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Frisöre warnen: Der "No-Shampoo"-Trend kann negative Folgen haben, warnen FrisörInnen

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Einige FrisörInnen weisen auf mögliche gefährliche Nebenwirkungen hin.

HaareRed.(Wienerin)

Bloggerin Madeleine Alizadeh alias DariaDiara machte es vor - und viele andere sind nachgezogen: sich die Haare nicht mehr mit Shampoo zu waschen, liegt im Trend. Stattdessen verwendet man zum Beispiel eine Mischung aus Wasser und Roggenmehl und spült die Haare daraufhin mit Apfelessig aus. Auch Vox-Moderatorin Panagiota Petridou postete Anfang des Jahres ein Foto, auf dem sie acht Tage lang ihre Haare nicht gewaschen hatte. Ihre Haare sollen glänzender, kräftiger und gesünder sein als je zuvor. Inhaltsstoffe in synthetischen Shampoos schädigen nämlich die Kopfhaut und machen ein immer häufigeres Haarewaschen notwendig, damit die Haare nicht fettig erscheinen - so die AnhängerInnen des "No-Poo"-Trends.

Gibt es jetzt wieder einen Backlash

Und tatsächlich: wir alle fragen uns immer wieder, ob wir zu viele synthetische Produkte verwenden, und wie sich diese auf unsere Gesundheit auswirken. Aber ist es wirklich für alle die Lösung, gar kein Shampoo mehr zu verwenden?

 

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Jetzt machen sich nämlich die ersten Gegenmeinungen zum No-Poo-Trend bemerkbar. Und zwar von professioneller Seite. Trockene, schuppige, juckende und fettige Kopfhaut sollen einige der Folgen sein, die No-Poo mit sich bringen kann, warnten kürzlich StylistInnen in einem New York Times-Artikel. Manche würden es damit nämlich übertreiben, sagt etwa Michael Angelo, ein Stylist aus Manhattan. "Manche meiner Klienten sind hergekommen, damit ich ihren Freundinnen und Frauen sage, sie sollen sich wieder die Haare waschen." Der Grund: sie würden anfangen, zu stinken.

Geht es nach ihm, und einigen anderen FrisörInnen, geht der No-Poo-Trend zu weit und manche Frauen würden Sport machen, Sex haben, arbeiten gehen, und sich dazwischen gar nicht mehr die Haare waschen. Dass uns diese gesellschaftlichen Schönheitsideale dabei eher wurscht sind, ist klar. Aber die ExpertInnen warnen auch vor gesundheitlichen Folgen. 

Die Art des Haarewaschens macht den Unterschied

Die Stylistin Rita Hazan warnt etwa vor trockener, schuppiger, juckender und fettender Kopfhaut. "Viele Leute denken nicht daran, dass ihre Kopfhaut auch Haut ist, aber sie sollte wie Haut behandelt werden", sagt sie gegenüber der New York Times. "Und niemand will, dass seine Poren verstopft sind." Sie fügt hinzu, dass die richtigen Haarprodukte heutzutage ohne Weiteres täglich verwendet werden können.

WIENERIN-Beauty-Redakteurin Birgit Brieber weiß, dass die Art des Haarewaschens dabei eine große Rolle spielt: "Grundsätzlich waschen wir uns tendenziell zu häufig die Haare und spülen Shampoo und Conditioner nicht gründlich genug aus. Damit keine Conditioner-Reste auf der Kopfhaut bleiben, die dann eventuell die Haut reizen, sollte man sich zum Ausspülen der Produkte immer gut Zeit nehmen. Bei schnell nachfettendem Haaransatz können ein paar Tropfen Apfelessig in kaltem Wasser aufgelöst dabei helfen, fettiger Kopfhaut vorzubeugen."

Ihr Tipp: Wer sich wirklich nur mit täglich frisch gewaschenen Haaren gut fühlt, aber seine Kopfhaut schonen will, kann versuchen die (gut durchgebürsteten) Haare jeden zweiten Tag nur mit klarem Wasser auszuspülen. Das reizt die Kopfhaut weit weniger, als wenn man täglich mit Shampoo anrückt.

Susanna Rockenbauer-Uler vom Wiener Traditionsfrisör Uler Private Hairdressing gibt noch weitere Tipps: "Ob das Ergebnis des No-Shampoo-Trends wirklich immer schönere und gesündere Haare sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab - nämlich welche Hausmittel als Shampoo-Ersatz zum Einsatz kommen. Verwendet man beispielsweise Natron zu oft und zu viel, wird es das Haar austrocknen. Bei gefärbtem Haar würde eine Spülung mit Essig die Farbe zerstören. Neigt man zu fettigen Haaren und Schuppen oder sogar zu einer gereizten Kopfhaut würde ich generell davon abraten."

