, geh lieber woanders hin. Man sucht sich am Ende instinktiv eben doch die Friseurin, die zu einem passt.

 

3. Trau dich, nein zu sagen

Fast jeder von uns ist es schon einmal so ergangen: Man kommt in einen neuen Salon und fühlt sich nicht so richtig wohl. Bei der Beratung redet man irgendwie aneinander vorbei und man geht mit klopfendem Herzen zum Waschbecken, weil es sich einfach nicht richtig anfühlt. Michael Danler sieht das ganz pragmatisch: „Es gibt viele Geschäfte, die Kleidung verkaufen, aber nicht in jedem gibt’s was für Sie und mich. ­Genauso sind wir nicht für jeden der richtige Friseur. Die Kundin sollte das einfach sagen, das spart viel Streiterei.“

 

4. Bring Fotos mit

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Selten ist dieser Satz so wahr wie beim Friseur. „Bilder mitbringen, sowohl für Farbe als auch Schnitt, ist völlig okay und muss niemandem peinlich sein. Bilder vermeiden Missverständnisse, weil man sofort weiß, wo die Reise hingehen soll“, erklärt Profi Kirsten Kunze. Aber Achtung: Das bedeutet nicht, dass das Ergebnis genau so möglich ist wie abgebildet. Eine gute Friseurin erklärt, was geht und was nicht.

 

5. Reklamieren

Eine ehrliche Reklamation ist das größte Geschenk, das du dir selbst und einer Friseurin machen können. Warum? Weil weder die Friseurin noch du  etwas davon haben, wenn du mit deinem Haarschnitt unglücklich bist. Außerdem ist eine Kundin immer auch die Visitenkarte der Profis, und von einem schlechten Friseurbesuch erzählt man meistens jedem. Angst vor der Reaktion der Friseurin braucht man nicht haben: „Wenn eine Kundin etwas nicht gut findet, soll sie das bitte sagen. Uns ist klar, dass eine Frisur kein T-Shirt ist, das man ausziehen kann. Mit der muss die Kundin ja die nächsten Wochen herumlaufen“, meint Kirsten Kunze.

6. Vertrau beim Färben dem Profi


Gerade beim Haarefärben legen viele zu Hause selbst los und erliegen oft dem Irrtum, dass Farben in der Drogerie „milder“ sind und das Haar nicht so stark schädigen. „­Paradoxerweise glauben die Kundinnen oft, dass Friseurprodukte intensiver und schädlicher für die Haare sind, weil da Intensivtönung draufsteht. Ich höre oft Sachen wie ‚Aber sonst hab ich nur eine Tönung‘, weil die Leute Angst vor Chemie haben. Chemie an sich ist aber nichts Böses, man muss sie nur richtig einsetzen“, entwarnt Christine Wegscheider. Die Folge sind oft selbst gefärbte viel zu dunkle und kaputte Spitzen. Wenn die Friseurin weiß, womit gefärbt wurde, und das Produkt kennt, kann sie die chemische Reaktion der Farbe gut einschätzen und das Ergebnis wird umso schöner.

 

7. Lass dir Tricks zeigen

Die richtigen Fragen machen den perfekten Look einfacher: Wasche ich meine Haare jeden Tag? Will ich meine ­Haare ­jeden Tag stylen müssen oder mag ich’s lieber unkompliziert? Oder ärgere ich mich jeden Tag über einen Wirbel? Im Ideal­fall fragt das die Friseurin. Wenn nicht, sag es. Er oder sie kennt nämlich Tricks, die dir das Leben leichter ­machen, und kann Wirbel und schwer zu bändigende Stellen schon beim Schneiden berücksichtigen.
Auch ein störrischer Pony ist mit etwas Übung mit drei Handgriffen gebändigt. Viele Profisalons haben auch spannende Extras inkludiert, die das Leben leichter machen: Bei Michael Danler wird für Kundinnen zu jeder vollen Stunde gratis der Pony nachgeschnitten. Christine Wegscheider gibt ihren Stammkundinnen ihre Farbe fürs Färben zwischendurch nach Hause mit, damit sie nicht mit qualitativ schlechteren Mitteln werken müssen. Und bei Kirsten Kunze ist ein kleiner Föhn-Workshop auf Wunsch bei jedem Termin dabei. „Die Kundin soll zu uns in den Salon kommen, weil sie gerne kommt, und nicht, weil sie hilflos ist. Auf Wunsch zeigen wir, wie die Kundin ­Bürste und Föhn richtig hält oder auch Locken mit dem Glätteisen dreht. Alles ist möglich.“

 

VIDEO: So kämpfen FrisörInnen gegen häusliche Gewalt

 

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