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Parfümeure im Portrait: Pierre Wargnye - Komponist der Düfte

von

Düfte sind wie Musik. Behauptet jedenfalls die Nase, die Kult-Düfte, wie „Polo Blue“ von Ralph Lauren oder „L’Homme YSL“ von Yves Saint Laurent geschaffen hat.

BlogsMartina Parker(Wienerin)

Sein Werdegang:

Wenn einem ein gewisses Feingefühl für Aromen in die Wiege gelegt wurde und man dann auch noch in Grasse aufwächst, ist der berufliche Werdegang eigentlich schon vorgeschrieben. Bereits im Kindesalter zog Pierre Wargnye mit seiner Familie aus seinem französischen Geburtsort Lille in die Hauptstadt der Düfte und Parfumeure. Talent und Möglichkeiten gesellten sich hier in perfekter Konstellation, so dass sich der junge Franzose schon bald einen Lehrplatz an der berühmten Parfumeur-Schule in Grasse ergattern konnte. Doch in der Region, die für ihre malerische Landschaft und die Opulenz an duftenden Blüten bekannt ist, hielt es den lebenshungrigen Wargnye nicht lange. Anfang der 70er Jahre zog es ihn in eine Stadt, die ihm ganze Gegenteil zu bieten hatte. New York war für Wargnye ein Reiz aus Beton, dem Puls der Zeit und Kontrasten. Und damit genau das richtige Futter für eine junge Nase, die auf der Suche nach Inspiration ist. So traf Wargnye hier auch auf seinen großen Lehrmeister und Vorbild Hans van Essen, dem er später sogar nach Genf ins Dufthaus Firmenich folgte. Später zog es zum Konkurrenzhaus IFF.

Sein Stil:

Pierre Wargnye steht für florale, aber klare Duftrichtungen. Er scheut es zwar nicht selbst für Herrendüfte mit intensiven Blütennoten zu arbeiten; schafft es dabei aber immer wieder, das Gesamtwerk nicht zu lieblich oder gar kitschig werden zu lassen. Gelingen tut im dieser olfaktorische Spagat durch eine simple Technik: Er begrenzt sich in der Regel auf ein Hauptaroma, das lediglich durch zarte Begleit-Nuancen umrahmt wird.

 

Sein Wunsch:

Einen Duft zu erschaffen, der ihn an seinen ersten olfaktorischen Rausch erinnert. Es ist ein Duft aus Wargnyes Kindheit. Nämlich ein Korb frisch gepflückten Jasmins, der ihn überwältigte und so in ewiger Erinnerung geblieben ist.

 

Seine liebsten Aromen:

Patschuli und Jasmin, gepaart mit erdigen und holzigen Noten.

 

Seine erfolgreichsten Kreationen:

„Boss Classic“ von Hugo Boss, „La Perla“ von La Perla, „DKNY Men“ von Donna Karan, „L’Homme YSL“ von Yves Saint Laurent, „Amor pour Homme“ von Cacharel,

 

Sein Statement:

Düfte sind wie Musik. Beiden geht es nur um ein einziges Ziel: Sie wollen Gefühle erzeugen. Und zwar solche, die nicht viele Worte, Klänge oder eben Aromen brauchen, um verstanden zu werden. Es geht nicht um schwierige Reflexionen, sondern um spontane Reaktionen, Erinnerungen aus der Kindheit oder schlicht: Gefühle der Liebe.

 

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