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Kolumne: Warum ich den Friseur meiner Träume noch immer nicht gefunden habe

von

WIENERIN-Kolumnistin Martina Parker ist eigentlich eine treue Seele. Nur ihre Friseure wechselt sie neuerdings verdächtig oft.

HaareMartina Parker(Wienerin)

Ehrlich gesagt: Ich hatte ja schon einige Friseure, aber Fred war der erste, bei dem man von einer echten Partnerschaft sprechen konnte. Er verstand mich einfach. Jeden Monat legte ich meinen Kopf vertrauensvoll in seine Hände und nie enttäuschte er mich. Immer fühlte ich mich danach schöner, hinreißender, bezaubernder als davor.

Drei Jahre lang war ich ihm absolut treu. Doch dann zeigte unsere Beziehung Ermüdungserscheinungen. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht mehr so aufmerksam war, nicht mehr so einfühlsam, nicht mehr so bemüht. Ich dachte darüber nach, ihn zu verlassen. Und dann stand eines Tages Angelo vor mir. Der Neue im Salon. Fred sei auf einer Schulung, hieß es, und ob es mir etwas ausmachen würde, wenn Angelo mich heute verwöhnen würde. Aber überhaupt nicht! Und rückblickend betrachtet kann ich nur sagen: Angelo war einfach besser!

Angeknackstes Verhältnis

Nun hatte ich natürlich ein Problem. Denn ich wollte Fred durch Angelo ersetzen. Aber möglichst so, dass er nichts davon bemerkte. Wie ein Detektiv recherchierte ich die Dienstpläne und ging nur mehr zu Angelo, wenn ich wusste, dass Fred seinen freien Tag hatte. Das ging auch dreimal gut, aber beim vierten Mal erwischte uns Fred, und zwar genau in dem Moment, in dem Angelo einfühlsam meine Haarwurzeln massierte. Niemals werde ich Freds enttäuschten Blick vergessen. Ich genierte mich so sehr, dass ich den Salon nie wieder betrat.

Beziehungsgestört

Von Friseuren hatte ich erst mal genug. Ich war richtig beziehungsgestört. Aber meine Haare wuchsen. Und ich probierte es zum ersten Mal in meinem Leben mit einer Frau. Kathi war auch richtig toll. Wir hatten jede Menge Spaß und die Optik passte. Aber ich hatte nach Angelo einen Knacks. Ich konnte mich einfach auf keine langfristige Friseurbeziehung mehr einlassen. Schon bei der erstbesten Gelegenheit betrog ich Kathi mit Jake, einem britischen Starfriseur (was dabei rauskam, hier lesen). Die Sache kam ans Licht, wie heutzutage alles ans Licht kommt: über Facebook. "Darum hab ich dich also schon so lange nicht mehr gesehen!", postete Kathi unter dem Bild, das mich und Jake zeigte. "Es war nur eine einmalige Sache, ein Ausrutscher auf einer Pressereise", erklärte ich beschämt. Ich hoffe nur, Kathi verzeiht mir, bevor meine Haare auf dem Boden schleifen.

 

Video [aktuelles]: Ariana Grande wehrt sich gegen Cat-Calling: "Bin doch kein Stück Fleisch"

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