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Haartrends im Wandel: Eine Friseurin packt aus: "Wer beim Färben erwischt wurde, hat sich geniert!"

von

Früher hat man sich geschämt, wenn man beim Färben erwischt wurde. Heute, wenn man mit Lockenwickler im Salon gesehen wird. Trendfriseurin Katharina Strassl über 30 Jahre Friseurgeschichte in Österreich.

Haaremp(Wienerin)

Ihre Karriere als Friseurin startete die damals 16-jährige Katharina Strassl, umgeben von Dauerwelle, Vokuhila, mit Limahl und Nena als Fransencut-Vorbild.

 

Sie begann 1986, in einem Jahr, als Lieutenant Maverick alias Tom Cruise gerade das Titelbild der „Bravo“ zierte und „Tschernobyl“ das vermutlich meistgedruckte Wort war.

Katharina Strassl stammt aus einer alteeingesessenen Friseurdynastie und hat sich vor 5 Jahren mit einem eigenen Salon in Wien Wieden selbständig gemacht. Zum Dreißigsten Berufsjubiläum zieht die 46 Jährige Bilanz und erzählt über ihre Berufserfahrungen.

 

Aufnahme vom jährlichen Kollektions Shooting.

 

Katharina Strassl im Interview:

Was hat sich in den 30 Jahren für Sie als Friseurin verändert?

Na ja… ich würde ja fast behaupten, dass nichts mehr so ist wie es war. Weder die Mode,  das Anforderungsprofil der Kunden an uns Stylisten, noch die Arbeit. Es hat sich viel getan, seitdem ich begonnen habe. Ich bin ja in den 80ern in den absoluten Dauerwellen- Hype reingewachsen.

Was war 1986 frisurentechnisch angesagt?

Das „Wet Gel“ war gerade ganz neu auf dem Markt und Kundinnen, die sich ihre Haare färben ließen, wollten nicht gesehen werden. Wir haben sie in der letzten Ecke des Geschäftes versteckt, da das ja sooo uncool war.

Der mit kleinen Rundbürsten geföhnte „Löwenkopf“ war am Höhepunkt seiner Beliebtheit und die Haubenmechen wurden an Trainingsabenden geübt.

Die Ausbildung hat in den 80ern viel Kondition und Ausdauer erfordert. Wir haben den ganzen Tag Dauerwelle um Dauerwelle gewickelt. Wenn unsere Finger wund waren von den Präparaten, nahm keiner davon Notiz. Denn die Generation vor uns war mit noch schärferen Produkten in ihrer Jugend noch viel ärmer dran.

Und wie ist das heute?

Alles wird nachhaltiger und natürlicher. Das persönliche Verhältnis und das Vertrauen, das die Kunden in ihren Stylisten setzen, steht über Allem. Wir sind mehr denn je, Freund, Berater in allen Lebenslagen, Zuhörer und Stylist! Früher strömten viele Kunden zu den Friseuren, die die günstigsten Dauerwellaktionen hatten – heute besuchen sie „ihren Stylisten“ und tauschen ihn, wenn sie ihn mal gefunden haben, möglichst nie wieder aus!

Heute ist alles anders: Die Kundinnen mit den Farbveränderungen wollen gesehen werden, weil es jetzt wieder „hip“ ist. Falls wir heute jedoch noch den einen oder anderen Wickler setzen müssen, ist das jetzt wieder uncool, so will damit möglichst niemand gesehen werden.

Wohin geht der weitere Trend?

Wir bemerken ein gesteigertes Bewusstsein bei den Kunden, was die Gesundheit ihrer Haare angeht.  Die Kunden wollen genauer wissen, was mit Ihrem Haar passiert. Ob gewissen Zusatzstoffen wie z.B. Silikone oder Parabene enthalten sind. Die Kunden sind überhaupt wesentlich besser informiert - Internet und Printmedien versorgen sie mit allerlei Neuigkeiten der Haar- und Kosmetikindustrie.

Im Farbsektor gibt es beispielsweise neuartige Produkte, die es uns erlauben so haarschonend wie noch nie arbeiten. Das eröffnet uns völlig neue Dimensionen. Früher mussten wir Kunden öfter enttäuschen, wenn wir der Meinung waren, dass die gewünschte und von uns abgelehnte Behandlung zu schädigend für ihr Haar wäre. Heute sind wir da dank der neuen Generation an Produkten (z.B. Olaplex, usw.) weitaus flexibler.

Der Trend geht nach wie vor zu Balayage- und anderen natürlichen Reflex-Färbetechniken. Warme und kühle Töne dürfen neuerdings zusammen kombiniert werden - das gilt gleichermaßen für Blond, Braun und Rottöne.

 

 

   

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