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„Es soll endlich cool sein, Migrant zu sein!“

von

Andra Slaats und Iulia Mugescu feiern die Vielfalt: Für ihr Unternehmen „Younited Cultures“ drucken sie persönliche Geschichten von Migrantinnen auf Schals.

Younited Cultures Andra Slaats Iulia Mugescu

aktuellesKatrin Halbhuber(TypischIch)

Die beiden gebürtigen Rumäninnen leben seit fünf Jahren in Österreich und haben als Migrantinnen mit vielen Vorurteilen Bekanntschaft gemacht: „Man liest und hört so viel darüber, was MigrantInnen falsch machen, da kommt es einem so vor, als ob es nur kriminelle MigratInnen gäbe“, erzählt Andra Slaats. Iulia Mugescu ergänzt: „Nach Österreich kommende Ausländer werden üblicherweise in drei Kategorien eingeteilt: Flüchtliche, die sehr arm sind und Hilfe benötigen, Migranten, die aus dem Osten kommen und Niedriglohnarbeit verrichten, und Expats, die aus Westeuropa oder den USA kommen, um internationale Karriere zu machen.“ Die wahre, individuelle Geschichte des Menschen hinter dem „Ausländer“ würde dabei übersehen: „Wenn man die MigrantInnen von vornherein in eine dieser drei Schubladen steckt, sieht man nicht den gesellschaftlichen Wert, den diese Person mit sich bringt.“

Genau das wollen die beiden Frauen mit ihrem Unternehmen Younited Cultures ändern: Sie wollen positive Geschichten von Migrantinnen und Migranten erzählen und die Schönheit verschiedener Kulturen auf eine kreative Art und Weise präsentieren. „Ein Schal ist ein zugängliches Accessoire, das von Frauen, Männern und Jugendlichen getragen wird“, erklärt Andra, warum die Wahl auf Schals als Träger der migrantischen Erfolgsstorys gefallen ist.

Von der Geschichte zum Modeaccessoire

Die Muster der Schals sind inspiriert von den Lebenserfahrungen von Migrantinnen und Migranten und werden gemeinsam mit lokalen Designern individuell entworfen. Adela Kuligas Lebensreise von der Putzfrau zur Geschäftsfrau und Unternehmerin etwa wurde von der Designerin Gina Drewes interpretiert. Adela hat die Auswahl von Farben und Materialien mitentschieden, das endgültige Design lieferte Drewes. Jedes Younited-Cultures-Modell wird in limitierter Zahl produziert, jeder Verpackung liegt eine Broschüre mit der Geschichte des jeweiligen „Ambassadors“ bei – damit der Träger die Geschichte mit Stolz tragen und so „weitererzählen“ kann.

Felix Abrudan Adele Kuliga Gina Drewes Younited Cultures

Felix Abrudan Adele Kuliga Gina Drewes Younited Cultures

 



Die gebürtige Polin Adela Kuliga mit Modedesignerin Gina Drewes und dem von Adelas Geschichte inspirierten Schal

 

 

 

 

Andra Slaats und Iulia Mugescu wollen es aber dabei nicht belassen: „Mit Younited Cultures wollen wir die Vielfalt feiern. Es soll endlich cool sein, Migrant zu sein!“ Die auf die Schals gedruckten Geschichten sollen jugendliche Zuwanderer ermutigen, auf ihre kulturellen Wurzeln stolz zu sein und ihnen zeigen, dass sie in einer neuen Heimat erfolgreich sein können.

Von Migrantinnen zu Social Entrepreneurs

Sämtliche Gewinne von Younited Cultures werden in Veranstaltungen investiert, die das Selbstbewusstsein von Migrantinnen und Migranten stärken sollen – das Label werkt und wirkt also auf zwei Ebenen. Für die beiden Gründerinnen sind die Schals ein Teil ihrer ganz persönlichen Erfolgsgeschichte. Für Andra Slaats ist Profitmaximierung deshalb auch zweitrangig: „Das was ich mache, gibt meinem Leben einen Sinn.  Wenn ich das Leben anderer durch das, was Younited Cultures leiste, verbessern kann, ist mein Job getan.“ Iulia Mugescu sieht das genauso: „Ich bin ein Mensch, der ein Problem nicht einfach so akzeptieren kann, sondern aktiv etwas dagegen unternehmen möchte. Als Social Entrepreneur kann ich meine Zeit und Energie genau darauf fokussieren.“
Die Geschichte von Younited Cultures ist in der Tat eine, auf die Österreich stolz sein kann.

 

Kommentare

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1 Kommentare
Lisiwienerin
17.04.2015 05:07

Wo....

.....kann ich den kaufen?


Wienerin ABO