Wiener Frisörin rät: Gute Balance bei der Pflege wahren

Sie empfiehlt bei der Pflege eine gute Balance zu bewahren: "Unsere Haare wurden in den letzten Jahrzehnten "überpflegt", viel zu oft und unter Einsatz von sehr viel Chemie behandelt. Ob das andere Extrem (nur auf Hausmittel zu setzen) aber der Weisheit letzter Schluss ist, sei dahin gestellt. Ich empfehle die Haare nicht öfter als 2-3 mal pro Woche zu waschen und dazu auf ökologische Shampoos und Pflegen zu setzen, die frei von Silikonen sind."

Die im Shampoo enthaltenen Tenside, also waschaktive Substanzen die unsere Haare und Kopfhaut von Schmutz befreien sollen, können die Kopfhaut reizen. In Naturshampoos wird statt der Tenside oft auf eine natürliche Zucker-Variante zurückgegriffen. Zucker wirkt beruhigend und entzündungshemmend, und sorgt für das Gleichgewicht der Kopfhaut. In der Hautpflege wird er deshalb schon länger als Pflegesubstanz eingesetzt.

 

Die WIENERIN empfiehlt folgende Produkte:

 

Biolage Sugar Shine Polishing Hair Scrub  

Biolage Sugar Shine Polishing Hair Scrub

Das polierende Haarpeeling reinigt das Haar gründlich, entfernt Ablagerungen und nährt das Haar. Zuckerkristalle entfernen Rückstände, natürliche und feuchtigkeitsspendende Substanzen wirken pflegend auf Haar und Kopfhaut. Das Hair Scrub wird als erster Schritt noch vor dem Shampoo angewendet. Um Euro 20,90 bei allen Matrix Friseuren.*

 

Urtekram Brown Sugar Shampoo  

Urtekram Brown Sugar Shampoo

Das Shampoo enthält Rohrzuckerkristalle und den natürlichen Feuchtigkeitsspender Aloe Vera, der weichen Schaum bildet und zusätzliche Pflege spendet. Zertifiziert mit Leaping Bunny, Vegan Society, ECOCERT - Cosmos Organic. Um Euro 6,99 z.B. bei Bipa

 

Wer den Effekt vorab testen will, kann auch einfach einen Löffel Zucker zum gewöhnlichen Shampoo mischen!

 

 

 

Kommentare

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4 Kommentare
Gast: Farene
22.05.2017 22:20

No poo soll schädlich sein?

Mache seit 2.5 Jahren no poo. Bekomme Komplimente für die mit Naturseife gewaschenen Haare. Die Kopfhaut ist gesund,das waschen unkompliziert +unschädlich und es gibt eine Wohlfühlmähne. Was will man mehr?

katrinsi
25.03.2017 08:55

Hallo?

"manche Frauen würden Sport machen, Sex haben, arbeiten gehen, und sich dazwischen gar nicht mehr die Haare waschen". Glaubt der und glaubt Ihr, dass man sich nach jedem Mal Sport oder Sex und vor der Arbeit die Haare waschen muss?

Mausi310148
23.03.2017 13:55

Haare waschen aber richtig!

Nach meinen massiven Haarproblemen wie Haarausfall, Schuppen usw. ging ich zu Haarmonie-Naturfriseur.
Hier wurde ich sehr gut über die schädigende Wirkung der herkömmlichen Shampoos für Haar und Kopfhaut aufgeklärt, aber auch darüber, dass tägliches Waschen absolut nicht erforderlich ist.
Die Wunderwirkung hat aber vor allem das tägliche Bürsten von Haar und Kopfhaut mit einer guten Rosshaarbürste (mind. 2 Minuten lang), das Waschen mit einem Naturshampoo (ACHTUNG - wirklich natürliche Produkte und keine Chemikalien, genau lesen, Chemikalien müssen deklariert werden) und danach eine Fruchtsäurespülung.
Die Haare glänzen und werden vor allem nicht so schnell fett, das Bürsten tut der Kopfhaut gut und dadurch verschwinden auch die Schuppen.
Zuerst war der Haarmonie Naturfriseur mein "Arzt" für die Haare, nun ist der Friseur meine Verwöhnoase.
Auch färben mit Natur und ohne Chemikalien ist möglich.
Die Natur macht vieles möglich, man muss es nur wissen und anwenden.

Mausi310148
23.03.2017 13:34

Haare waschen aber richtig!