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Gender Medizin

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Das Geschlecht macht den Unterschied, auch in der Medizin. Denn die innovative Wissenschaft der Gendermedizin besagt, dass Frauen anders erkranken als Männer, was bei Prävention und Behandlung eine wichtige Rolle spielt.

Gender Medizin

GesundMelisa Redzic(TypischIch)

Haben Sie schon vom Begriff Gender Medizin gehört? Der relativ junge Forschungszweig der Gender Medizin beschäftigt sich mit biologischen, sozialen und psychologischen Unterschieden zwischen Männern und Frauen. Denn zweifelsohne brauchen geschlechtsspezifische Lebensanforderungen, Lebensumstände und Krankheitsausprägungen auch unterschiedliche Lösungsansätze.

 

Was ist Gender Medizin?

Bei der Gender Medizin wird einerseits auf den biologischen Unterschied (Anatomie, Hormone, Chromosomen), aber auch auf psychosoziale Faktoren (unterschiedliche Lebenswelten, Kultur, Umwelt) von Frauen und Männern Rücksicht genommen. Nicht nur das biologische Geschlecht spielt eine Rolle, sondern auch das sozial konstruierte Geschlecht, auch Gender genannt. Dieses besagt mit seinem 'doing gender'-Ansatz, dass es spezifische soziale Konstruktionen gibt, die Mädchen erst zu Mädchen werden lassen (pinke Kleidchen, Puppen als Spielzeug, usw.) All das wirkt sich auf den Lebensstil von Frauen und Männern aus, was wiederrum Krankheitsbilder stark prägen kann.

 

Ob Herzschwäche, Knochenschwund oder Depression, Fakt ist: Geschlechter leiden verschieden - und genau hier setzt der Forschungszweig an. Für Frauen beispielsweise, bietet die Gender-Medizin eine umfassende Gesundheitsberatung und Behandlung in allen Fachbereichen an. Dabei wird auf die sehr unterschiedlichen, an die jeweilige Lebensphase angepassten, Ansprüche geachtet. Diese sind unter anderem Pubertät, zyklusbedingte Veränderungen, Schwangerschaft, Stillphase, Menopause und gesundes Altern.

 

Männlich orientierte Medizin

Nach wie vor dominiert noch immer die männliche Norm, die medizinische Forschung und Lehre. Symptome sowie gängige Richtlinien für die Dosierungen, Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten und Therapien orientieren sich noch sehr oft an den Reaktionen des männlichen Körpers, obwohl es mittlerweile als bewiesen gilt, dass Medikamente bei Frauen anders wirken als bei Männern.

 

Gender Medizin forscht somit vor allem für Frauen, um Krankheiten in der bestmöglichen Weise vorzubeugen, sie zu therapieren und festzustellen.

 

Geschlechtsspezifische Symptome

Ein Beispiel für unterschiedliche Diagnostik bei Männern und Frauen ist der Herzinfarkt. Weit verbreitet ist die Annahme, dass Schmerzen in der Brust und im Arm auf einen akuten Anfall hindeuten. Wenig bekannt ist hingegen, dass der weibliche Herzinfarkt mit diffusen Symptomen wie z.B. Rückenschmerzen einhergehen kann. Das führt dazu, dass Frauen in einigen Fällen erst verspätet eine Behandlung erhalten.

 

Mittlerweile werden die Erkenntnisse der Gender Medizin langsam beachtet, was die positive Folge hat, dass bei Studien auch vermehrt Frauen eingeschlossen werden.  Man kann sich also in Zukunft auf mehr maßgeschneiderte Medizin freuen, die sowohl Frauen, als auch Männer bestmöglich behandelt.

 

 

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