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Parfümeure im Portrait: Dominique Ropion - Der Parfumeur als Handwerker

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Er selbst versteht sich als Handwerker. Wir hingegen sehen ihn als einen der größten Pafümeure der Welt. Dominique Ropion: Ein olfaktorischer Pragmatist

BlogsMartina Parker (Wienerin)

Sein Werdegang:

Eigentlich wollte Dominique Ropion Physik studieren und Ingenieur bei Mercedes werden. Und das obwohl er in einer Welt groß geworden ist, die mit Autos nichts am Hut hatte; dafür aber umso mehr mit Aromen und Düften. Immerhin waren seine Mutter und sein Großvater beide in der Parfüme-Branche tätig. Vielleicht erklärt sich so auch Ropions natürliches Talent für Düfte.

„Schon als Kind konnte ich die Welt am besten über die Nase wahrnehmen. Ich konnte alles riechen. Sogar einen Handschlag“, sagt der Star-Parfümeur heute.

Trotzdem kam er selbst zunächst nicht auf die Idee, in die Fußstapfen seines Elternhauses zu treten. Zwar jobbte er in den Sommerferien in dem Duftkonzern, in dem seine Mutter arbeitete, doch deshalb selbst hier anzufangen, kam dem Franzosen damals nicht in den Sinn. Er träumte weiterhin von einem Physikstudium. Damit war das Schicksal aber scheinbar nicht einverstanden und arrangierte eine Zufallsbegegnung zwischen Ropion und den Parfümeuren Jean-Louis Sieuzac und Pierre Bourdon. Sie rieten dem ihm zum Besuch der Parfümeurschule und beschrieben diese Ausbildung als „eine Reise der Geduld und des Lernens“; ein Aussage, die Ropions Neugier weckte. Der junge Franzose machte sich allein wegen dieser Aussage an die Lehre. Und sollte damit rascher als geahnt größte Erfolge feiern. Bereits seine ersten Kreationen für Shampoos und Toilettenreiniger wurden im Konzern hoch gelobt. Der Durchbruch kam jedoch mit „Ysatis“, dem Duftklassiker von Givenchy. Dieser olfaktorische Clou katapultierte den gerade erst 27jährigen in die Liga der Parfümeurs-Elite.

Sein Stil:

Ropions Düfte spiegeln die Seele ihres Erfinders in perfekter Weise wieder: Bescheidenheit und Präzision sind dabei ihre wichtigsten Attribute. Die Star-Nase beschränkt sich gern auf wenige Aromen. Er liebt es, rohe Materialien so exakt zu bearbeiten, dass sie in Volumen, Kontur und Kontrasten perfekt und einzigartig werden.

Sein Wunsch:

Ropion möchte in der Welt der Düfte das erfinden, was Gourmets als „nouvelle cuisine” kennen. Sein Ziel ist es, klassische Aromen in einer Art und Weise aufzuarbeiten, die sie in eine neue Gestalt transportieren. Bekannte Aromen sollen als etwas völlig Neues erlebt werden können.

Seine liebsten Aromen:

Jasmin, Orangenblüten, Sandelholz und tierische Essenzen, wie Ambra.

Seine erfolgreichsten Kreationen:

Ysatis“ von Givenchy, „Amor Amor“ von Chacharel, „Flowerbomb“ von Viktor & Rolf, „Alien“ von Thierry Mugler, „Euphoria“ von Calvin Klein, „London“ von Burberry.

Sein Statement: Ropion glaubt nicht an den Vergleich von Musikern und Parfümeuren. Er sagt, der Job eines Parfümeurs ist wesentlich pragmatischer. Es gehe darum, ein guter Handwerker zu sein, der einen Rohstoff so zu bearbeiten weiß, dass man das Beste aus ihm heraus holt.

 

 

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